22.09.2017

OP oder nicht? Kreuzbandriss: Ein Knall verrät die Knieverletzung

Ob mit oder ohne OP: Bevor Sie Ihr Knie nach einem Kreuzbandriss wieder sportlich belasten, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen!

Foto: iStock/peopleimages

Ob mit oder ohne OP: Bevor Sie Ihr Knie nach einem Kreuzbandriss wieder sportlich belasten, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen!

Der Kreuzbandriss ist eine der häufigsten Sportverletzungen. Wann eine OP nötig ist und wie lang es dauert, bis Sie wieder normal laufen können.

Profisportler kennen das genau: Ein leises wahrnehmbares Knallgeräusch im Kniegelenk – das könnte ein Kreuzbandriss sein!

Weitere Symptome sind:

  • plötzliche, massive Schmerzen im Kniegelenk

  • das Gelenk schwillt an

  • das betroffene Knie kann wegen der Schmerzen und Schwellung nicht belastet und bewegt werden

  • nach Abschwellen ist das Kniegelenk instabil, "rutscht weg"

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Bandapparat: Vorderes und hinteres Kreuzband stabilisieren Kniegelenk

Wenn ein Kreuzband gerissen ist, hat das weitreichende Folgen. Damit das Kniegelenk die starken Hebelwirkungen aushält, gleichzeitig Dreh- und Scharnierfunktionen ausüben kann, ist ein Apparat aus fast einem Dutzend Bändern nötig. Mit die wichtigsten dabei sind die Kreuzbänder.

Vorderes und hinteres Kreuzband verlaufen schräg nach oben und kreuzen sich (daher der Name) mitten im Kniegelenk. Das vordere Kreuzband verbindet Schienbein und Oberschenkelknochen, verläuft von vorne nach unten, das hintere Kreuzband genau umgekehrt. Auf diese Weise machen sie das Kniegelenk stabil und verhindern Überstreckung sowie zu starkes Drehen.

Operation oder konservative Behandlung bei einem Kreuzbandriss?

Dass beide Kreuzbänder reißen, ist selten. Meistens ist das vordere Kreuzband betroffen. Es wird beim starken Stoppen besonders belastet. Typische Risikoquellen für den Kreuzbandriss sind deshalb Sportarten wie Tennis, Volleyball und Skifahren.

Wenn mit den Sofortmaßnahmen wie Kühlen, Ruhigstellen und Schmerzmitteln die heftigsten Beschwerden gelindert sind, stellt sich die Frage, ob eine OP nötig ist. Oft heilen Bänderrisse ohne Operation, etwa am Sprung- oder Schultergelenk. Beim Kreuzbandriss ist das allerdings eher selten der Fall.

Wann eine OP unumgänglich wird

Die Operation ist einerseits nötig, wenn trotz Krankengymnastik (konservativer Behandlung) das Gelenk auch sechs Monate nach der Verletzung noch instabil ist, also nicht ausreichend Muskeln aufgebaut wurden, die das Gelenk stützen. Unumgänglich wird eine Operation bereits zwei bis drei Wochen nach der Verletzung, wenn Knie und Bänder bereits vorgeschädigt sind, weil etwa der Meniskus verschlissen oder das Kniegelenk durch Arthrose vorzeitig gealtert ist.

Was passiert beim Eingriff nach dem Kreuzbandriss?

Der Kreuzbandriss wird arthroskopisch operiert, der Arzt geht also wie bei einer Kniespiegelung vor und setzt nur winzige Hautschnitte. Schließlich ersetzt der Chirurg die Bänder entweder mit einer künstlichen Bandplastik (eher selten) oder mit körpereigenem Sehnenmaterial, etwa aus anderen Sehnen des Knies wie der Kniescheibensehne (Patellasehne).

Das Wichtigste über die Kreuzband-OP im Überblick:

  • Vollnarkose

  • Dauer: etwa ein bis eineinhalb Stunden

  • zwei bis drei Tage Krankenhausaufenthalt

  • zwei bis drei Wochen das Knie vollständig entlasten

  • sechs Wochen eine Bewegungsschiene (Brace) tragen

Bereits wenige Tage nach dem Eingriff sollten die Kniepatienten mit Krankengymnastik beginnen, nach sechs Wochen dann intensiver. Belastende Sportarten dürfen Sie frühestens nach sechs bis acht Monaten wieder ausüben, sprechen Sie sich dazu aber auf jeden Fall mit Ihrem Arzt ab!

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