20.10.2017

Meist junge Frauen betroffen Raynaud-Syndrom: Was tun gegen „Leichenfinger“?

Beim Raynaud-Syndrom werden die Finger urplötzlich weiß, kalt und gefühllos.

Foto: iStock/rustemgurler

Beim Raynaud-Syndrom werden die Finger urplötzlich weiß, kalt und gefühllos.

Dass Frauen eiskalte Hände haben, ist häufig der Fall. Dramatisch wird es, wenn die Finger auch noch taub werden – und dieser Zustand stundenlang anhält!

Das kennen viele Frauen: Die Hände werden plötzlich schneeweiß, eiskalt und gefühllos. Ursache ist eine plötzliche Durchblutungsstörung in den Händen, ausgelöst durch einen Kältereiz wie etwa

  • in der Tiefkühltruhe suchen
  • kaltes Wasser
  • eisiger Wind

Dieser Kältereiz führt dazu, dass sich die Blutgefäße in den Händen krampfartig zusammenziehen. Ist der Blutdruck sowieso zu niedrig – wie das bei jungen Frauen häufig der Fall ist –, werden die Finger fast blutleer und taub. Sie erscheinen weiß, mit scharfer Abgrenzung zu den durchbluteten Bereichen, der Arzt spricht dann vom Raynaud-Syndrom, der Weißfingerkrankheit.

Meist treten die Attacken in der Pubertät zum ersten Mal auf, mit den Jahren verlieren sie sich wieder – dann, wenn der Blutdruck langsam steigt.

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Die Therapie: Was hilft beim Raynaud-Syndrom?

Die meisten Betroffenen versuchen, ihre Hände unter heißem Wasser wieder "aufzutauen". Doch Vorsicht: Die Hände sind gefühllos, Sie spüren also nicht, ob das Wasser zu heiß ist und können sich rasch verbrühen. Weitere Gefahr: Wenn die Hände zu schnell großer Wärme ausgesetzt werden, kribbeln sie und tun richtig weh.

Besser: Reiben Sie die Hände vorsichtig mit einem warmen Handtuch ab und massieren Sie die Finger sanft, damit die Durchblutung wieder in Gang kommt. Damit die Finger in Zukunft nicht mehr weiß werden, sollten Sie auf gute Handschuhe setzen – am besten beheizbare. Sinnvoll sind auch Pulswärmer, weil warme Handgelenke die Durchblutung in den Händen verbessern.

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Wie gefährlich ist das Raynaud-Syndrom?

Normalerweise sind die Durchblutungsstörungen der Hände ungefährlich. Wenn sie zum ersten Mal auftreten oder Sie bereits über 40 Jahre alt sind, sollten Sie jedoch einen Gefäßspezialisten befragen.

Denn manchmal kann auch eine andere Krankheit hinter dem sonst harmlosen Raynaud-Syndrom stecken: Sklerodermie. Diese Autoimmunerkrankung führt dazu, dass Bereiche der Haut und auch innere Organe verhärten und damit ihre Funktion einbüßen.

Die Weißfingerkrankheit wurde nach ihrem Entdecker benannt, dem französischen Arzt Maurice Raynaud (1834 bis 1881). Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung unter 35 Jahren sind betroffen, darunter fünfmal so viele Frauen wie Männer.

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