18.05.2018

Verdauungsproblemen vorbeugen Die richtige Ernährung bei Reizdarm

Bei einem Reizdarmsyndrom sollten Sie Ihrem Körper und vor allem Ihrer Verdauung Ruhe gönnen. Bestimmte Teesorten, wie zum Beispiel Fenchel. Anis- oder Kümmeltee wirken kramplösend.

Foto: iStock / kupicoo

Bei einem Reizdarmsyndrom sollten Sie Ihrem Körper und vor allem Ihrer Verdauung Ruhe gönnen. Bestimmte Teesorten, wie zum Beispiel Fenchel. Anis- oder Kümmeltee wirken kramplösend.

Das Reizdarmsyndrom kann für Betroffene sehr belastend sein. Die Verdauungsstörung ist unheilbar, doch die richtige Ernährung kann Beschwerden lindern. Lernen Sie die magenschonende Low-FODMAP-Diät kennen.

Immer mehr Menschen leiden heutzutage unter Magen-Darm-Beschwerden, wie Bauchschmerzen und Blähungen. Eine häufige Diagnose in diesem Zusammenhang ist Reizdarm. Um die 16 Prozent der Bevölkerung sollen vom Reizdarmsyndrom betroffen sein. Ob das die tatsächliche Zahl widerspiegelt oder ob die Dunkelziffer noch viel höher ist, ist unklar.

Klar ist, dass es sich bei Reizdarm um eine funktionelle Störung handelt, die für Betroffene eine starke Belastung darstellen kann. Eine Heilmethode für die Verdauungsstörung gibt es allerdings bisher nicht, doch mit der richtigen Ernährung können Reizdarmbeschwerden durchaus gelindert werden.

Was Sie hinsichtlich einer gesunden Ernährung bei Reizdarm beachten sollten, wieso die Low-FODMAP-Diät Beschwerden lindern kann und welche Nahrungsmittel Sie unbedingt meiden sollten, erfahren Sie hier.

Ernährung bei Reizdarm: Was ist das Reizdarmsyndrom?

Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Blähungen, Übelkeit bis hin zu Durchfall oder auch Verstopfung sind einige der Beschwerden, die bei Reizdarm auftreten können. Beim Reizdarmsyndrom handelt es sich um eine funktionelle Störung des Verdauungstraktes. Das „Gute“ daran ist, dass Reizdarm grundsätzlich nicht gefährlich ist. Aber natürlich können die Symptome für Betroffene stark belastend sein und auf Dauer weitere Beschwerden mit sich bringen.

Die Beschwerden bei Reizdarm sind breit gefächert und die Selbstdiagnose ist schnell gestellt. Allerdings sollten Sie den Verdacht auf Reizdarm unbedingt mit einem Arzt abklären, sodass mögliche andere Beschwerdeursachen, wie Darmerkrankungen, Infekte oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, ausgeschlossen werden können.

Den Darm beruhigen

Für Reizdarm gibt es bisher noch keine Heilmethode. Das liegt unter anderem daran, dass die Ursachen verschieden sein können. So kann eine gestörte Darmflora zu Reizdarm führen, genauso wie ein Magen-Darm-Infekt und auch Stress sowie psychische Erkrankungen werden immer häufiger als Ursache in Betracht gezogen. Fakt ist, dass bei Reizdarm der Darm schnell gereizt ist, sprich: er reagiert viel stärker und empfindlicher auf Nahrung.

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Daher ist es bei Reizdarm wichtig, Nahrungsmittel zu wählen, die den Darm nicht reizen, sondern beruhigen. Im Rahmen von Studien wurde eine Ernährungsweise entdeckt, die dies bezwecken und die Reizdarmbeschwerden lindern soll. Dabei handelt es sich um die Low-FODMAP-Diät.

Beschwerden im Darm? .

Was bedeutet "Low" FODMAP?

