05.09.2017

Chronische Obstipation Warum Frauen so oft unter Verstopfung leiden

Bei Frauen meldet sich der Darm gerne nach dem morgendlichen Kaffee. Ist dann keine Zeit für den Stuhlgang, kann das zu Verstopfung führen.

Foto: iStock/NKS_Imagery

Bei Frauen meldet sich der Darm gerne nach dem morgendlichen Kaffee. Ist dann keine Zeit für den Stuhlgang, kann das zu Verstopfung führen.

Frauen sind in der Regel wesentlich gesundheitsbewusster als Männer, haben aber trotzdem viel öfter Obstipation. Die Ursachen – und was den Betroffenen hilft.

Millionen Menschen leiden an Verstopfung, medizinisch Obstipation. Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen, bei ihnen ist die Darmträgheit oft sogar chronisch. Von chronischer Obstipation spricht der Arzt, wenn mindestens drei Monate lang der Stuhlgang nicht öfter als alle drei Tage eintritt. Ansonsten gilt: Zwischen dreimal täglich und drei Mal die Woche ist normal.

Frauen essen mehr Obst und Gemüse und haben trotzdem Verstopfung

Obwohl Frauen sich im Vergleich zu Männern meist gesünder ernähren, mehr Obst und Gemüse essen und weniger Fast-Food, haben sie mit diesem Problem zu kämpfen. Dafür gibt es drei mögliche Gründe:

  • 1. Hormone – vor allem in der zweiten Zyklushälfte, wenn der Hormonspiegel abnimmt, klagen viele Frauen über Obstipation. Die Abnahme der Hormone soll übrigens auch verantwortlich dafür sein, dass so auffallend viele Frauen in den Wechseljahren von chronischer Verstopfung betroffen sind.

  • 2. Zeitmangel – viele Frauen stehen unter Stress. Wenn sich dann morgens, eine halbe Stunde nach dem Kaffee, der Darm meldet, bringen sie gerade die Kinder zur Schule, sind auf dem Weg zur Arbeit oder anderweitig eingespannt. Dieses auf später vertrösten nimmt der Darm jedoch übel und reagiert mit Verstopfung. Verstärkt wird dieses Problem zusätzlich, weil viele Frauen es meiden, eine „fremde“ Toilette zu benutzen, sogar am Arbeitsplatz.

  • 3. Fasten oder regelmäßig zu wenig zu essen – von nichts kommt nichts, trifft hier zu. Damit der Darm arbeitet, braucht er Stoff und zwar Ballaststoffe. Mit einem kleinen Müsli mittags und abends einer schnellen Suppe ist es nicht getan. Damit der Darm produktiv ist, sollten Sie mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich zu sich nehmen und dazu zwei Liter trinken. Ein Beispiel:

100 Gramm Früchtemüsli haben knapp 8 Gramm Ballaststoffe, 100 Gramm Möhren knapp 4 Gramm, 100 Gramm Vollkornbrot 2 Gramm und damit so viel wie ein Apfel. Alles zusammen liefert knapp die Hälfte der täglich erforderlichen Ballaststoffe.

Die besten Tipps für Frauen bei Verstopfung

Wer nicht zu viel essen möchte und trotzdem keine Obstipation riskieren will, sollte deshalb unbedingt auf Weizenkleie, Leinsamen oder Flohsamenschalen ausweichen. Alle Produkte gibt es in Apotheke und Reformhaus.

Zusätzlich sollten Sie Ihren Darm erziehen. Nehmen Sie sich Zeit für ihn. Wenn er morgens – wie bei den meisten Menschen – zum Toilettengang drängt, sollten Sie sich dafür Zeit nehmen. Damit alles in Ihren Tagesplan passt, bedeutet das, etwa den Kaffee früher zu trinken und nach einer halben Stunde auf die Toilette zu gehen. Regelmäßige Toilettenbesuche und regelmäßige Mahlzeiten führen meist nach einiger Zeit dazu, das die „Sitzung“ pünktlich und erfolgreich ist!

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