17.11.2017

Schmerzen und Blut im Urin Blasenentzündung beim Mann: selten, aber extrem schmerzhaft

Blasenentzündung

Mo, 13.08.2018, 14.02 Uhr
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Nicht nur Frauensache: Eine Blasenentzündung ist beim Mann besonders gefährlich – weil sich die Infektion gern auf andere Organe ausbreitet.

In diesem Fall trifft die erhöhte Schmerzempfindlichkeit, die Männern gern angelastet wird – Stichwort "Männerschnupfen" – definitiv nicht zu: bei der Blasenentzündung, medizinisch Zystitis. Zwar bekommen Männer im Vergleich zu Frauen wesentlich seltener einen Harnwegsinfekt als Frauen. Doch wenn er einmal eintritt, ist das bei Männern immer ein Fall für den Arzt, denn Selbstbehandlung reicht meistens nicht. Und: Zystitis beim Mann ist tatsächlich oft noch schmerzhafter als bei der Frau.

Wieso Männer seltener an Blasenentzündung leiden

Ursache ist die unterschiedliche Anatomie von Frau und Mann, die bei Frauen das Risiko für eine Blasenentzündung stark erhöht:

  • Ihre Harnröhre ist einige Zentimeter kürzer als die von Männern, Bakterien können schneller in die Blase aufsteigen. Beim Mann ist die Harnröhre relativ lang, durchläuft den Penis, und auf dem Weg nach oben vernichtet die lokale Abwehr normalerweise die Keime.
  • Die Harnröhrenöffnung befindet sich bei Frauen zudem nahe dem Anus, Darmbakterien können von dort rasch in die Harnröhre gelangen. Diese Gefahr besteht beim Mann nicht, weil der Abstand zwischen Harnröhrenöffnung und Anus viel größer ist.

Ursachen und Risikofaktoren der Blasenentzündung beim Mann

Die Auslöser einer Zystitis sind bei Mann und Frau im Prinzip identisch, nämlich Darmbakterien und andere Erreger, die im Intimbereich siedeln können:

  • 80 Prozent Darmbakterien wie Escherichia coli
  • zehn Prozent durch Staphylococcus saprophyticus
  • außerdem Enterobakterien wie Proteus mirabilis oder Klebsiellen

Risikofaktoren wie

  • kalte Füße und/oder ein ausgekühlter Unterleib (etwa durch Sitzen auf einer Steintreppe, Schwimmen in kaltem Wasser, nasse Füße)
  • geschwächte Immunabwehr
  • schlechte Intimhygiene, auch nach dem Sex

erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann sich eine Blasenentzündung einfängt.

Doch auch wenn all diese Risikofaktoren nicht beachtet werden: Junge Männer bekommen trotzdem nur sehr selten eine Blasenentzündung, die lange Harnröhre und der Abstand zum Anus schützen sie.

Männer ab 50 besonders gefährdet für Blasenentzündung

Anders ist das bei Männern über 50 Jahren. Viele haben dann bereits eine gutartige Prostatavergrößerung. Die Prostata oder Vorsteherdrüse bildet das Sekret, das die Spermien befördert, und ist außerdem am Testosteronstoffwechsel beteiligt. Weil die Drüse direkt unter der Blase liegt und die Harnröhre umschließt, kann eine vergrößerte Prostata den Harnabfluss stören. Es bleibt Restharn in der Blase, der Keimen einen Nährboden bietet. Eine Blasenentzündung beim Mann ist deshalb oft eines der ersten Symptome einer Prostatavergrößerung.

Anzeichen: Diese Symptome verraten einem Mann, dass er Blasenentzündung hat

Die Anzeichen der Zystitis sind beim Mann ähnlich wie bei der Frau, allerdings sind die Schmerzen viel ausgeprägter. Denn auch die Harnröhre ist entzündet und weil sie beim Mann länger ist als bei der Frau, tut damit auch der Penis weh. Weitere Symptome sind:

  • häufiger Harndrang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Urin riecht unangenehm
  • Urin ist flockig, trüb und/oder dunkler als sonst
  • Ausfluss

Blasenentzündung beim Mann ist besonders gefährlich

Zusätzlich besteht bei Männern das große Risiko, dass durch die Blasenentzündung Komplikationen entstehen. Es können sich weitere Organe entzünden, vor allem die Prostata und die Samenleiter, aber auch Nieren und Nebenhoden.

