25.06.2019

Gefahr in Schwimmbad und Co. Dornwarzen richtig behandeln und entfernen: So geht's!

Dornwarzen können sehr weh tun. In diesem Fall sollte der Weg zum Arzt oder in die Apotheke führen, statt auf Hausmittelchen zu setzen.

Foto: Shutterstock/Smeilov Sergey

Dornwarzen können sehr weh tun. In diesem Fall sollte der Weg zum Arzt oder in die Apotheke führen, statt auf Hausmittelchen zu setzen.

Bestimmte Hausmittel sollen gegen Dornwarzen helfen. Wirksamer gegen die schmerzhaften Stellen an den Fußsohlen sind aber andere Maßnahmen. Was am besten hilft...

Nach dem Schwimmen kommen die Warzen – was erst einmal nach Warnung von Muttern vor dem Schwimmbadbesuch klingt, ist gar nicht so weit hergeholt. Denn die Haut weicht beim Baden auf und über winzige Risse können sich dann etwa Warzenviren einnisten – die sich gerne dort tummeln, wo viele Füße aufeinander treffen. Besonders häufig: Dornwarzen. Ursache sind Humane Papillomaviren (HPV). Manche dieser aggressiven Viren lösen Gebärmutterhalskrebs aus, andere hingegen Hauterkrankungen wie eben Dornwarzen.

Ein paar Hausmittel gegen Dornwarzen gibt es. Dennoch sagen wir Ihnen gleich: Gänzlich auf diese verlassen ist schwierig. Da die Hautveränderungen hochansteckend sind, helfen manchmal nur andere Vorgehensweisen.

Ist es eine Dornwarze? Symptome erkennen

Die gutartigen Hautveränderungen, medizinisch "Verrucae plantares", wachsen vor allem an den Fußsohlen, Fersen und in den Zehenzwischenräumen. Die Anzeichen:

  • flache Punkte mit verdickter Hornhaut
  • bräunlich-graue Farbe

Normalerweise wachsen Warzen in die Höhe. Weil das durch die Belastung am Fuß nicht überall möglich ist, sind Dornwarzen in der Regel flach, breiten sich wie ein Kegel nach unten aus und wurzeln oft tief in der Haut, bis hin zu den Nerven. Deshalb verursacht jeder Schritt stechende Schmerzen, als würden Sie in einen Dorn treten – daher rührt auch der Name dieser Warzenart.

Nie an Dornwarzen herumschneiden!

Wie bei allen Warzen gilt: Nicht selbst an der Haut schnippeln und die Warzen auch nicht abhobeln. Denn dabei treten die Viren aus und können sich auf bisher gesunde Hautareale ausbreiten – und eben auch andere anstecken.

Wenn Sie die Warze selbst entfernen möchten, probieren Sie es mit:

  • Warzenpflastern oder einer
  • Warzentinktur

Beide Mittel gibt es in Apotheken.

Mit Hausmitteln behandeln: Beste Chancen in frühen Stadien

Manche Betroffene berichten auch von einer erfolgreichen Behandlung mit Hausmitteln. Die Warze mit Essig abwaschen oder mit Teebaumöl betupfen soll demnach Wirkung zeigen. Die klassischen Hausmittel gegen Warzen, bzw. solche, die auch bei Dellwarzen helfen, können auch beim Entfernen von Dornwarzen unterstützen. Dazu gehören:

  • Teebaumöl (wirkt entzündungshemmend, mehrmals täglich mithilfe eines Q-Tips betupfen)
  • Frische Knoblauch- oder Zwiebelscheiben (antiviral und antibakteriell, frische Scheibe abschneiden und mit Pflaster/Verband auf der Warze fixieren, täglich wechseln)
  • Eigenurin (Morgenurin wirkt stark desinfizierend und lässt Warzen schrumpfen; mit Urin getränkten Wattebausch mit einem Pflaster auf der Warze fixieren)
  • Klebeband (Warze luftdicht abkleben, befallene Hautzellen sterben ab; Haut dazwischen immer wieder mit Fußbädern einweichen und vorsichtig (!) abtragen)
  • Bananenschale (Enzyme und Co. können gegen Warzen helfen; Stück Bananenschale mit einem Pflaster auf der Haut fixieren)
  • Zitronensaft (trocknet die Haut aus, daher rund um die Warze mit Vaseline eincremen; Watte in Zitronensaft tränken und mit Pflaster auf der Warze fixieren; hilft eher in frühen Stadien)
  • Essig (Haut um die Warze herum auch mit Vaseline schützen; hilft, die verhärtete Haut nach und nach abzutragen; wirkt nicht gegen das Virus; Regelmäßig einweichen, Vorsicht beim Abtragen!)

Da Dornwarzen sehr schmerzhaft werden können, helfen Hausmittel besonders dann gut, wenn sie gerade dabei sind, zu entstehen und noch nicht allzu groß sind. Vor allem Heilmittel aus der Natur können Hautprobleme lösen. Dass eine Behandlung mit Hausmitteln bei Dornwarzen oft aber langwieriger und erfolgloser verläuft, liegt ebenfalls daran, dass die Dornwarze nach innen wächst und die Hornhaut-Schichten viel dicker sind. Daher helfen Hausmittel bei Dornwarzen nur begrenzt. Wird die Warze zu groß und zu schmerzhaft, sollte ein Arzt sich die Stelle anschauen und eventuell durch Herausschneiden entfernen.

Warzen besprechen und Rituale: Bringt das was?

Auch Rituale kommen zum Einsatz. Ein Beispiel: Bei Vollmond in einen Faden so viele Knoten machen wie man Warzen hat, dann den Faden nach hinten über die Schulter werfen. Andere schwören auf Warzensprüche wie "Was ich sehe, das vergehe, was ich streiche, das erweiche, Warze fall ab“, während sie einen Finger auf die Warze legen. (Danach aber Hände gründlich waschen und am besten desinfizieren!)

Warum gibt es Berichte über den Erfolg dieser Methoden, die doch sehr an Hokuspokus erinnern? Zum einen kann der Glaube Berge versetzen – gerade auch in der Medizin, Stichwort Placebo-Effekt. Zum anderen haben Dornwarzen die starke Tendenz, spontan von selbst abzuheilen, weil das Immunsystem die Warzenviren besiegt hat.

Dornwarzen vom Hautarzt behandeln lassen

Wer aufgrund der Dornwarzen starke Schmerzen hat, sollte sie aber lieber professionell vom Hautarzt entfernen lassen. Zur Behandlung eignen sich:

  • Vereisen (Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff)
  • Wegätzen (Säure)
  • Laserbehandlung

Ist die Dornwarze aber zu groß und sitzt zu tief, ist die wirksamste Behandlung das chirurgische Entfernen. Dabei wird die Stelle betäubt und vom Arzt herausgeschnitten. Danach muss allerdings ein Druckverband getragen werden, die ersten Tage können schmerzhaft sein, die Wunde muss erst einmal wieder verheilen. Doch danach sind Warze und Druckschmerz weg.

Um Dornwarzen vorzubeugen, sollten Sie in öffentlichen Schwimmbädern und in der Sauna nicht barfuß laufen, sondern Badeschuhe tragen und die Füße nach dem Besuch gut abtrocknen und desinfizieren.

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