06.10.2017

PTBS nach seelischem Trauma Posttraumatische Belastungsstörung: 3 Symptome sind typisch

Eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt sich häufig nach einer Vergewaltigung oder einem Kriegseinsatz. Aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen wie Krebs können die PTBS auslösen.

Foto: iStock/vadimguzhva

Eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt sich häufig nach einer Vergewaltigung oder einem Kriegseinsatz. Aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen wie Krebs können die PTBS auslösen.

Belastende Erlebnisse können die seelische Gesundheit dauerhaft schädigen. Woran erkennen Sie eine PTBS und wie wird die Störung behandelt?

Angst, Schutzlosigkeit und das Gefühl, ausgeliefert zu sein, können die Psyche massiv verletzen. Auslösen können solche starken Negativ-Emotionen etwa Vergewaltigung, Missbrauch, Kriegserlebnisse, ein Terroranschlag, Flucht, Folter, ein Unfall, schwere Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt sowie Naturkatastrophen. Diese bedrohlichen Ereignisse werden in der Medizin als Traumata bezeichnet.

Überlebt – aber die Psyche leidet oft ein Leben lang

Auch wenn der oder die Betroffene mit dem Schrecken davongekommen und am Leben geblieben ist, kann sich als Reaktion auf das Erlebte eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, abgekürzt PTBS. Die psychische Erkrankung ist alles andere als eine Lappalie. Unbehandelt kann sie das ganze Leben lang quälen; das Risiko für Depressionen, Suchtkrankheiten und nicht zuletzt einen Suizid steigt an.

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Diese Anzeichen sprechen für eine Posttraumatische Belastungsstörung

Doch wie lässt sich eine PTBS erkennen? Nicht immer zeigen sich die Symptome gleich im Anschluss an das Trauma, manchmal manifestiert sich die Störung auch erst Jahrzehnte später. Deutliche PTBS-Anzeichen sind:

  1. Wiedererleben: Flashbacks und Alpträume lassen das Trauma vor dem inneren Auge immer wiederkehren.

  2. Vermeidungsverhalten: Allem, was sie an das Trauma erinnern könnte, gehen Betroffene aus dem Weg. Dazu kommt Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber.

  3. Vegetative Übererregtheit: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit und Konzentrationsstörungen zeigen, dass sich der Trauma-Patient innerlich ständig auf der Flucht befindet.

Wie wird eine Posttraumatische Belastungsstörung behandelt?

Bei Unfällen und Katastrophen wird oft unmittelbar danach psychische Erste Hilfe angeboten. Sie ersetzt in den meisten Fällen jedoch nicht eine längere Traumatherapie, die Psychiater durchführen. Sie kann je nach Erfordernis ambulant oder stationär erfolgen.

Zur Aufarbeitung des Traumas stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Prolonged Exposure Therapy (PET): Der Betroffene erzählt dem Therapeuten den schlimmen Vorfall, als würde er ihn nochmals erleben, mitsamt den dabei aufgetretenen Gefühlen. Das Gespräch wird aufgezeichnet und der Patient hört sich die Aufnahme von nun an einmal täglich zu Hause an. Die massiven negativen Gefühle klingen dadurch langsam ab.
  • Cognitive Processing Therapy (CPT): Hier schreibt der Patient seine Geschichte auf. Darauf basierend übt er mit dem Therapeuten, seine Einstellung zu ändern, um die Überzeugung "Hätte ich mich anders verhalten, wäre mir das nicht passiert" loszuwerden.
  • EMDR-Therapie: Beim Eye-Movement-Desensitization-and-Reprocessing-Verfahren soll der Patient dem Finger des Therapeuten folgend die Augen ruckartig horizontal hin- und herbewegen und dabei an das Erlebte denken. Warum diese Methode dabei hilft, das Trauma zu verarbeiten, ist noch nicht bekannt.
  • Narrative Exposure Therapy (NET): Dabei erzählt der Patient dem Therapeuten im Rahmen der gesamten Lebensgeschichte auch das Trauma. Auf diese Weise soll es eingeordnet werden und etwas von seinem Schrecken verlieren.
  • Brief Eclectic Psychotherapy for PTSD (BEPP): Dieses Verfahren vereint verschiedene Bewältigungsmethoden, etwa das Schreiben und Berichten.

Ergänzend kann eine Behandlung mit Antidepressiva die erste Zeit nach dem Trauma erleichtern.

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Wird die Behandlung früh begonnen, stehen die Heilungschancen einer Posttraumatischen Belastungsstörung sehr gut. Doch auch ohne Behandlung wird immerhin die Hälfte der Betroffenen wieder gesund. Wer jedoch bereits über Jahre hinweg Symptome aufweist – etwa Flashbacks erlebt –, hat ein hohes Risiko, dass die psychische Erkrankung chronisch wird, sich verstärkt oder weitere Leiden hinzukommen.

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