08.02.2018 - 14:50

Heilpflanze gegen Depression Johanniskraut – wirkt oft besser als ein Antidepressivum

Johanniskraut als Tee hilft bei leichten Depressionen. In höher konzentrierter Form als Kapsel & Co. kann die Heilpflanze sogar mittelschweren Depressionen den Kampf ansagen.

Foto: iStock/rezkrr

Johanniskraut als Tee hilft bei leichten Depressionen. In höher konzentrierter Form als Kapsel & Co. kann die Heilpflanze sogar mittelschweren Depressionen den Kampf ansagen.

Johanniskraut gilt als sanfte Hilfe bei leichten und mittelschweren Depressionen. Es kann aber auch zu Nebenwirkungen kommen. Das sollten Sie darüber wissen .

Johanniskraut spielt in der Volksmedizin schon seit mehr als 2000 Jahren eine wichtige Rolle. Anfangs wurde das goldgelb blühende Kraut vor allem äußerlich zur Behandlung von Wunden und Gelenkschmerzen verwendet. Später entdeckten Heilkundige die wohltuende innerliche Wirkung – bei Verstimmung und Melancholie, so nannte man Depression damals.

Heute gehören Arzneimittel aus Johanniskraut, dessen botanischer Name Hyperikum perforatum ist, zu den beliebtesten sanften Mitteln gegen Depressionen. Denn gerade bei Depressionen möchten viele nicht gleich zu synthetischen Mitteln greifen. Johanniskraut bietet sich in diesen Fällen als leichte, aber trotzdem wirksame Alternative an.

Wirkung von Johanniskraut wissenschaftlich bewiesen

Dass die Heilpflanze tatsächlich vergleichbar gut wie ein Antidepressivum wirkt, haben inzwischen viele Studien festgestellt. Johanniskraut entspannt, ohne müde zu machen, dämpft nicht die Wahrnehmung und macht nicht abhängig.

Demnach wirkt es sogar besser als herkömmliche, verschreibungspflichtige Antidepressiva – und zwar bei leichten und mittelschweren Depressionen. Das zeigt etwa eine Analyse aus 30 Studien zum Thema Johanniskraut.

Die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe in Blüten, Stängel und Blättern von Johanniskraut sind vor allem Hyperforin und Hypericin. Diese natürlichen Substanzen entfalten im Gehirn ganz ähnliche Wirkungen wie synthetische Antidepressiva: Sie gleichen den Mangel an Botenstoffen aus, etwa Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Bei einem Defizit dieser Neurotransmitter – umgangssprachlich Glückshormone – kommt es zu Depressionen und Angst. Hyperforin und Hypericin wirken hier ganz ähnlich wie ein synthetisches Antidepressivum und bringen die Botenstoffe wieder in ihr natürliches Gleichgewicht.

Johanniskraut richtig dosieren – als Kapsel, Tablette, Extrakt und Tee

Damit die Wirkung einsetzt, müssen Sie Johanniskraut in der richtigen Dosierung und über einen längeren Zeitraum einnehmen. Die Wirkung setzt erst frühestens nach zehn Tagen ein. Das ist übrigens auch bei synthetischen Antidepressiva der Fall. Zusätzlich sollte die Tagesdosis bei einer leichten Depression mindestens 500 Milligramm pro Tag betragen. Am besten lässt sich das mit Kapseln, Tabletten oder Extrakt dosieren.

Daneben gibt es gegen mittelschwere Depressionen hoch dosierte Johanniskraut-Produkte. Diese sind allerdings verschreibungspflichtig.

Tee aus Johanniskraut enthält dagegen meist deutlich weniger Wirkstoffe, sodass nur eine ganz milde Wirkung erwartet werden darf. Johanniskraut-Tee eignet sich ideal zur leichten Beruhigung auch tagsüber, wenn etwa Stress zu sehr belastet.

Johanniskraut Nebenwirkung – Vorsicht vor Sonne

Allerdings wirkt Johanniskraut nicht nur da, wo es soll, sondern kann auch zu Nebenwirkungen führen. Die Inhaltsstoffe machen nämlich die Haut lichtempfindlicher. Unter UV-Licht kann es zu einer phototoxischen Reaktion kommen: Die Haut entzündet sich und es entsteht eine Sonnenallergie. Vor allem hellhäutige Menschen sollten deshalb zu Beginn der Therapie mit Johanniskraut dieses Risiko beachten und die Sonne besser meiden.

Daneben kann Johanniskraut auch Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten hervorrufen, etwa der Antibabypille oder blutverdünnenden Mitteln. Falls Sie regelmäßig Arzneimittel und zusätzlich Produkte aus Johanniskraut einnehmen wollen, sollten Sie also vorsichtshalber vorher mit Ihrem Arzt sprechen.

Johanniskrautöl – eine Wohltat für gereizte Haut

Daneben wird übrigens auch gerne das Öl aus Johanniskraut verwendet. Johanniskrautöl, auch als Rotöl bezeichnet, wirkt äußerlich gegen Entzündungen und extreme Hauttrockenhaut. Auch Neurodermitis spricht gut auf Johanniskrautöl an, weil es die Haut beruhigt.

Hier finden Sie die Analyse aus den 30 Studien zum Thema Johanniskraut.

Mehr Infos zu Depression sowie Tipps und Hilfen finden Sie auf unserer Themenseite.

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