28.05.2018

Chronic Fatigue Syndrome (CFS) Chronisches Erschöpfungssyndrom: Diese Symptome sind typisch

Das Chronische Erschöpfungssyndrom betrifft überwiegend Frauen und tritt häufig im Rahmen einer anderen Erkrankung auf.

Foto: iStock/eggeeggjiew

Das Chronische Erschöpfungssyndrom betrifft überwiegend Frauen und tritt häufig im Rahmen einer anderen Erkrankung auf.

Vor allem Frauen sind betroffen. Das Chronische Erschöpfungssyndrom lässt sich nur schwer diagnostizieren und kann bis zur Bettlägerigkeit führen. Was Sie darüber wissen sollten.

Ständige Erschöpfung, die immer weiter zunimmt: Das ist eines der wichtigsten Symptome des Chronischen Erschöpfungs- oder Fatigue-Syndroms, kurz auch CFS, über das noch vieles unbekannt ist. Fatigue bedeutet auf französisch Erschöpfung und wird in der Medizin unterschiedlich verwendet – etwa für die starke Erschöpfung im Rahmen von einer anderen Krankheit, darunter auch Multiple Sklerose oder Rheuma.

Das Chronische Erschöpfungssyndrom ist oft Begleiterscheinung

Bei einer Reihe von Krankheiten tritt CFS also begleitend neben anderen Symptomen auf. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Multiple Sklerose,
  • Rheuma,
  • Morbus Crohn,
  • Morbus Bechterew,
  • Fibromyalgie,
  • Leber- und Herzerkrankungen oder
  • Aids.

In diesem Zusammenhang ist die chronische Erschöpfung also eine Begleiterscheinung der Krankheit und wird von dieser verursacht. Vor allem bei Krebs tritt Fatigue häufig auf. Einerseits kann die Krankheit selbst den Organismus schwächen, andererseits haben viele Krebstherapien diese Nebenwirkung. Fatigue tritt dabei oft als Nebenwirkung von Chemo-, Strahlen oder Immuntherapie auf.

Mögliche Ursachen für das Chronische Erschöpfungssyndrom – Energiestoffwechsel gestört

Daneben kann CFS jedoch auch als eigenständige Krankheit auftreten, ohne diese krankhaften Auslöser. Die Ursachen dafür sind noch weitgehend unbekannt. Obwohl es zahlreiche Studien zu diesem Thema gibt, lässt sich der zugrundeliegende Mechanismus bis heute noch nicht eindeutig klären.

Es gibt aber Hinweise darauf, dass es sich beim Chronischen Erschöpfungssyndrom um eine Autoimmunkrankheit handeln könnte und der Energiehaushalt der Zellen gestört ist. Der Energiestoffwechsel läuft dann also gedrosselt, vergleichbar wie bei Tieren während des Winterschlafs. Bei vielen Menschen mit Chronischem Erschöpfungssyndrom fällt im Rahmen der Blutuntersuchung auf, dass sie zu wenig Immunglobuline haben. Diese Antikörper sind wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Damit steht fest, dass es sich beim CFS nicht um eine psychische Krankheit handelt, sondern um eine körperliche.

Als gesichert gilt ebenfalls, dass die massive Erschöpfung häufig nach einer Viruserkrankung auftritt, etwa nach der Grippe, Pfeifferschem Drüsenfieber, Gürtelrose oder Durchfall mit dem Auslöser Noroviren.

Symptome für CFS – auch Schmerzen sind typisch

Oft setzt das Chronische Erschöpfungssyndrom ganz plötzlich nach einem Infekt ein, mit extremer Erschöpfung, die sich auch durch Ruhepausen und viel Schlafen nicht wieder legt. In anderen Fällen beginnt die Müdigkeit langsam und steigert sich über Jahre hinweg, bis sogar der Weg zum Bäcker so anstrengt, dass man danach tagelang nur noch liegen und sich ausruhen muss. Studien zeigen, dass ein Viertel der CFS-Patienten im Verlauf der Erkrankung nicht mehr das Haus verlassen können und bettlägrig sind.

CFS ist eine chronische Krankheit, die langsam oder rasch fortschreiten kann. Nach Kriterien des U.S. Centers for Disease Control (CDC) muss diese massive Erschöpfung länger als sechs Monate anhalten, zusätzlich treten Schmerzen ohne bekannte Ursache auf, etwa Muskelschmerzen, Kopfschmerzen oder Halsschmerzen. Typisch sind zusätzlich Konzentrationsprobleme.

