21.01.2019

Risiken: Rauchen und Alkohol Speiseröhrenkrebs: Achtung, seine Symptome zeigen sich spät!

Wer viel Alkohol trinkt und/oder raucht, erhöht sein Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Foto: iStock/skynesher

Wer viel Alkohol trinkt und/oder raucht, erhöht sein Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Speiseröhrenkrebs ist relativ selten, aber schwer heilbar – denn er wird oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Alles Wichtige hier!

Oft sind bereits Jahre vergangen, bis die ersten deutlichen Symptome von Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) auftreten. Aus diesem Grund ist die Erkrankung so gefährlich, obwohl sie relativ selten vorkommt. Daher sollte sich zumindest regelmäßig durchchecken lassen, wer die typischen Symptome bei sich erkennt. Dabei handelt es sich um diese Anzeichen:

So gibt sich Speiseröhrenkrebs zu erkennen: Schluckbeschwerden und Gewichtsverlust

  • anhaltende Beschwerden beim Schlucken
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursache wie Diät oder Sport
  • Erbrechen ohne Grund
  • Erbrechen von Blut
  • Teerstuhl (besonders dunkler Stuhl, der von altem Blut herrührt)

Ist der Krebs schon fortgeschritten, können auch Krämpfe auftreten, deren Schmerzen bis in den Rücken ausstrahlen.

Der Krebs hat sich in einem Stadium, in dem er spürbare Anzeichen verursacht, in der Regel schon in benachbarte Organe und Lymphknoten ausgedehnt und Metastasen gebildet. Die Prognose bei Speiseröhrenkrebs ist deshalb ungünstig und die Lebenserwartung verkürzt. Zwar ist das Ösophaguskarzinom mit rund 7.000 Betroffenen pro Jahr eine der selteneren Tumorarten, die Zahlen steigen jedoch an. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Zwei Arten werden unterschieden

Speiseröhrenkrebs tritt in zwei Hauptformen auf:

  • Plattenepithelkarzinom: Tritt meist mittig und im unteren Drittel der Speiseröhre an den Epithelzellen, also Deckzellen der Schleimhaut auf.
  • Adenokarzinom: In der Regel im unteren Speiseröhren-Bereich in Nähe des Mageneingangs auftretendes Geschwür am Drüsengewebe.

Therapie von Speiseröhrenkrebs: Wie wird behandelt?

Der richtige Ansprechpartner, wenn Sie an den aufgeführten Symptomen leiden und den Verdacht hegen, Speiseröhrenkrebs zu haben, ist zunächst der Hausarzt, dann der Gastroenterologe. Mit einer Untersuchung der Speiseröhre im Rahmen einer Magenspiegelung, bei der auch Gewebe entnommen werden kann (Biopsie), erkennt der Arzt schnell, ob womöglich Gewebeveränderungen vorliegen.

Bei Verdacht auf ein Ösophaguskarzinom sind im Anschluss weitere Untersuchungen nötig, etwa Ultraschall und Computertomographie. Auf diese Weise lässt sich das Ausmaß der Krebserkrankung und die Art feststellen und die Behandlung planen. Zur Therapie von Speiseröhrenkrebs stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie

Als neue Behandlungsoption bietet sich bei fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs auch die Antikörper-Therapie an, etwa mit Transtuzumab. Der Wirkstoff kann bei Krebszellen mit bestimmten Rezeptoren (Andockstellen) diese "Steckdosen" besetzen und damit die Vermehrung stoppen.

Die Therapie richtet sich aber auch nach der Art des Karzinoms. In frühen Stadien (nur auf die Schleimhaut begrenzt) kann der Tumor sogar endoskopisch entfernt werden. Im fortgeschrittenen Stadium wird oft auf eine Kombination aus Operation und Strahlen- sowie Chemotherapie eingesetzt.

Ist eine Genesung aufgrund eines zu hohen Fortschritts nicht mehr möglich, da der Tumor bereits gestreut hat, greifen Ärzte auf palliativmedizinische Maßnahmen zurück, um dem Patienten das Leben mit dem Krebs so angenehm wie möglich zu gestalten. Gegen Schluckbeschwerden hilft etwa eine Art Stent in der Speiseröhre oder eine Bestrahlung von innen oder außen.

