04.10.2017

Symptome, Test und Behandlung Schwangerschaftsdiabetes: Diese Ernährung tut Ihnen gut

Mo, 13.08.2018, 09.43 Uhr

Diabetes erkennen

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Fast jede zehnte Schwangere bekommt Diabetes. Welche Anzeichen es dafür gibt und bei welchen Werten Sie handeln müssen.

In der Schwangerschaft ist es normal oder sogar nötig ordentlich zuzulegen? Dieser verbreitete Mythos stimmt leider nicht. Frauen, die während der Schwangerschaft besonders viel Gewicht aufbauen, laufen im Gegenteil Gefahr, in eine diabetische Stoffwechsellage zu rutschen. Denn übermäßige Gewichtszunahme ist der wichtigste Risikofaktor für Schwangerschaftsdiabetes.

Auch Normalgewichtige können Schwangerschaftsdiabetes entwickeln

Andere typische Anzeichen für einen Diabetes, darunter ständiger Durst und häufiges Wasserlassen, treten beim sogenannten Gestationsdiabetes hingegen nicht auf. "Und 40 Prozent aller Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes sind schlank“, warnt Dr. med. Nikolaus Scheper, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen.

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Schwangerschaftsdiabetes gefährdet Lunge und Herz des Babys

Schwangerschaftsdiabetes sei nicht so schlimm – ein weiterer Trugschluss. Denn unbehandelt kann Diabetes in der Schwangerschaft zu einem abnormen Größenwachstum des Kindes führen (Makrosomie), gleichzeitig entwickelt sich seine Lunge nicht ausreichend. Auch Fehlbildungen am Herzen sind möglich. Und die Mutter kann neben Harnwegsinfekten etwa Bluthochdruck bekommen (Präeklampsie, Schwangerschaftsvergiftung), was unter Umständen wiederum das Baby in Gefahr bringt.

Diabetes-Test – die richtigen Werte in der Schwangerschaft

Jede Schwangere sollte deshalb zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ihren Blutzucker überprüfen lassen. Der Zuckertest wird in der Praxis Ihres Gynäkologen kostenfrei durchgeführt. Und so läuft die Untersuchung ab:

  • Die Schwangere trinkt Wasser, das mit einer bestimmten Menge Traubenzucker gesüßt ist.
  • Eine Stunde später wird aus der Vene Blut abgenommen und gemessen, wie hoch der Blutzucker ist.

Der Test zeigt, wie schnell der Körper Zucker abbauen kann. Liegen die Werte über 135 mg/dl, besteht der Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes und ein weiterer Test wird durchgeführt.

Achtung: Auch wenn bei diesem ersten Test keine erhöhten Blutzuckerwerte festgestellt werden, sollten Sie in der 32. bis 34. Schwangerschaftswoche nochmals überprüfen lassen, ob sich das inzwischen geändert hat.

Das sind die Frühzeichen einer Schwangerschaft:

Frühzeichen für Schwangerschaft

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Therapie bei Gestationsdiabetes kommt meist ohne Insulin aus

Doch wie sollte Schwangerschaftsdiabetes behandelt werden? Dass betroffene Frauen Insulin spritzen, ist nur selten nötig. Oft reichen bereits diese Maßnahmen zur Therapie aus:

  • fettarme, ballaststoffreiche Diät
  • mehrere Mahlzeiten pro Tag statt drei großer
  • Verzicht auf Süßigkeiten sowie süße Limonaden und pure Fruchtsäfte
  • tägliche Bewegung

"Wenn eine Frau diese Maßnahmen entschieden und konsequent umsetzt, kann sie meist die Gefahren für ihr Baby und sich abwenden", so Birgit Seelbach-Göbel, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Erst wenn diese Ernährungsumstellung nicht reicht, wird eine Insulintherapie nötig.

Nach der Geburt des Babys verschwindet der Diabetes in der Regel wieder. Allerdings haben Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes litten, später ein hohes Risiko, zuckerkrank zu werden. Jede Zweite von ihnen bekommt Diabetes. Jährliche Tests sind daher weiterhin sinnvoll.

>> Zucker: Gesunde Alternativen

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