Chronisches Erschöpfungssyndrom – der Test gibt Hinweise

Auf den ersten Blick ist es dann nicht ganz einfach zu erkennen, ob es sich nur um Erschöpfung, etwa durch zu viel Arbeit handelt, oder ob ein Chronisches Erschöpfungssyndrom vorliegt. Ein Biomarker, der bei der Diagnose dieser Krankheit hilft, wurde bis jetzt noch nicht entdeckt. Es gibt also keinen CFS-Bluttest.

Allerdings gibt es einen Fragenkatalog, der als Test für das Chronische Erschöpfungssyndrom gilt. Dabei wird nach der Erschöpfung durch Belastungen, Schlafstörungen, Schmerzen und anderen Symptomen gefragt. Den Test gibt es etwa bei Fatigatio e.V., dem Bundesverband für Chronisches Erschöpfungssyndrom. Den Link finden Sie unten.

Diagnose von CFS durch den Arzt

Wer den Verdacht hat, an CFS zu leiden, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen. Neben einem Fragenkatalog kann dieser per Ausschlussdiagnose das Chronische Erschöpfungssyndrom feststellen. Das bedeutet, andere Ursachen müssen ausgeschlossen sein, wie Multiple Sklerose , Herz- und Leberkrankheiten, Fibromyalgie, Krebs oder schwerwiegende psychische Erkrankungen.

Weil die Diagnose so schwierig ist, gibt es übrigens keine genauen Zahlen zu CFS in Deutschland. Überträgt man die Patientenzahlen, die in den USA dokumentiert sind, auf Deutschland, handelt es sich vermutlich um mindestens 300.000 Menschen, davon mehr Frauen als Männer. Vor allem im Alter zwischen 20 und 50 Jahren tritt CFS auf.

Behandlungsmöglichkeiten beim CFS – bloß kein Sport!

Während bei anderen Erschöpfungszuständen Ärzte oft zu langen Spaziergängen raten sowie moderatem Sport, bewirkt Bewegung bei CFS nur das Gegenteil. Ärzte empfehlen deswegen "Pacing", das bedeutet, die täglichen Belastungen an die neue Lebenssituation anzupassen. Dazu gehören:

  • Ein gesunder Lebensstil, mit vernünftiger, vitaminreicher Ernährung,
  • der Verzicht auf Alkohol und Nikotin,
  • lange Ruhepausen und
  • Stressvermeidung, keine körperlichen und seelischen Belastungen.

Falls Schmerzen vorliegen, sind entsprechende Medikament sinnvoll. Ein wirksames Arzneimittel gegen das Chronische Erschöpfungssyndrom, das die massive Müdigkeit nimmt und wieder fit macht, gibt es jedoch noch nicht. Manche Betroffene profitieren jedoch von Vitaminen, etwa B-Vitaminen, auch als Injektion, sowie dem Coenzym Q 10.

Ergänzend kann auch eine Verhaltenstherapie hilfreich sein, um sich mit der chronischen Krankheit zu arrangieren.

Neue Therapien bei Chronischem Erschöpfungssyndrom

Die Forschung, um CFS am besten zu heilen, geht jedoch weiter. So könnte das Krebsmedikament Rituximab wirken. Das Mittel richtet sich gegen bestimmte Zellen, die nicht nur bei manchen Krebsformen, sondern auch bei Autoimmunkrankheiten eine Rolle spielen. Zusätzlich laufen Tests, ob eine spezielle Form der Blutwäsche Fatigue mildern könnte.

Betroffene sowie ihre Angehörigen und Freunde hoffen, dass sich damit die Behandlung von CFS endlich verbessert. Denn bisher ist die Aussicht auf Heilung schlecht, viele der Betroffenen bleiben über Jahre hinweg krank, nur wenige erholen sich wieder. Dabei leiden sie auch psychisch, denn in der Öffentlichkeit wird das Chronische Erschöpfungssyndrom oft nicht ganz ernst genommen, weil sich die Krankheit eben nicht eindeutig nachweisen lässt, wie etwa Krebs, Herzinsuffizienz oder Rheuma.

Hilfreich sind deshalb folgende Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen:

Mehr zu den Studien zum Chronischen Erschöpfungssyndrom lesen Sie hier. Den oben genannten Test können Sie hier herunterladen.

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