Aktualisiert: 22.01.2020 - 12:12

Häufige Nervenkrankheit Parkinson – die ersten Symptome beachten

Eines der bekanntesten Symptome von Parkinson ist das Muskelzittern in Ruhe.

Foto: iStock/KatarzynaBialasiewicz

Eines der bekanntesten Symptome von Parkinson ist das Muskelzittern in Ruhe.

Parkinson können Betroffene bereits früh an einigen Anzeichen erkennen. Spätestens aber, wenn die vier typischen Symptome auftreten, sollten sie zum Arzt.

Schauspieler Michael J. Fox, Papst Johannes Paul II., der bayerische Kabarettist Ottfried Fischer, Sängerlegende Neil Diamond und zuletzt Rocker Ozzy Osbourne: Eine ganze Reihe von Prominenten leidet an Parkinson, wegen der Symptome auch oft als Schüttellähmung bezeichnet. Ursache der bisher unheilbaren Nervenkrankheit ist, dass sich die schwarze Substanz im Gehirn verändert. Das ist die Region, in der Nervenzellen den Botenstoff Dopamin bilden. Sie sterben langsam ab und es kommt deshalb zu einem Dopaminmangel mit deutlichen Folgen.

Parkinson: Riechstörung als wichtigstes Symptom im Frühstadium

Dopamin ist im Körper unter anderem dazu da, Bewegungen zu steuern. Fehlt es, können nicht mehr genügend Informationen zwischen Gehirn und Bewegungsapparat ausgetauscht werden, wodurch es zu Bewegungsstörungen kommt.

Dabei sind es nicht nur hochbetagte Menschen, die Parkinson bekommen. Jeder zehnte Parkinson-Patient ist unter 40. Die Krankheit beginnt schleichend, weil die Nervenzellen im Gehirn nur langsam weniger werden. Die unspezifischen Frühsymptome sind:

  • Gerüche werden nicht mehr richtig wahrgenommen (Riechstörung; tritt schon Jahre vor dem Einsetzen der motorischen Störungen auf)
  • Schlafstörungen wie Albträume
  • Müdigkeit
  • Vergesslichkeit
  • nur noch leises Sprechen
  • chronische Verstopfung (Magen-Darm-Nerven werden bei Morbus Parkinson geschädigt)
  • Feinmotorik wird schlechter, das zeigt sich etwa beim Schreiben oder Zuknöpfen von Hemden/Blusen

Nicht nur Zittern: Die vier wichtigsten Symptome bei Parkinson

Nach Monaten bis Jahren treten dann folgende Parkinson Symptome auf:

  • Muskelsteifheit (Rigor)
  • Bewegungsverlangsamung (Bradykinese)
  • Muskelzittern in Ruhe (Tremor; das Zittern betrifft meist nur eine Körperhälfte, manchmal beide). In Ruhesituationen beginnen Arme und Beine zu zittern, daher auch der Name Schüttellähmung.
  • Der Körper kann nicht mehr aufrecht gehalten werden.

Bei jedem dieser Anzeichen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wer sichergehen will, kann das auch bereits bei den Frühanzeichen tun.

Diagnose: Körperliche und neurologische Tests

Ansprechpartner ist der Hausarzt. Er kann in einer ausführlichen Anamnese bereits abklären, ob der Verdacht auf Parkinson oder eine andere Nervenerkrankung besteht. In diesem Gespräch fragt der Arzt nach den Symptomen, wann sie zum ersten Mal auftraten, wann sie stärker werden und wann schwächer. Gibt es dabei Hinweise auf eine neurologische Erkrankung, überweist der Hausarzt zum Facharzt.

Der Neurologe wird körperliche und neurologische Untersuchungen durchführen, um die Diagnose Parkinson stellen zu können – oder auszuschließen. Zur Diagnose gehören etwa Nervenfunktionsprüfungen wie Tests der Reflexe und der Sensibilität. Allerdings gibt es keine biologischen Marker, die erlauben, Parkinson eindeutig nachzuweisen.

Bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) helfen dabei, andere Erkrankungen des Gehirns auszuschließen, etwa einen Tumor.

Parkinson-Test: Kontrollierte Einnahme von L-Dopamin

In vielen Fällen ist der sogenannte Parkinson-Test (L-Dopa-Test) wichtig für die Diagnose. Der Patient muss dabei unter Kontrolle ein L-Dopamin-Medikament einnehmen. Liegt Parkinson vor, gleicht das Medikament den Mangel an Dopamin kurzfristig aus und die Beschwerden werden deutlich schwächer.

Diagnose Parkinson: Krankheit ist nicht heilbar – aber behandelbar

Die Diagnose Parkinson ist für Betroffene und deren Familien nicht einfach. Zwar gibt es noch kein Heilmittel gegen Schüttellähmung, dafür aber viele weitere Hilfsmöglichkeiten. Mittlerweile gehört Morbus Parkinson zu den gut behandelbaren neurologischen Erkrankungen. sowie neue Medikamente, darunter Tiefe Hirnstimulation oder Dopaminantagonisten konnten in der Behandlung große Fortschritte erzielt werden, so dass zumindest die Symptome bei Betroffenen so gut behandelt werden können, dass die Einschränkungen im Alltag nicht allzu schwerwiegend ausfallen und ein selbstbestimmtes und vor allem aktives Leben möglich ist. Wie so oft gilt hier: Je früher behandelt, desto besser.

Ansprechpartner, Selbsthilfegruppen und Parkinsonexperten finden Sie hier.

Parkinson ist trotz teilweise ähnlicher Symptome nicht zu verwechseln mit Rheuma oder Demenz. Mehr dazu finden Sie auf unseren Themenseiten.

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