11.09.2017

Schwarzer Hautkrebs Behandlung bei Melanom schwierig – kommt jetzt die Impfung?

Schwarzer Hautkrebs ist, früh entdeckt, gut behandelbar. Im fortgeschrittenen Stadium ist das sogenannte Maligne Melanom jedoch sehr aggressiv.

Foto: ©iStock/kali9

Schwarzer Hautkrebs ist, früh entdeckt, gut behandelbar. Im fortgeschrittenen Stadium ist das sogenannte Maligne Melanom jedoch sehr aggressiv.

Melanome lassen sich selten heilen. Doch es gibt neue, vielversprechende Therapien. Bis dahin gilt: Sich bräunen ist ein Gesundheitsrisiko.

 

Zuerst ein unscheinbarer Hautfleck und erst wenn er sich verändert, wird der Arzt aufgesucht. Der stellt dann die Diagnose: Melanom, also schwarzer Hautkrebs. Diese Form ist besonders gefürchtet, weil sie rasch Metastasen bildet, die Lymphknoten befällt und damit zu Krebs in Lunge, Knochen, Leber und Gehirn führen kann. Die Überlebenschancen sind dann gering.

Melonom wächst auch in Bereichen, wo die Sonne niemals hinkommt

Was viele nicht wissen: Das Melanom bildet sich nicht nur auf der sichtbaren Haut, sondern kann auch unter den Nägeln wachsen, im Intimbereich, in Hautfalten und sogar im Auge auf der Aderhaut (Aderhautmelanom), also zwischen Leder- und Regenbogenhaut. So kann es also auch dort entstehen, wo kein direktes UV-Licht auftrifft.

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Behandlung beim Melanom ist aufwändig

Die Behandlung eines Melanoms ist schwierig – der Hauttumor muss tief herausgeschnitten werden, die nächsten Lymphknoten dabei oft zusätzlich. Haben sich bereits Metastasen gebildet, kommt die ganze Palette der Krebs-Therapien auf den Patienten zu: Nochmals Operationen, Chemo- und Strahlentherapie.

Neue Therapien gegen schwarzen Hautkrebs

Allerdings sind die herkömmlichen Behandlungen aufwändig, belastend und oft kommen sie zu spät. Große Hoffnung setzt die Medizin deshalb in neue Therapien, wie die gezielte Therapie ("Targeted Therapy“), die sich speziell gegen die Krebszellen richtet, sowie einer Immuntherapie.

Personalisierte Impfung gegen Melanom

Dabei sind Mainzer Forscher einen großen Schritt weiter gekommen. Sie kombinierten Immuntherapie mit Targeted Therapy. Dazu entnahmen sie bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom Teile von Krebszellen und gesunde Zellen, die sich erfolgreich gegen die Erkrankung gewehrt hatten. Daraus schufen sie einen individuellen Impfstoff mit Antigenen, der das Immunsystem anregt, gegen das Melanom und die Metastasen zu kämpfen. In ersten, kleinen Tests hatten die mit der Melanom-Impfung behandelten Patienten tatsächlich keinen Rückfall, der Krebs scheint geheilt oder wenigstens bisher in Schach gehalten zu sein.

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Gesunde Bräune gibt es nicht

Bis diese neuen Ansätze jedoch vollständig geprüft und Einzug in die Therapiepläne (Leitlinien für Ärzte) gefunden haben, werden jedoch noch einige Jahre vergehen. So lange heißt es: Folgen Sie nicht dem veralteten Schönheitsideal – braun sei attraktiv und zeuge von Gesundheit.

Denn nicht nur jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko. Bereits das früher so beliebte Braunsein ist nur das Symptom dafür, dass der Körper mit allen Mitteln versucht, die krank machenden UV-Strahlen abzuwehren und die Haut bereits geschädigt ist.

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Direkte Sonnenbestrahlung ist gesund – aber nur in Grenzen

Vermutlich kommt es bei Sonne und Hautkrebsrisiko ebenfalls auf die Gesamtdosis an, vergleichbar mit Rauchen und Lungenkrebs. Hier gelten die Jahre, in denen man geraucht hat. Ein hohes Risiko für Hautkrebs hat deshalb grundsätzlich jeder, der viel in der Sonne ist, auch ohne Sonnenbrand zu bekommen und "nur" gebräunt ist.

Schatten und Sonnenschutz, auch durch Kleidung, ist also unverzichtbar für jeden, der nicht Hautkrebs bekommen möchte. Ein bisschen direkte Sonne sollte es aber trotzdem sein, wie Mediziner raten. Die UV-Strahlen auf der Haut sind wichtig für die Bildung von Vitamin D. Allerdings reichen für Menschen mit einem hellen Hauttyp bereits sechs bis zehn Minuten auf Händen, Armen und Gesicht, wie Ärzte empfehlen und kein stundenlanges Ganzkörper-Braten.

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