26.09.2017

Lunge in Gefahr Pneumothorax: Symptome der gefährlichen Luftansammlung

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Bei einem Pneumothorax dringt Luft in den sogenannten Pleuraspalt, den Raum zwischen Lunge und Brustwand.

Foto: iStock/Sasha_Suzi

Bei einem Pneumothorax dringt Luft in den sogenannten Pleuraspalt, den Raum zwischen Lunge und Brustwand.

Sogar eine Zigarette pro Tag kann Folgen haben, etwa eine Luftansammlung in der Brust, außerhalb der Lunge. Wie Sie Pneumothorax erkennen.

Kaum jemand kennt die Krankheit Pneumothorax. Dabei ist sie wesentlich häufiger, als viele annehmen – rund sieben von 100.000 Deutschen sind betroffen, dabei wesentlich mehr Männer als Frauen. Das könnte in Zukunft sogar noch zunehmen, denn immer mehr Frauen rauchen und holen dadurch bei Lungenerkrankungen rasant auf. Bei Pneumothorax gibt es Hinweise darauf, dass bereits ein bis zwei Zigaretten pro Tag das Risiko um den Faktor sieben erhöhen!

Pneumothorax kann tödlich sein

Doch was ist ein Pneumothorax eigentlich? Das Wort setzt sich zusammen aus Pneu = Luft und Thorax = Brustkorb. Der Pneumothorax bezeichnet also eine Luftansammlung im Spalt zwischen Lunge und Brustwand, dem Pleuraraum. In diesem Schlitz herrscht Unterdruck, damit die Lunge beim Ausatmen nicht zusammenfällt. Gelangt jedoch Luft in diesen Schlitz, löst sich der Unterdruck auf und die Lunge wird kleiner – das kann im schlimmsten Fall zu Schock mit Herz-Kreislaufversagen führen, oft mit tödlichem Ausgang.

Ausgelöst wird ein Pneumothorax etwa durch:

  • Rippenfraktur

  • Stich- oder Schussverletzung

  • Lungenerkrankungen wie Asthma, Tuberkulose, Lungenemphysem, COPD

Pneumothorax – die verschiedenen Formen und ihre Symptome

So dramatisch müssen die Anzeichen eines Pneumothorax jedoch nicht immer sein. Es gibt verschiedene Arten mit typischen Symptomen:

  • Spontanpneumothorax (primärer Spontanpneumothorax) – ohne erkennbare Ursache (Rauchen steigert das Risiko jedoch um 20 Prozent) bilden sich an einer Stelle der Lunge große, dünnwandige Lungenbläschen, die platzen und damit den Pneumothorax an dieser Stelle, etwa der Lungenspitze auslösen. Die Symptome sind milde, etwa leichte Atemnot und ein stechender Schmerz auf der Lungenseite, die betroffen ist.

  • Sekundärer Spontanpneumothorax – Auslöser ist eine bereits bestehende Lungenkrankheit, wie Lungenemphysem durch Rauchen oder Tuberkulose. Durch den Pneumothorax verstärkt sich die bereits bestehende Atemnot.

  • Mantelpneumothorax – hier ist sehr viel Luft in den Spalt eingedrungen, sie umgibt die Lunge wie einen Mantel, daher der Name. Die Beschwerden sind meist noch nicht sehr ausgeprägt, Atemnot ist typisch.

  • Spannungspneumothorax – die gefährlichste Form dieser Lungenerkrankung. Zwischen Lunge und Brustwand kann sich mit jedem Atemzug mehr Luft ansammeln. Wie ein Ventilmechanismus strömt Luft ein, kann aber nicht mehr entweichen. Überdruck baut sich auf. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, der zu lebensgefährlichen Herzproblemen führt. Die Symptome: Flacher Atem, der sich immer stärker beschleunigt, große Atemnot und Druck auf der Brust und den Seiten.

Atembeschwerden immer ernst nehmen

Am besten sollten Sie jedes dieser Symptome, auch wenn sie nicht so dramatisch wie beim Spannungspneumothorax sind, nicht verharmlosen, sondern immer von einem Arzt abklären lassen. Nur leichtere Formen des Pneumothorax haben die Tendenz, von selbst wieder abzuheilen, wenn Sie sich schonen, etwa einige Tage im Bett bleiben und flach liegen. Dann kann der Körper die Luft an falscher Stelle resorbieren.

Ist die Luftansammlung zu groß oder wächst schnell (Spannungspneumothorax), wird eine Thorax- oder Pleuradrainage gelegt. Dabei saugt ein Schlauchsystem die Luft aus dem Spalt ab. Im Notfall kann auch eine Punktion dafür sorgen, dass es sofort zu Druckentlastung kommt.

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