26.01.2018

In Darm und Urin E. coli Bakterien: Sie sind oft schuld an Blasenentzündung

Blasenentzündung

Das tut man am besten gegen Blasenentzündung
Mo, 13.08.2018, 14.02 Uhr

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Diese Art Bakterien hat zwei Seiten – sie ist nützlich, kann aber auch Entzündungen auslösen. Was Sie über das Vorkommen von E. coli wissen sollten.

Kolibakterien – so die umgangssprachliche Bezeichnung von E. coli Bakterien – hat jeder: Sie besiedeln die Darmflora von Menschen, aber auch von warmblütigen Tieren. Kommen sie in einem ausgewogenen Verhältnis zu anderen Mikroorganismen vor, sind sie durchaus nützlich. Sie sind sogar unersetzlich, etwa bei der Verstoffwechselung von Vitamin K. Im Darm sind E. coli Bakterien also sinnvoll und ihr Vorkommen richtig.

Bei Blasenentzündung oft E. coli im Urin

Anders sieht es aus, wenn die Bakterien den Darm verlassen und etwa nach oben in die Blase wandern. Das Risiko besteht bei falscher Toilettenhygiene, wenn etwa nach dem Stuhlgang von hinten nach vorne gesäubert wird. Dann entzünden E. coli Bakterien Harnleiter, Blase und Harnröhre. Im schlimmsten Fall wandern sie bis in die Nieren. Vor allem Frauen sind hier gefährdet, weil die Öffnung ihrer Harnröhre näher am Anus ist, als die bei Männern. Zudem ist die Harnröhre bei Frauen kürzer – der Weg für die Bakterien Richtung Blase also kürzer.

Antibiotika gegen E. coli

Bei Verdacht auf Blasenentzündung wird deshalb der Urin auf E. coli getestet. Lässt sich im Urin eine größere Menge nachweisen, ist sicher, dass die Bakterien Auslöser der Blasenentzündung sind. Dann verschreibt der Arzt ein Antibiotikum, das gegen E. coli wirkt.

Sie leiden an Blasenentzündungen? Im Video sehen Sie die besten Hausmittel gegen das Leiden:

Hausmittel gegen Blasenentzündung

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E. coli – nicht alle sind harmlos

Wie andere Bakterien auch, bestehen E. coli nicht nur aus einem Stamm, sondern bilden eine große Familie. Die meisten ihrer Mitglieder sind harmlos und nützlich. So wird etwa E. coli Nissle als Probiotikum verwendet, weil es die Darmwand schützt – wie Sie Ihre Darmflora natürlich wieder aufbauen, lesen Sie hier. Einige wenige E. coli-Stämme machen jedoch krank, Mediziner sprechen von pathogenen Keimen. Dabei handelt es sich etwa um E. coli Bakterien, die vom Rind stammen.

Bei Tieren lösen sie keine Krankheit aus. Gelangen die Keime etwa durch den Mist über die Erde ins Wasser oder durch unsaubere Verarbeitung in Lebensmittel (Milch und Fleisch), verseuchen sie Trinkwasser sowie Essen und machen krank. Das kann zu allerlei Krankheiten von Durchfall bis zu einer Lebensmittelvergiftung führen.

Diese fünf E. coli-Bakterien machen krank

Vor allem in warmen Ländern mit niedrigen Hygienestandards besteht ein Infektions-Risiko bei Nahrungsmitteln, weshalb etwa für die Tropen oft noch die Regel gilt: Kochen, schälen oder einfach nicht essen beziehungsweise trinken. Denn E. coli Bakterien werden erst zerstört, wenn sie mindestens zehn Minuten lang wenigstens 70 Grad Hitze ausgesetzt sind.

Pathogene coli-Bakterien sind:

  • Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) – kann neben massivem Durchfall auch das so genannte hämolytisch-urämische Syndrom mit Blutungen und Nierenversagen auslösen
  • Enterotoxinbildende Escherichia coli (ETEC) – häufigster Auslöser von Reisedurchfall, "Montezumas Rache" genannt
  • Enteroinvasive Escherichia coli (EIEC) – heftiger Durchfall mit Fieber, grassiert ebenfalls eher in den Tropen
  • Enteropathogene Escherichia coli (EPEC) – führt zu Durchfall, der vor allem Säuglinge betrifft. In den Industriestaaten nur noch sehr selten, in Entwicklungsländern nach der Rotavirusinfektion Hauptursache für eine hohe Kindersterblichkeit.
  • Enteroaggregative Escherichia coli (EAEC) – löst Durchfall, Erbrechen und Fieber aus, die Durchfälle kommen oft über Wochen hinweg immer wieder. EAEC ist weltweit für rund fünf Prozent der Brechdurchfälle verantwortlich.

Hinweis am Rande: Geht es bei Ihnen eher in die andere Richtung und Sie leiden an Verstopfung, können Ihnen vielleicht die Infos auf unserer Themenseite helfen.

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