FODMAP ist die Abkürzung für "fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole". Klingt erst einmal kompliziert, ist jedoch nichts anderes als bestimmte Zuckerarten sowie Zuckeralkohol, die den Darm von Reizdarm-Betroffenen besonders stark reizen können. Nun könnten Sie schnell in Betracht ziehen, dass die Lösung für Reizdarm eine Low-Carb, also eine kohlenhydratarme Ernährungsweise sein müsste, da Kohlenhydrate am Ende Zucker sind.

Eine Low-Carb-Ernährung ist allerdings nicht notwendig, da nicht alle kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel "FODMAPS" enthalten. Die Lösung lautet vielmehr Low-FODMAP, also eine Ernährung mit Verzicht auf ganz bestimmte Nahrungsmittel, die den Darm reizen können.

Reizdarm & Low-FODMAP: Diese Nahrungsmittel meiden

Die Low-FODMAP-Diät, die sich bei Reizdarmsyndrom empfiehlt, bedeutet, dass Nahrungsmittel, die einen hohen Gehalt an den sogenannten FODMAPs haben, gemieden werden sollten. Doch welche Lebensmittel sind das?

Zu den Nahrungsmitteln mit hohem FODMAP-Gehalt zählen:

  • Weiß- und Vollkornmehlprodukte aus Weizen, Gerste, Roggen
  • Bestimmte Süßungsmittel wie Fruktose, Glukokose-Fruktose-Sirup, Maissirup, Agavensirup, raffinierter Zucker und auch Honig sowie daraus hergestellte Produkte, wie Süßwaren
  • Bestimmte Obstsorten, vor allem Steinobst sowie Apfel, Birne, Brombeeren
  • Bestimmte Gemüsesorten, vor allem Kohl sowie Zwiebelarten
  • Bestimmte Nüsse, vor allem gesalzene Nusskerne
  • Diverse Getränke, wie Softdrinks, Fruchtsaft, Kaffee, Schwarztee sowie Alkohol
  • Wurst, fettreiches Fleisch, paniertes und frittiertes Fleisch
  • Scharfe Gewürze, wie Chili, Curry, Cayenne sowie Zwiebel- und Knoblauchpulver
  • Laktosereiche Produkte wie Milch, Buttermilch, Sahne, weiche Käsesorten
  • Generell auch Fertiggerichte und Fertigprodukte, Süßigkeiten, Convenience- und Fast-Food sollten gemieden werden

Bei der Low-FODMAP-Diät wird sechs bis acht Wochen lang auf Lebensmittel mit hohem FODMAP-Gehalt verzichtet. Danach werden nach und nach bestimmte Nahrungsmittelgruppen wieder eingeführt, um individuell herauszufinden, welche Lebensmittel zu verstärkten Reizdarm-Symptomen führen.

Wichtig: Um durch den Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel keine Mangelerscheinungen zu erzeugen, sollte die Low-FODMAP-Ernährung bei diagnostiziertem Reizdarm unbedingt in Absprache mit einem Arzt und auch Ernährungsberater stattfinden.

Lesen Sie hier, wie ein gesunder Darm zu mehr Wohlbefinden führen kann.

Ballaststoffe helfen bei Reizdarm

Es ist wichtig, dass eine Low-FODMAP-Ernährung nicht zu einer Low-Carb-Diät wird, denn tatsächlich können Ballaststoffe, die in kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln vorkommen, bei Reizdarm helfen. Vor allem, wenn der Reizdarmbetroffene unter Verstopfungen leidet, regen Ballaststoffe die Darmtätigkeit an.

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Fazit: Low-FODMAP-Ernährung kann Reizdarm lindern

Auch wenn Reizdarm grundsätzlich nicht gefährlich ist und bisher auch noch nicht heilbar, so ist die Störung des Darmtraktes doch eine immense Belastung für Betroffene. Durch die richtige Ernährungsweise, dazu zählt die sogenannte Low-FODMAP-Diät, können Beschwerden gelindert werden.

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Falls Sie unter Verstopfung leiden oder Probleme mit der Verdauung haben, schauen Sie doch mal auf unseren Themenseiten vorbei. Und hier finden Sie Infos zum Thema Low Carb und zu vielseitigen Diätkonzepten.

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