Aktualisiert: 27.04.2021 - 15:20

Gefahr in Schwimmbad und Sauna Dornwarzen richtig behandeln und entfernen: So geht's!

Damit die Füße glücklich bleiben, lohnt es sich, Dornwarzen vorzubeugen. Sollten Sie sich dennoch eine dieser Hautveränderungen "eingetreten" haben, helfen – je nach Größe – verschiedene Behandlungsmethoden.

Foto: Getty Images/Bill Oxford

Damit die Füße glücklich bleiben, lohnt es sich, Dornwarzen vorzubeugen. Sollten Sie sich dennoch eine dieser Hautveränderungen "eingetreten" haben, helfen – je nach Größe – verschiedene Behandlungsmethoden.

Bestimmte Hausmittel sollen gegen Dornwarzen helfen. Wirksamer gegen die schmerzhaften Stellen an den Fußsohlen sind aber andere Maßnahmen. Was am besten hilft – und wie Sie vorbeugen...

Nach dem Schwimmen kommen die Warzen – was erst einmal nach Warnung von Muttern vor dem Schwimmbadbesuch klingt, ist gar nicht so weit hergeholt. Denn die Haut weicht beim Baden auf, und über winzige Risse können sich dann etwa Warzenviren einnisten – die sich gerne dort tummeln, wo viele nackte Füße ihrer Wege gehen. Besonders häufig: Dornwarzen, auch Plantarwarzen genannt. Ursache sind Humane Papillomviren (HPV). Manche dieser aggressiven Viren lösen Gebärmutterhalskrebs aus, andere hingegen Hauterkrankungen wie eben Dornwarzen.

Einige Hausmittel gegen Dornwarzen gibt es zwar. Dennoch sagen wir Ihnen gleich: Sich ausschließlich auf diese zu verlassen, ist nicht ratsam. Da die Hautveränderungen hochansteckend sind, helfen meist nur andere Vorgehensweisen.

Ist es eine Dornwarze? Symptome erkennen

Die gutartigen Hautveränderungen, medizinisch "Verrucae plantares", wachsen vor allem an den Fußsohlen, Fersen und in den Zehenzwischenräumen. Die Anzeichen:

  • flache Punkte mit verdickter Hornhaut
  • bräunlich-graue Farbe

Normalerweise wachsen Warzen in die Höhe. Weil das durch die Belastung am Fuß nicht überall möglich ist, sind Dornwarzen in der Regel flach, breiten sich wie ein Kegel nach innen aus und wurzeln oft tief in der Haut, bis hin zu den Nerven. Deshalb verursacht jeder Schritt stechende Schmerzen, als würden Sie in einen Dorn treten – daher rührt auch der Name dieser Warzenart.

Auch, wenn Dornwarzen nicht weiter gefährlich sind, können sie eben doch sehr schmerzhaft sein. Außerdem kann sich das umliegende, gesunde Gewebe entzünden, wenn es verdrängt wird.

Nie an Dornwarzen herumschneiden!

Wie bei allen Warzen gilt: Nicht selbst an der Haut schnippeln und die Warzen auch nicht abhobeln. Denn dabei treten die Viren aus, können sich auf bisher gesunde Hautareale ausbreiten – und auch andere anstecken.

Wenn Sie die Warze selbst entfernen möchten, probieren Sie es mit:

  • Warzenpflastern oder einer
  • Warzentinktur

Beide Mittel gibt es in Apotheken.

