29.12.2017

Wenn Bindegewebe wuchert Fibrom – was ist das und wann muss es entfernt werden?

Wenn eine Frau ein Knötchen in der Brust entdeckt, muss es sich nicht um einen Tumor handeln. Es kann auch ein gutartiges Fibrom, genauer gesagt ein Fibroadenom, dahinterstecken.

Foto: iStock/AtnoYdur

Wenn eine Frau ein Knötchen in der Brust entdeckt, muss es sich nicht um einen Tumor handeln. Es kann auch ein gutartiges Fibrom, genauer gesagt ein Fibroadenom, dahinterstecken.

Meistens sind Fibrome harmlos und die kleinen, gutartigen Tumore stören nur kosmetisch. Doch es gibt auch Krankheiten in diesem Zusammenhang.

Stielwarzen kennt fast jeder: Die winzigen, gestielten Hautwucherungen finden sich vor allem am Hals, an den Augenlidern sowie in Falten wie Achseln und dem Po. Sie sind nicht ansteckend, nicht bösartig, tun nicht weh – es handelt sich dabei einfach um eine Bindegewebewucherung, medizinisch Fibrom.

Der Unterschied zwischen harten Fibromen und Stielwarzen

Dabei unterscheiden Ärzte zwischen weichem und hartem Fibrom. Stielwarzen gehören zu den weichen Fibromen. Bei harten Fibromen handelt es sich um Knötchen, bei denen ebenfalls Bindegewebe unkontrolliert gewachsen ist, sich dabei aber verhärtet hat.

Das harte Fibrom ist etwas dunkler als die hautfarbenen Stielwarzen. Es wächst etwa an Armen und Beinen. Genau genommen sind übrigens auch auffällige Narben Fibrome, weil sich dabei Bindegewebe unnatürlich vermehrt haben kann.

Fibrose und Fibromatose – wenn Fibrome nicht mehr harmlos sind

Wachsen mehrere Fibrome in einem engen Bereich, spricht der Arzt von Fibrose. Vor allem am Hals oder im Gesicht kann das sehr stören. Betrifft die Fibrose Organe, wie etwa die Lunge, kann sie lebensbedrohlich werden. Bei einer Lungenfibrose hat sich Lungengewebe in verhärtetes Bindegewebe verwandelt, die Krankheit ist bis heute noch nicht heilbar.

Auch die sogenannte Fibromatose ist eine ernste Krankheit. Dabei handelt es sich um sehr rasch und aggressiv wachsende Wucherungen des Bindegewebes. Die Fibromatose kann sich in umliegendes Gewebe ausbreiten und dadurch Blutgefäße und Nerven schädigen.

Sonderfall Neurofibromatose

Besonders dramatisch ist dabei eine spezielle, angeborene Form – die Neurofibromatose. Sie entsteht durch eine Störung in der Entwicklung des Embryos. Diese Störung zieht die Bildung von Fibromen nach sich – und zwar in Nervengewebe, Gehirn oder der Haut. Die Krankheit lässt sich nicht heilen. Lösen die Fibrome Beschwerden aus, werden sie nach Möglichkeit operativ entfernt. Doch sie haben leider eine große Tendenz, wieder nachzuwachsen.

Fibroadenom – das Knötchen in der Brust

Daneben bilden sich Fibrome bevorzugt in der Brust. Diese Fibroadenome sind spürbare Knoten, die anfangs oft mit Brustkrebs verwechselt werden. Mit Ultraschall lässt sich jedoch schnell abklären, dass es sich um ein Fibrom handelt, das nur entfernt werden muss, falls es so groß ist, dass es Schmerzen bereitet.

Fibrome vom Hautarzt entfernen lassen

Doch wie sieht es mit den harmloseren Fibromen am Hals oder in der Achsel aus – sollten sie entfernt werden? Das ist nur nötig, wenn sie kosmetisch sehr stören oder so groß sind, dass sie schmerzen – weil sie etwa in der Achsel reiben und durch den Schweiß zusätzlich gereizt werden.

Ansprechpartner ist der Hautarzt. Stielwarzen entfernt er in der Regel mit einem winzigen Schnitt per Schere, größere harte Fibrome mit dem Skalpell oder dem Laser. Je nach Ausmaß des Fibroms ist eine örtliche Betäubung nötig. Eigenmächtig Stielwarzen abzuschneiden, ist dagegen nicht zu empfehlen! Zu groß ist die Gefahr von Infektionen – was wiederum das Bindegewebe zu erneuter Wucherung anregen könnte.

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