07.03.2018

Viren-Alarm Grippe oder Erkältung? Ähnliche Symptome, andere Krankheit

Mo, 05.03.2018, 14.25 Uhr

Grippe oder Erkältung? So unterscheidet man die Erkrankungen

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Der Hals kratzt, der Kopf brummt: Grippe und Erkältung kommen oft mit ähnlichen Symptomen daher – nur verläuft die eine in der Regel viel heftiger als die andere. Wo die Unterschiede liegen.

Gerade wenn sie wieder herumgeht, die Grippewelle, fragen sich viele erst einmal, woran sie eigentlich leiden. Ausgewachsene Grippe oder tatsächlich "nur" eine Erkältung? Denn so ähnlich manche Symptome sind, so unterschiedlich verlaufen die Krankheiten – auch in ihrer Schwere.

So lässt sich eine Erkältung eigentlich immer ganz gut mit Hausmitteln bekämpfen. Eine Grippe hingegen kann nicht unwesentlich schwerer verlaufen.

Habe ich Grippe oder Erkältung? Die Erreger sind der Schlüssel

Die Verwirrung kommt nicht von ungefähr. Denn eine Erkältung wird häufig als "grippaler Infekt“ bezeichnet. Und der kann ebenfalls sehr unangenehm werden. Der Unterschied zu einer richtigen Grippe ist aber da. Die Influenza, wie die Grippe im medizinischen Fachbereich heißt, wird nämlich durch eine andere Art von Erregern ausgelöst, den so auch benannten Influenza-Viren.

Hinter einer Erkältung können dagegen verschiedene Erreger stecken – zwar meist auch Viren, aber aus unterschiedlichen Stämmen: Wenn bei Ihnen Adenoviren, Enteroviren, Rhinoviren oder auch Parainfluenzaviren diagnostiziert werden, leiden Sie wahrscheinlich an einer Erkältung. Fast 200 verschiedene Erreger gibt es dabei – manche treten eher im Winter, andere im Sommer auf.

Viele Symptome gleich – und doch ist die Grippe anders

Das Problem, warum es immer wieder – auch beim Arzt – zu Verwechslungen kommt, sind die Symptome. Denn die können durchaus sehr ähnlich sein. Laufende Nase, Halskratzen, Kopfschmerzen… Und dennoch gibt es ein paar Unterschiede.

Der Krankheitsbeginn: Die Grippe schlägt plötzlich zu

Wo sich eine Erkältung oft schleichend bemerkbar macht – der Hals fängt an zu kratzen, die Nase geht zu, man fühlt sich "irgendwie nicht so richtig wohl“ – kommt eine Grippe in der Regel plötzlich. Und zwar mit dem vollen Programm: Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, das typische Gefühl, "vom LKW überrollt worden zu sein".

Gerade Fieber ist ein Symptom, das bei der Erkältung eher selten vorkommt. Erhöhte Temperatur bis 38,5 °C dürfte sich auch hier in harten Fällen messen lassen. Darüber liegende Temperaturen deuten aber auf Grippe hin. Gleichzeitig fühlen Sie sich bei Grippe oft viel müder und abgeschlagener, manchmal kommen Schüttelfrost und Schweißausbrüche dazu.

Schnupfen hingegen gibt’s bei der Influenza selten, bei Erkältung hingegen gehört die verstopfte bis laufende Nase zum Standardrepertoire.

Ähnliche Symptome aber sind Halsschmerzen und trockener Reizhusten – der kann bei beiden Krankheitsbildern - Grippe oder Erkältung - auftreten.

Der Verlauf: Grippe kann langwierig werden

Bei einer Erkältung sagt der Volksmund gerne: "Kommt drei Tage, bleibt drei Tage, geht drei Tage.“ Dabei kann eine Erkältung auch recht schnell wieder vorbeigehen, die schlimmsten Symptome klingen meist nach wenigen Tagen wieder ab.

Eine Grippe hingegen kann Sie durchaus eine Woche ans Bett fesseln. Manche werden die Symptome über Wochen hinweg nicht richtig los.

Nicht jede Grippeinfektion aber schlägt hart zu. Manchmal fehlen Symptome und der Krankheitsverlauf ist nicht so schlimm. Sollten Sie aber plötzlich auftretende Kopf- und Gliederschmerzen verspüren sowie Fieber bekommen, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Das Problem mit der Impfung

Eigentlich ist eine Grippe-Impfung sinnvoll, auch wenn immer wieder Leute klagen, sie bringe nichts. Das Problem, gerade zurzeit, ist aber, dass auch das Influenza-Virus in verschiedenen Arten, sogenannten Stämmen, auftreten kann. Zuletzt kursierte vor allem der sogenannte B-Erreger der Yamagata-Linie. Gegen diesen B-Virus ist der aktuell gängige Impfstoff, ein Dreifach-Impfstoff, wirkungslos. Daher kann das Virus zurzeit auch so stark zuschlagen. Den helfenden, aber auch teureren Vierfach-Impfstoff gibt es zwar, dieser ist gesetzlich aber nicht vorgeschrieben – und wird damit von den gesetzlichen Krankenkassen nur in Ausnahmefällen, also bei chronisch kranken, Schwangeren und Personen ab 60 Jahren übernommen.

Die Grippeimpfung kann, wie jede Impfung, auch Nebenwirkungen mit sich bringen. Sie sollten also vorher Nutzen und Risiko gegeneinander abwägen bzw. mit Ihrem Arzt über die Vor- und Nachteile sprechen.

Gegen einen grippalen Infekt, also eine einfache Erkältung schützt die Grippe- Impfung übrigens nicht – denn die schlägt wirklich nur bei Influenza-Viren an.

Ob Grippe oder Erkältung: Ruhe halten und auskurieren!

Egal ob Sie nun unter einer Grippe oder Erkältung leiden, bei beiden Erkrankungen aber gilt: Schonen Sie sich! Denn auch wenn Sie sich bei einer Erkältung vielleicht ein wenig besser fühlen, die Krankheit geht schneller zurück, wenn Sie sich ausruhen. Denn Ihr Immunsystem ist geschwächt und damit anfällig für andere Krankheiten. Auch sind Sie ansteckend. Mehr zum Thema Erkältung hält übrigens unsere Themenseite für Sie bereit.

Gegen Schnupfen gibt es ein paar wirksame Hausmittel, bei stärkeren oder länger andauernden Beschwerden sollten Sie aber nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen.

Wie Sie sich vor einer Ansteckung am besten schützen, erfahren Sie im Video:

BdF_5 Tipps zum Schutz vor Infektionen

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