13.09.2017

Vor Tuberkulose schützen Tbc ist wieder auf dem Vormarsch

Tuberkulose (Tbc) ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird.

Foto: ©iStock/yourstockbank

Tuberkulose (Tbc) ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird.

Lange schien die schwere Lungenkrankheit Tbc aus Deutschland fast verschwunden zu sein. Doch durch die offenen Grenzen kehrt die Epidemie zurück.

Tuberkulose, die Abkürzung lautet Tbc, gab es früher mal in Deutschland, doch das ist lange vorbei. Stimmt leider nicht mehr. Die Lungenseuche kommt zurück, wie jetzt das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet.

Kliniken melden, dass sich im Vergleich zu 2014 die Anzahl der Patienten, die wegen Tbc ins Krankenhaus kommen, verdoppelt hat. Die Hälfte der Infizierten hat offene Tbc, also die Form der Lungenerkrankung, die ansteckend ist.

Tuberkulose grassiert in Ländern wie Serbien und Kosovo, aber auch Afrika

Denn die Lungenkrankheit wird mit Menschen aus Serbien, Somalia, Eritrea, Syrien und dem Kosovo eingeschleppt. Diese Länder gelten als Hochrisikogebiete für Tbc. Die Infektionskrankheit bricht dort immer wieder aus und viele sind infiziert, ohne es zu wissen.

>> Tuberkulose – Tbc-Symptome oft erst Jahre nach Ansteckung

Manche Tbc-Bakterien sind resistent gegen Antibiotika

Die Krankheit wird jedoch nicht nur aus diesen Ländern nach Deutschland eingeschleppt, es gibt noch ein weiteres Problem. Einige der Erkrankten sind auch von Tuberkulose-Bakterien befallen, die auf gängige Antibiotika nicht reagieren, also resistent sind. Diese Fälle werden an das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gemeldet und Experten bestimmen das weitere Vorgehen.

Ansteckungsgefahr für die Bevölkerung besteht im Allgemeinen zwar nicht. „Trotz des Anstiegs der Tuberkulose-Fallzahlen ist das Infektionsrisiko innerhalb der Allgemeinbevölkerung unverändert sehr gering“, sagt Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts. Screeninguntersuchungen aller Asylbewerber sollen Erkrankte identifizieren, damit sie gezielt behandelt werden. Die Therapie der Tbc dauert ein halbes Jahr. So lange müssen Antibiotika eingenommen werden.

Vor Ansteckung mit Tbc schützen

Ein Ansteckungsrisiko geht nur von offener Tbc aus. In der Regel sind diese Patienten im Krankenhaus isoliert, was eine Ansteckung anderer fast unmöglich macht. Falls Sie ein gewisses Rest-Risiko fürchten:

  • Halten Sie Abstand von Menschen mit starkem Husten.

  • Achten Sie auf sorgfältige Hygiene, waschen Sie sich etwa immer die Hände, wenn Sie in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren etc.

  • Ein gesunder Lebenswandel (viel Schlaf, ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, wenig Alkohol, Nichtrauchen, Bewegung) sorgt dafür, dass Ihr Immunsystem gut aufgestellt ist.

  • Die Impfung gegen Tbc (BCG-Ipfung) wird übrigens seit 1998 in Deutschland nicht mehr empfohlen. Denn der Impfstoff schützt nicht zuverlässig, kann jedoch starke Nebenwirkungen auslösen.

Tbc, die gefürchtete Schwindsucht, war noch vor 100 Jahren in Deutschland häufige Todesursache. Danach verlor die Infektionskrankheit ihren Schrecken, vor allem weil Antibiotika entdeckt wurden und sich allgemein der Gesundheitszustand der Bevölkerung verbesserte.

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