14.02.2018

Jede Minute zählt Erste Hilfe bei Schlaganfall – wie Sie das Richtige tun

Die Erste Hilfe beim Schlaganfall beinhaltet, unbedingt den Rettungsdienst unter der 112 zu rufen und zu versuchen den Betroffenen zu beruhigen.

Foto: iStock/Jan-Otto

Die Erste Hilfe beim Schlaganfall beinhaltet, unbedingt den Rettungsdienst unter der 112 zu rufen und zu versuchen den Betroffenen zu beruhigen.

Schlaganfall kann sogar junge Menschen treffen. Die richtige Erste Hilfe ermöglicht, dass der Schlaganfall möglichst ohne Folgen bleibt. Was Sie wissen sollten.

Bei der Arbeit, im Auto, beim Einkaufen oder zu Hause: Ein Schlaganfall kommt meist "schlagartig" und immer öfter erleiden ihn auch jüngere Personen – vor allem Frauen. Ursache ist meist ein Zusammentreffen mehrerer Risikofaktoren, etwa Übergewicht, Rauchen und die Pille.

Mit Erster Hilfe das Risiko für Schlaganfallfolgen verringern

In der Mehrzahl der Fälle kann zwar das Schlimmste verhindert werden: Dank der modernen Medizin verlaufen immer weniger Schlaganfälle tödlich. Doch wird ein Schlaganfall überlebt, kann es auch zu dramatischen Folgen kommen: Oft jahrelange Lähmungen und Behinderungen, etwa beim Sprechen, Essen, Gehen.

Erste Hilfe bei Schlaganfall – so rasch wie nur möglich

Verhindern lässt sich das mit möglichst rascher Erster Hilfe beim Schlaganfall und entsprechender Therapie danach. Dabei gilt "Time is Brain" – je schneller die Behandlung gestartet wird, desto geringer ist der Schaden im Gehirn. Das bedeutet: Schon bei den ersten Anzeichen eines Schlaganfalls den Rettungsdienst unter der Nummer 112 alarmieren. Die 112 gilt ohne Vorwahl europaweit und ist kostenfrei.

Diese Maßnahmen gehören zur Ersten Hilfe bei Schlaganfall

Danach sollten Sie zur Ersten Hilfe bei einem Schlaganfall – lesen Sie hier die sieben typischen Anzeichen dafür – folgende Maßnahmen ergreifen, wie sie die Deutsche Schlaganfall-Hilfe empfiehlt:

  • Lassen Sie den Betroffenen nicht allein, sprechen Sie mit ihm, beruhigen Sie ihn und sagen Sie ihm, dass ärztliche Hilfe unterwegs ist. Machen Sie das, auch wenn der Patient bewusstlos ist.
  • Bei Bewusstlosigkeit bringen Sie ihn in eine stabile Seitenlage. Dazu den Kranken auf die Seite legen. Der Nacken sollte etwas überstreckt sein, damit der Patient gut durchatmen kann. Außerdem sollte das untere Bein ausgestreckt liegen, das obere dagegen etwas angewinkelt sein, wie das Deutsche Rote Kreuz in seiner Anleitung zur stabilen Seitenlage beschreibt. Den Link finden Sie unten.
  • Ist der Betroffene bei Bewusstsein, lagern Sie ihn so, dass der Oberkörper leicht erhöht ist, etwa mit einem Kissen.
  • Lockern Sie beengende Kleidung und entfernen Sie vorsichtig Zahnprothesen.
  • Achten Sie auf die Atmung und gegebenenfalls auch den Puls.
  • Falls die Atmung aussetzt und/oder der Puls nicht mehr zu spüren ist, legen Sie den Patienten flach auf den Rücken und beginnen Sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage, Atemspende), bis der Rettungsdienst kommt.
  • Geben Sie dem Patienten keine Tabletten.

Wichtig: Oft heißt es, dass dem Betroffenen ein Glas Wasser oder sogar Tabletten zum Verdünnen des Blutes gereicht werden soll. Vermeiden Sie das bitte: Manchmal liegt bei einem Schlaganfall eine Schluckstörung vor.

Oberste Priorität sollte der Anruf beim Notarzt und das Beruhigen des Patienten haben. Meist treffen die Rettungskräfte schon wenige Minuten nach dem Alarm ein und nehmen den Patienten mit in die nächste Klinik. Dort stellen die Ärzte fest, ob ein Schlaganfall vorliegt. Sie untersuchen dabei auch, ob ein Blutgerinnsel eine Arterie im Gehirn verstopft oder ein Blutgefäß geplatzt ist. Entsprechend der Ergebnisse leiten die Mediziner dann die passende Therapie ein.

Mehr zum Thema Schlaganfall können Sie in unserem Themenbereich nachlesen.

Die Deutsche Schlaganfall Hilfe und das Deutsche Rote Kreuz inklusive Anleitung der stabilen Seitenlage geben Ihnen zusätzlich weitere wichtige Infos.

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