Ursachen: Wer besonders gefährdet ist, Speiseröhrenkrebs zu bekommen

Als wichtigste Risikofaktoren für Speiseröhrenkrebs gelten:

  • Alkoholkonsum (Alkohol reizt die Schleimhaut)
  • Rauchen (Tabakrauch enthält krebserregende Substanzen)
  • Sodbrennen (meist für das Adenokarzinom verantwortlich)

Wichtig, um Speiseröhrenkrebs vorzubeugen, ist deshalb weitgehender Verzicht auf Alkohol und Zigaretten. Denn beide Laster zusammen erhöhen das Risiko umso mehr. Wenn die Schleimhaut von regelmäßigem Alkoholkonsum schon gereizt ist, können Schadstoffe umso leichter aufgenommen werden. Hieraus resultiert in den meisten Fällen ein Plattenepithelkarzinom.

Wer häufig unter Sodbrennen leidet, sollte das vom Arzt abklären lassen. Eine Magenspiegelung dauert nur wenige Minuten und kann ans Licht bringen, welche Ursachen dem Reflux zugrundeliegen und ob sich womöglich bereits Vorstufen von Speiseröhrenkrebs gebildet haben. Ist etwa der Magenkeim Helicobacter pylori die Ursache des Sodbrennens, lässt er sich mit Antibiotika vertreiben. Die Übersäurerung im Magen verschwindet und somit sinkt auch das Risiko für Speiseröhrenkrebs.

Neue Studie zeigt: Auch heiße Getränke können gefährlich werden

Seit Veröffentlichung einer Studie der Tehran University of Medical Sciences kursiert aber noch eine weitere mögliche Ursache in den Medien: zu heiße Getränke. Wer seinen Kaffee oder Tee (oder andere Heißgetränke) aus Gewohnheit dreimal täglich bei einer Temperatur über 60 °C trinkt, riskiert demnach ein bis zu 90 Prozent höheres Risiko für Speiseröhrenkrebs oder auch Mund- und Rachenkrebs. Das liege alleine an der hohen Temperatur der Flüssigkeit, nicht etwa an den Inhaltsstoffen.

Über vier Jahre hinweg hatten die Wissenschaftler rund 50.000 Iraner zwischen 40 und 75 Jahren beim Tee-Trinkverhalten beobachtet. Im Nachgang folgten zehn Jahre Beobachtungszeit – in dieser Zeit erkrankten 317 Probanden an Speiseröhrenkrebs. Und von diesen hatten zuvor die meisten angegeben, ihren Tee am liebsten sehr heiß zu genießen.

Die heiße Flüssigkeit reize die Schleimhäute im Mund, Rachen und auch in der Speiseröhre, so dass sich schnell kleine Verletzungen bis hin zu Entzündungen bilden können. Dabei wird die DNA geschädigt – und das wiederum kann das Risiko eines Tumorwachstums steigern.

Faustregel: Temperaturen unter 60 °C scheinen unbedenklich zu sein. Lassen Sie Ihre Heißgetränke daher besser vier Minuten lang abkühlen, bevor Sie sie genießen.

Eine chinesische Studie aus Peking aus dem Jahr 2018 kam übrigens auf ähnliche, aber noch alarmierendere Ergebnisse: In China wird nämlich nicht nur der Tee heiß getrunken, sondern auch viel geraucht. Und auch Alkohol spielt eine Rolle, im Unterschied zum Iran. Laut der chinesischen Studie erhöht sich das Risiko für Speiseröhrenkrebs noch einmal um ein Fünffaches, wenn neben heißem Tee noch Tabak und mehr als 15 Gramm Alkohol am Tag konsumiert werden.

Auf die Ernährung kommt es an

Wer an Speiseröhrenkrebs leidet und Schluckbeschwerden hat, ernährt sich oft nicht mehr gut genug, was zu weiteren Problemen und Mangelerscheinungen führen kann. Daher lohnt sich begleitend zur Therapie oder zur Linderung der Beschwerden noch eine Ernährungsberatung.

Eine ausgewogene Ernährung kann aber auch das Krebsrisiko allgemein senken. Sodbrennen etwa lässt sich mit gesunder Ernährung in manchen Fällen gut in den Griff kriegen – und dies wiederum senkt das Risiko, ein Adenokarzinom zu entwickeln.

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