13.09.2017

Schwere Lungenkrankheit Tuberkulose: Ansteckung verhindern mit diesen Tipps

Tuberkulose (Tbc) ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Eine Tuberkulose-Ansteckung ist unwahrscheinlich. Was Sie aber beachten sollten.

Foto: ©iStock/yourstockbank

Tuberkulose (Tbc) ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Eine Tuberkulose-Ansteckung ist unwahrscheinlich. Was Sie aber beachten sollten.

Lange schien die schwere Lungenkrankheit Tuberkulose, kurz Tbc, aus Deutschland fast verschwunden zu sein. Doch seit ein paar Jahren treten wieder vermehrt Fälle auf. Wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen können.

"Tuberkulose, die Abkürzung lautet Tbc, gab es früher einmal in Deutschland, doch das ist lange vorbei." – Leider stimmt diese Annahme so nicht. Die Lungenseuche war auch in Deutschland nie weg. Zwar ist das Ausmaß lange nicht mehr so schlimm wie damals, dennoch kann ein sinnvoller Schutz gegen eine Ansteckung mit Tuberkulose helfen – und zwar auch gegen andere Krankheiten.

Die Tuberkulose-Ansteckung: Was passiert im Körper?

Tbc ist eine bakterielle Erkrankung, die Bakterien werden im Falle einer "offenen Tbc" (mehr dazu später) über die Luft übertragen. Anfangs ruhen die Erreger meist über Jahre im Körper, erst nach zwei oder drei Jahren treten Tuberkulose-Symptome wie leichtes Fieber, trockener Husten oder solcher mit grünlich-gelbem Auswurf sowie Nachtschweiß, Appetitlosigkeit und allgemeines Schwächegefühl auf. Wenn die Krankheit dann nicht diagnostiziert und behandelt wird, können im weiteren Verlauf auch blutiger Husten und Brustschmerzen auftreten.

In seltenen Fällen kann die Tuberkulose andere Organe statt der Lunge befallen, darunter Lymphknoten, Rippenfell oder Nieren sowie Harnwege, aber auch Knochen und Nerven. Diese Art ist aber in der Regel nicht ansteckend. Die Erkrankung bricht also meist erst Jahre später – Tbc-Symptome treten dann erst Jahre nach Ansteckung auf –, aber auch nicht immer aus.

Zudem ist die Krankheit nicht hochansteckend. Es muss ein langer, intensiver Kontakt erfolgen und die Infektionsempfänglichkeit spielt eine hohe Rolle. Ältere oder geschwächte Personen sind gefährdeter als sonst gesunde.

Ansteckung verhindern – ist das nötig?

Tbc, die gefürchtete Schwindsucht, war noch vor 100 Jahren in Deutschland eine häufige Todesursache. Danach verlor die Infektionskrankheit ihren Schrecken, vor allem weil Antibiotika entdeckt wurden und sich allgemein der Gesundheitszustand der Bevölkerung verbesserte. Doch ausgerottet ist die Krankheit lange nicht. Weltweit sterben noch immer jährlich fast 1,7 Millionen Menschen an der Lungenkrankheit. Besonders gefährlich sind dabei multiresistente Erreger: An der multiresistenten Tuberkulose sollen rund halbe Million Patienten jährlich erkranken. Das Fatale: Die beiden wichtigsten Tuberkulose-Medikamente wirken dann nicht mehr.

Laut RKI soll weltweit rund ein Viertel der Bevölkerung mit dem Tbc-Bakterium infiziert sein, betroffen sind vor allem Länder, aus denen in den vergangenen Jahren Asylsuchende auch nach Deutschland gekommen sind. Doch die Zahlen sprechen zum Glück eine andere Sprache:

Seit ein paar Jahren, so meldet das Robert-Koch-Institut (RKI), ist die Zahl der Tuberkulose-Fälle in Deutschland nämlich weitgehend konstant. Im Jahr 2017 waren dem RKI rund 5.500 Fälle bekannt – ein Rückgang zu den Vorjahren.

Ansteckend nur offene Tbc – und die wird direkt behandelt

Ansteckend ist nur die "offene Tbc". Allerdings ist eine Tuberkulose-Ansteckung in Deutschland höchst unwahrscheinlich. "Trotz des Anstiegs der Tuberkulose-Fallzahlen ist das Infektionsrisiko innerhalb der Allgemeinbevölkerung unverändert sehr gering", sagt Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts. Screeninguntersuchungen aller Asylbewerber sollen Erkrankte identifizieren, damit sie gezielt behandelt werden. In der Regel sind diese Patienten im Krankenhaus isoliert, was eine Ansteckung anderer fast unmöglich macht.

Vor Ansteckung mit Tbc schützen

Falls Sie dennoch ein gewisses Rest-Risiko fürchten – diese Tipps gelten übrigens genauso gut für die Vorsorge gegen Grippe, Erkältung & Co.:

  • Halten Sie Abstand von Menschen mit starkem Husten.

  • Achten Sie auf sorgfältige Hygiene, waschen Sie sich etwa immer die Hände, wenn Sie in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren etc.

  • Ein gesunder Lebenswandel (viel Schlaf, ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, wenig Alkohol, Nichtrauchen, Bewegung) sorgt dafür, dass Ihr Immunsystem gut aufgestellt ist.

Die Impfung gegen Tbc (BCG-Ipfung) wird übrigens seit 1998 in Deutschland nicht mehr empfohlen. Denn der Impfstoff schützt nicht zuverlässig, kann jedoch starke Nebenwirkungen auslösen.

Zudem dauert die medikamentöse Behandlung mit Antibiotoka mindestens ein halbes Jahr. Allein das ist in vielen Teilen der Erde noch nicht möglich. Gerade zur Reisezeit sollten Sie daher aufpassen. Das Gute: In Deutschland ist die Tuberkulose-Früherkennung sehr gut – und so sind auch die Heilungsschancen sehr hoch.

Aktuelle Informationen zur Tuberkulose vom RKI finden Sie hier.

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