18.05.2018

Entspannter unterwegs Diese Mittel helfen gegen Reisekrankheit

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Unter Reisekrankheit (Kinetose) versteht man Symptome, die durch Störungen des Gleichgewichtssinns entstehen.

Foto: iStock/gruizza

Unter Reisekrankheit (Kinetose) versteht man Symptome, die durch Störungen des Gleichgewichtssinns entstehen.

Es passiert nicht nur auf hoher See, auch im Auto oder Flugzeug kämpfen viele Urlauber mit Übelkeit und Unwohlsein. Aber gegen die Reisekrankheit lässt sich etwas tun.

Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude steigt – eigentlich sollte jetzt die schönste Zeit des Jahres beginnen – aber eine Kinetose, wie die Reisekrankheit in der Medizin heißt, macht vielen die Urlaubsreise zur Qual. Ob Flugzeug, Auto oder Schiff, das Unwohlsein kann jederzeit und in jedem Transportmittel auftreten. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung können Sie beruhigt in die Ferien starten – ganz ohne Übelkeit, Schwindel und Müdigkeit.

Das sind die typischen Symptome der Reisekrankheit

"Typische Symptome sind Müdigkeit, kalte Schweißausbrüche, Herzklopfen und Übelkeit bis hin zum Erbrechen", sagt Dr. Steffen Knopke, HNO-Oberarzt an der Charité Berlin. Menschen zwischen zwei und 50 Jahren werden am häufigsten reisekrank, Babys und Senioren seltener. Und Frauen sind generell anfälliger für Kinetosen als Männer.

So entsteht die Übelkeit

Verantwortlich für die Reisekrankheit ist eine Art Sinneskonflikt. "Meist passt das, was wir sehen, nicht zu dem, was unser Gleichgewichtsorgan im Innenohr meldet", sagt Dr. Knopke. Wir spüren also etwa auf dem Schiff die Wellenbewegungen, während unsere unmittelbare Umgebung unbewegt erscheint.

Außerdem können bestimmte Faktoren verstärkend wirken. "Eine Kinetose kann durch psychische Faktoren verstärkt oder gemildert werden", erklärt Dr. Knopke. So spielt auch eine Rolle, welche Reiseerfahrungen wir gemacht haben und ob wir uns in der Luft oder zu Wasser generell unwohl fühlen.

Der richtige Proviant

Testen Sie, was Ihnen guttut: Manche Reisende schwören auf trockene Snacks wie Zwieback, Cracker und Salzstangen. Bei vielen Betroffenen ist der Histamin-Spiegel erhöht. Vitamin C (z. B. in Beeren, Paprikastreifen) kann Studien zufolge helfen, diesen zu senken und so die Symptome lindern. Kandierter Ingwer und Fencheltee beruhigen einen gereizten Magen.

Transportart wählen

Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug bewegen sich weniger stark als ein Schiff – das Gleichgewichtsorgan wird weniger gereizt. Aber auch Gerüche und Enge können Kinetosen verstärken. Dr. Knopke sagt: "Letztendlich ist es individuell unterschiedlich, wo wir uns am wohlsten fühlen."

Leiden Sie oft unter Schwindelattacken? Informieren Sie sich über die möglichen Ursachen von Schwindel.

Vorbereitung hilft

Dr. Knopke rät: "Langsam rantasten und gut informieren." Wer also einen Segeltörn plant, sollte vorher schon Übungszeit auf dem Wasser verbringen. Und: Informiert man sich vorab, welche Turbulenzen und körperlichen Symptome aufgrund der Reisekrankheit unterwegs auftreten können, werden diese als weniger schlimm empfunden.

Wird Mitreisenden übel: Erklären Sie, was da gerade im Körper abläuft und wie ungefährlich das ist. "Ängste abbauen hilft", sagt Dr. Knopke.

An diesen Symptomen erkennen Sie, ob Sie an einer Angstörung leiden.

Hinten sitzen

Im Flugzeug oder auf dem Schiff einen Platz weit hinten suchen, sodass man viel Raum vor sich hat. Am besten Sitzplatz mit Ausblick wählen. Auch frische Luft tut gut. Nicht lesen.

Akupressur

Die Traditionelle Chinesische Medizin behandelt Magenprobleme mit Druckpunkt-Massagen: An der Innenseite des Handgelenks liegt ein Druckpunkt, den Sie bei Übelkeit sanft massieren sollten. Spezielle Armbänder (z. B. das SEA-Band, Apotheke) üben den Druck dauerhaft aus. Auch für Schwangere und Kinder geeignet. An beiden Armen tragen!

Medikamente gegen die Reisekrankheit

Zeigt die Reisekrankheit starke Symptome, können vor Reiseantritt Scopolamin-Pflaster (rezeptpflichtig) aufgeklebt werden. Die gängigsten Mittel gegen Reiseübelkeit sind Antihistaminika (z. B. Kaugummis oder Tabletten). Dr. Knopke warnt: "Diese machen aber auch müde. Fahrer dürfen sie also nicht einnehmen."

Die Reisekrankheit kann im schlimmsten Fall sogar zu Depressionen führen. Informieren Sie sich auf unserer Themenseite, wo Sie bei einer psychischen Erkrankung Hilfe suchen können.

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