13.10.2017

Häufiges Frauenproblem Urtikaria-Ursachen: Nesselsucht kommt nicht nur von Kälte!

Die Ursachen einer Urtikaria sind nicht genau bekannt. Auslösen können die Nesselsucht zum Beispiel Kälte, Licht oder bestimmte Medikamente.

Foto: iStock/Pekic

Die Ursachen einer Urtikaria sind nicht genau bekannt. Auslösen können die Nesselsucht zum Beispiel Kälte, Licht oder bestimmte Medikamente.

Chronische Urtikaria ist ein häufiges Phänomen, besonders bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Was Sie darüber wissen sollten.

Unerklärlicher Juckreiz, Schwellungen und Quaddeln sind Anzeichen der Urtikaria, umgangssprachlich Nesselsucht. Wer meint, dabei handle es sich um eine seltene Krankheit, liegt leider falsch: Jeder vierte Deutsche macht einmal im Leben damit Bekanntschaft. Von hundert Deutschen ist einer dauerhaft betroffen (chronische Urtikaria), darunter doppelt so häufig junge Frauen. Warum das so ist, wurde noch nicht ausreichend erforscht.

Vermutlich haben aber die Hormone zumindest eine Teilschuld. Es gibt Hinweise darauf, dass das Gelbkörperhormon Progesteron eine wichtige Rolle spielt, das nach dem Eisprung sowie in den ersten Wochen der Schwangerschaft produziert wird. Deshalb haben manche Frauen, die nicht mit der Pille ihren Eisprung unterdrücken, in der zweiten Hälfte des Monatszyklus mit Urtikaria zu kämpfen.

Meist handelt es sich dabei um chronische Urtikaria. Das bedeutet, die Nesselsucht kommt immer wieder und/oder hält länger als sechs Wochen an. Oft wechseln sich die Symptome ab – neben Quaddeln und Juckreiz entwickeln sich manchmal Angioödeme. Das sind tiefere Hautschwellungen, etwa auf dem Hand- und Fußrücken oder im Gesicht.

Chronische Nesselsucht von Licht- bis Kälteurtikaria

Chronische Urtikaria wird auch danach unterschieden, ob und welche Ursachen für die Nesselsucht erkennbar sind. In den meisten Fällen wird kein Auslöser gefunden, dann handelt es sich um die Chronische Spontane Urtikaria (CSU). Lässt sich eine Ursache feststellen, spricht der Arzt von Chronischer Induzierter Urtikaria (CINDU).

Mögliche Auslöser sind:

  • niedrige Temperaturen (Kälteurtikaria)
  • hohe Temperaturen (Wärmeurtikaria)
  • UV-Strahlen im Sonnenlicht (Lichturtikaria)
  • Wasser (aquagene Urtikaria)
  • mechanische Reize wie reibende Kleidung (dermographische Urtikaria)

Auch Medikamente kommen als Urtikaria-Auslöser infrage

Als Auslöser für Nesselsucht kommen eine ganze Reihe weiterer Faktoren in Betracht. So reagieren manche Menschen etwa auf bestimmte Lebensmittel mit Urtikaria. Aber auch Infektionen wie Nasennebenhöhlenentzündungen und Magen-Darm-Grippe gelten als mögliche Ursachen. Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Medikamente kommt außerdem zum Tragen, darunter Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Ibuprofen.

Die letztendliche Ursache der Urtikaria, also was im Körper genau passieren muss, damit die typischen Hauterscheinungen entstehen, ist nicht ganz geklärt. Fest steht, dass dabei die sogenannten Mastzellen in der Haut gereizt werden. Mastzellen gehören zum Immunsystem und setzen Botenstoffe wie Histamin frei, das bei Allergien und Entzündungen eine wichtige Rolle spielt – und Rötung, Schwellung sowie Juckreiz auslöst.

Behandelt wird eine Urtikaria deshalb in erster Linie mit Antihistaminika, die den Botenstoff abbremsen. Wichtig ist allerdings auch, die Auslöser so gut wie möglich zu meiden, sofern sie bekannt sind.

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