20.04.2018

Unterschätzte Geschlechtskrankheit Trichomonaden durch Sex – Symptome und Therapie

Trichomonaden sind eine Geschlechtskrankheit, die besonders Frauen betrifft.

Foto: iStock/bymuratdenzi

Trichomonaden sind eine Geschlechtskrankheit, die besonders Frauen betrifft.

Vor allem Frauen sind gefährdet, sich bei ungeschütztem Sex mit Trichomonaden anzustecken. Was Sie über die Krankheit, Anzeichen und Behandlung wissen sollten.

Diese Geschlechtskrankheit geht vor allem die Damenwelt etwas an: Rund zwei Drittel der Infizierten sind nämlich Frauen. Bei Männern läuft die Krankheit oft fast symptomlos ab. Das ist fatal, denn sie können sie trotzdem übertragen. Weil eine Infektion mit Trichomonaden nicht meldepflichtig ist, gibt es keine genauen Zahlen.

Ausgelöst wird die Infektion durch den Parasiten Trichomonas vaginalis. Dabei handelt es sich um winzige Geißeltierchen, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Sie siedeln sich in der Scheide und der Harnröhre an. Dort können sie lange überleben, weil die Feuchtigkeit und der mäßig saure pH-Wert für die Erreger ideal sind.

Trichomonaden – die Symptome bei Frau und Mann

Von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome dauert es bei der Frau bis zu drei Wochen. Die typischen Anzeichen von Trichomonaden sind:

Bei Mann kommt es – wenn überhaupt – nur zu leichten Symptomen, wie:

  • leichtes Brennen beim Wasserlassen und beim Samenerguss
  • grünlich-gelber Ausfluss aus der Harnröhre (selten)
  • Juckreiz im Genitalbereich

Bei jedem dieser Anzeichen sollten Sie zu einem Arzt gehen. Der Ansprechpartner ist der Gynäkologe oder – für Männer – der Urologe.

Therapie von Trichomonaden mit Antibiotika

Der Arzt nimmt einen Abstrich aus der Scheide oder, beim Mann, aus der Harnröhre. Unter dem Mikroskop kann er die typischen Trichomonaden-Erreger an ihrer birnenähnlichen Form und den zappelnden Bewegungen erkennen.

Die Behandlung von Trichomonaden erfolgt in der Regel mit Antibiotika, etwa Metronidazol, Ornidazol, Tinidazol und Nimarazol. Laut der Leitlinien werden die Medikamente für eine Woche, oder in höherer Dosis als einmalige Stoßtherapie, gegeben. Zusätzlich sollte der Partner mit behandelt werden, damit es nicht zu einem Ping-Pong-Effekt kommt. Dabei steckt der Mann die Frau erneut an. Sicherheitshalber sollte der Arzt nach Abschluss der Behandlung kontrollieren, ob die Parasiten tatsächlich verschwunden sind.

Wie alle anderen Geschlechtskrankheiten, etwa Syphilis oder Tripper, sollten Sie Trichomonaden nicht selbst, etwa mit vermeintlich wirksamen Hausmitteln wie Essig, Teebaumöl oder Joghurt, behandeln. Diese Hausmittel wirken nicht gegen die Parasiten, können jedoch die Intimflora verändern und teilweise zu schweren Reizungen führen. Joghurt ist dabei noch am harmlosesten, hat aber ebenfalls keinerlei Wirkung auf die Trichomonaden. Deshalb sollten Sie auf jeden Fall die vom Arzt verschriebenen Medikamente einnehmen und in Zukunft bei einem neuen Partner ein Kondom benutzen, um erneute Infektionen zu verhindern.

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