12.10.2017

Nicht nur ein Jungsproblem Phimose und Paraphimose – was tun bei Vorhautverengung?

Im Laufe der ersten Lebensjahre erledigt sich das Thema Phimose bei den meisten Jungen von selbst.

Foto: iStock/Sjale

Im Laufe der ersten Lebensjahre erledigt sich das Thema Phimose bei den meisten Jungen von selbst.

Bei Jungs bis zu sechs Jahren ist eine Phimose ganz normal. Behandelt werden muss die Verengung nur, wenn sich die Vorhaut auch danach nicht löst oder es später beim Sex zur Paraphimose kommt.

Zum Schutz vor Krankheitserregern, aber auch Reibung, bedeckt bei kleinen Jungen von Natur aus die Vorhaut den empfindlichsten Teil des Penis, die Eichel. Vorhaut und Eichel sind deshalb anfangs leicht miteinander verklebt. Diese Verklebung löst sich mit den Jahren nach und nach von selbst.

Beim Waschen lässt sich die Vorhaut dann schmerzfrei zurückschieben, damit überall sanft gereinigt werden kann. Dabei jedoch bitte vorsichtig vorgehen: Niemals sollte die Vorhaut gewaltsam zurückgeschoben werden, es kann sonst zu Verletzungen kommen.

Phimose löst sich oft spontan

Bei einem von 100 Jungen bleibt die Vorhautverengung, medizinisch Phimose, allerdings bestehen. Behandlungsbedürftig wird sie aber erst dann, wenn das Kind Schmerzen hat, der Urin nicht richtig abfließt und/oder sich die Verklebung bis zum Alter von neun Jahren nicht spontan gelöst hat.

Behandlung der Vorhautverengung bei Kindern und Erwachsenen

Zur Behandlung verordnet der Arzt dann in erster Linie Kortison-Salben. Bei den meisten Jungen hilft diese Therapie. Nur selten wird es nötig, per Beschneidung (Zirkumzision) die Vorhaut zu lösen und zu entfernen. Eine vorbeugende Beschneidung wird übrigens von Urologen und Kinderärzten nicht empfohlen.

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Doch Phimose ist nicht nur ein Problem von Jungen. Auch ältere Männer können betroffen sein. So können sich etwa durch Verletzungen (Einklemmen im Reißverschluss) Narben bilden, die die Vorhaut wieder verengen. Auch mit fortschreitendem Alter und einer gewissen Zurückbildung des Penis kann eine Phimose entstehen. Dann sind ebenfalls die speziellen Salben eine Option zur Behandlung.

Notfall Paraphimose: Wann Männer zum Arzt müssen

Anders sieht das bei der sogenannten Paraphimose aus. Der "spanische Kragen" entsteht, wenn bei erigiertem Penis die Vorhaut zurückgestreift wird, einen festen Ring um die Eichel bildet und sich nicht mehr nach vorne manövrieren lässt. Die Folge: Die Vorhaut schnürt die Eichel ab, das Blut kann nicht mehr daraus abfließen und es entstehen starke Schmerzen.

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Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, um zu verhindern, dass Gewebe abstirbt. Mit bestimmten Griffen kann der Urologe das Blut aus der Eichel langsam zurückbefördern, die Abschnürung wird locker und die Vorhaut lässt sich wieder nach vorne schieben. Oder der Arzt öffnet mit einer kleinen Operation den Kragen. Das Risiko einer Paraphimose ist besonders groß, wenn bereits eine Vorhautverengung besteht.

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