28.03.2018

In Handgelenk, Daumen oder Fuß Sehnenscheidenentzündung: 4 Hausmittel gegen die Schmerzen

Exzessives Tippen auf dem Handy kann zum sogenannten WhatsApp-Daumen führen – der nichts anderes ist als eine Sehnenscheidenentzündung.

Foto: iStock/Ridofranz

Exzessives Tippen auf dem Handy kann zum sogenannten WhatsApp-Daumen führen – der nichts anderes ist als eine Sehnenscheidenentzündung.

Wer zu viel tippt – auch auf dem Handy! – überlastet die Sehnen, bis sie sich entzünden. Hier fahren Sie mehr zu Symptomen und welche sanften Hilfen es bei Sehnenscheidenentzündung gibt.

Bewegung ist wichtig, um Gelenke, Sehnen und Muskeln in Form zu halten. Gerät sie jedoch einseitig, führt das häufig zu einer Sehnenscheidenentzündung, medizinisch Tendovaginitis. Betroffen sind in erster Linie Daumen (sogenannter SMS- oder WhatsApp-Daumen), Handgelenk, aber auch der Ellenbogen (Mausarm), Schulter, Knie sowie an den Füßen Sprunggelenk und Achillessehne. Es gibt aber gegen die Sehnenscheidenentzündung Hausmittel, die zumindest bei aufklingenden Beschwerden helfen können. Woher die Entzündung kommt, was hilft und wann Sie besser einen Arzt aufsuchen sollten:

Sehnenscheidenentzündung: Hausmittel gegen die klassischen Symptome

Sehnenscheiden umhüllen die Sehnen mit einer Art Gel. Das ist die Gelenkschmiere oder Synovialflüssigkeit. Auf diese Weise schützen sie die Sehnen vor Reibung und Verletzungen von außen. Bei Überbelastung entzünden sich die Sehnenscheiden jedoch. Dazu können etwa dauerhaft monotone, also immer gleiche Bewegungen oder einfach eine falsche Haltung führen.

Diese Symptome treten dann auf:

  • Jede Bewegung in dem betroffenen Bereich schmerzt,
  • Schwellung und
  • Rötung treten auf.
  • Auch kann das Gelenk knirschen.

Auf die leichte Schulter sollten Sie die Beschwerden nicht nehmen, denn sonst können sich auch Nerven entzünden und an der Hand etwa ein Karpaltunnelsyndrom entstehen lassen. Bei diesen Anzeichen können Sie schon erste Hilfe zuhause anwenden.

Hausmittel und 1. Hilfe gegen Sehnenscheidenentzündung

Die Symptome treffen zu? Dann sollten Sie zuallererst die Bewegungen reduzieren, die zu den Schmerzen führen. Beim WhatsApp-Daumen bedeutet das etwa: Besser telefonieren als ständig auf dem Handy zu tippen und zu wischen – oder das Smartphone wenn's nicht unbedingt gebraucht wird auch mal liegen lassen. Digital Detox tut nämlich auch der Seele gut. Wenn Sie beruflich eine monotone Bewegung durchführen müssen, planen Sie regelmäßige Pausen ein, um Ihre Gelenke zu schonen – vor allem, wenn Sie bereits Probleme mit den Sehnen hatten. Auch zwischenzeitliche andere Bewegungen helfen.

Daneben haben sich bei einer Sehnenscheidenentzündung folgende Hausmittel bewährt:

  • Quarkumschlag – er kühlt und reduziert die Entzündung
  • Kühlkompressen
  • stabilisierende Bandagen und Tapes
  • Salben mit Propolis

Auch freiverkäufliche Gele und Cremes mit Wirkstoffen gegen Entzündungen (etwa Diclofenac und Ibuprofen) helfen dabei, die Sehnenscheidenentzündung zum Abklingen zu bringen. Wirken diese Maßnahmen nicht, sollten Sie zum Hausarzt oder Orthopäden gehen. Er wird je nach Bedarf zu einer der folgenden Therapien raten:

  • Schmerztabletten, die auch Entzündungen hemmen
  • Physiotherapie
  • Ultraschalltherapie
  • Elektrotherapie

Wichtig: Schonen Sie das betroffene Gelenk mindestens so lange, wie die Schmerzen anhalten. Aber auch danach sollten Sie es nicht wieder belasten wie zuvor, sondern in Zukunft dafür sorgen, dass keine Überbeanspruchung mehr erfolgt. Sonst kann die Sehnenscheidenentzündung chronisch werden – dann hilft nur noch eine Operation, bei der das entzündete Gewebe chirurgisch entfernt und die Sehnenscheide erweitert wird. Und damit wiederum können weitere Beschwerden oder gar Einschränkungen einhergehen.

Sollten die Schmerzen und Schwellungen immer wieder auftreten, kann in seltenen Fällen auch eine entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankung oder auch eine Infektion vorliegen. Bei anhaltenden Beschwerden, bei denen die Sehnenscheidenentzündung trotz Hausmittel nicht abklingen will, sollten Sie also spätestens einen Arzt aufsuchen. Mehr zum Thema Rheuma finden Sie auf unserer Themenseite.

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