Deshalb sprechen Ärzte bei Männern meist von einem "komplizierten Harnwegsinfekt". Bei Frauen verläuft die Zystitis dagegen im Großteil der Fälle unkompliziert.

Die Anzeichen, dass sich beim Mann eine Blasenentzündung ausgebreitet hat, sind:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Blut im Urin

Bereits bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung sollten Männer deshalb am besten direkt zum Urologen gehen und nicht abwarten, bis sich die Krankheit verschlimmert und womöglich schwerwiegende Folgen hat – im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung.

Medikamente gegen Blasenentzündung: Meist sind Antibiotika nötig

Mit einem Urintest, einer Untersuchung des Prostatasekrets und einer Kontrolle der Prostata (Sonde über den Enddarm) kann der Urologe feststellen, ob eine Entzündung vorliegt, ob nur die Blase oder zusätzlich die Prostata betroffen ist, und welche Bakterien die Ursache sind. Entsprechend wird er Antibiotika verschreiben, etwa mit den Wirkstoffen Cephalosporin oder Fluorchinolon. In der Regel dauert die Behandlung damit fünf bis zehn Tage, also etwas länger als bei Frauen.

Die einfache Erklärung, warum Männer die Medikamente länger einnehmen müssen: Bei der Blase handelt es sich um ein Hohlorgan, bei der Prostata um ein Gewebeorgan. Bei einer Zystitis ist also weniger Gewebe entzündet als bei der häufigen Mitbeteiligung der Vorsteherdrüse. Die Keime gelangen rascher in den Blutkreislauf und können sich auf die Nachbarorgane ausbreiten. Um die Blasenentzündung beim Mann erfolgreich zu bekämpfen, ist deshalb eine größere Menge Antibiotika nötig als bei der Frau.

Hausmittel gegen Blasenentzündung beim Mann

Das ist auch der Grund dafür, warum die bekannten Hausmittel gegen Blasenentzündung bei Männern oft zu wenig ausrichten. Sie sollten bei den Anzeichen einer Zystitis also lieber nicht lange mit Hausmitteln experimentieren. Meist ist bei ihnen nämlich neben der Harnblase ein weiteres Organ entzündet. Deshalb sind der Termin beim Urologen, eine sorgfältige Diagnostik und die entsprechenden Medikamente unumgänglich, um massive Schmerzen und Folgekrankheiten zu verhindern.

Allerdings können manche das Abheilen während der Behandlung mit Antibiotika unterstützen und sind auch zur Vorbeugung nützlich. Dazu gehören:

  • viele warme Getränke
  • Unterleib warm halten (zum Beispiel mit Wärmflasche oder Heizkissen)
  • harntreibende Heilkräuter wie Hauhechel, Goldrute, Birkenblätter, Löwenzahn und Brunnenkresse sorgen als Blasentee dafür, dass der Urin die Blase zügiger passiert. Dabei werden nicht nur Keime ausgeschieden, sondern auch Restharn ständig erneuert, und die Krankheitserreger können sich nicht so gut vermehren.

Von Honig bis Thymian: Pflanzliche Antibiotika

Sie leiden insbesondere an Blasenentzündungen? Im Video sehen Sie die besten Hausmittel gegen das Leiden:

Hausmittel gegen Blasenentzündung

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Zur täglichen Routine sollte für jeden Mann gehören, die Vorhaut (Eichel bis zur Furche) unter warmem, fließendem Wasser zu reinigen. Vor und nach dem Geschlechtsverkehr sollte dies übrigens ebenfalls selbstverständlich sein, um die schmerzhafte Blasenentzündung beim Mann, aber auch andere Infektionen zu vermeiden!

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