Mit Hausmitteln behandeln: Beste Chancen in frühen Stadien

Manche Betroffene berichten auch von einer erfolgreichen Behandlung mit Hausmitteln. Die Warze mit Essig abzuwaschen oder mit Teebaumöl zu betupfen, soll demnach Wirkung zeigen. Die klassischen Hausmittel gegen Warzen bzw. solche, die auch bei Dellwarzen helfen, können auch beim Entfernen von Dornwarzen unterstützen. Dazu gehören:

  • Teebaumöl (wirkt entzündungshemmend, mehrmals täglich mithilfe eines Q-Tips betupfen)
  • Frische Knoblauch- oder Zwiebelscheiben (antiviral und antibakteriell, frische Scheibe abschneiden und mit Pflaster/Verband auf der Warze fixieren, täglich wechseln)
  • Eigenurin (Morgenurin wirkt stark desinfizierend und lässt laut Großmutters Hausmittelrezepten Warzen schrumpfen; mit Urin getränkten Wattebausch mit einem Pflaster auf der Warze fixieren)
  • Klebeband (Warze luftdicht abkleben, befallene Hautzellen sterben ab; Haut dazwischen immer wieder mit Fußbädern einweichen und vorsichtig (!) abtragen, wenn genügend aufgeweicht)
  • Bananenschale (Die Enzyme in der Schale können gegen Warzen helfen; Stück Bananenschale mit einem Pflaster auf der Haut fixieren)
  • Zitronensaft (trocknet die Haut aus, daher rund um die Warze mit Vaseline eincremen; Watte in Zitronensaft tränken und mit Pflaster auf der Warze fixieren; hilft eher in frühen Stadien)
  • Essig (Haut um die Warze herum auch mit Vaseline schützen; hilft, die verhärtete Haut nach und nach abzutragen; wirkt nicht gegen das Virus; Regelmäßig einweichen, Vorsicht beim Abtragen!)

Da Dornwarzen sehr schmerzhaft werden können, helfen Hausmittel besonders dann gut, wenn sie gerade dabei sind, zu entstehen und noch nicht allzu groß sind. Vor allem Heilmittel aus der Natur können Hautprobleme lösen. Dass eine Behandlung mit Hausmitteln bei Dornwarzen oft aber langwieriger und erfolgloser verläuft, liegt ebenfalls daran, dass die Dornwarze nach innen wächst und die Hornhaut-Schichten viel dicker sind. Daher helfen Hausmittel bei Dornwarzen nur begrenzt. Wird die Warze zu groß und zu schmerzhaft, sollte ein Arzt sich die Stelle anschauen und die Warze eventuell durch Herausschneiden entfernen.

Warzen besprechen und Rituale: Bringt das was?

Auch Rituale kommen gerne zum Einsatz. Ein Beispiel: bei Vollmond so viele Knoten in einen Faden machen, wie man Warzen hat, dann den Faden nach hinten über die Schulter werfen. Andere schwören auf Warzensprüche wie "Was ich sehe, das vergehe, was ich streiche, das erweiche, Warze fall ab“, während sie einen Finger auf die Warze legen (danach aber Hände gründlich waschen und am besten desinfizieren!).

Warum gibt es Berichte über den Erfolg dieser Methoden, die doch sehr an Hokuspokus erinnern? Zum einen kann der Glaube Berge versetzen – gerade auch in der Medizin, Stichwort Placebo-Effekt. Zum anderen haben Dornwarzen die starke Tendenz, spontan von selbst abzuheilen, weil das Immunsystem die Warzenviren besiegt hat. Auf solche Rituale sollten Sie sich aber nicht unbedingt verlassen. Wem der Glaube daran hilft, kann es aber natürlich versuchen. Aber: immer schön desinfizieren, damit sich keine Warzen ausbreiten oder sich sonst niemand ansteckt.

Dornwarzen vom Hautarzt behandeln lassen

Wer aufgrund der Dornwarzen starke Schmerzen hat, kann sie professionell vom Hautarzt entfernen lassen. Zur Behandlung eignen sich:

  • vereisen (Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff)
  • wegätzen (Säure)
  • Laserbehandlung

Ist die Dornwarze schon sehr groß und sitzt zu tief, ist die wirksamste Behandlung das chirurgische Entfernen. Dabei wird die Stelle betäubt und vom Arzt herausgeschnitten. Danach muss allerdings ein Druckverband getragen werden – die ersten Tage können schmerzhaft sein, die Wunde muss erst einmal wieder verheilen. Doch danach sind Warze und Druckschmerz weg.

Egal, welchen Weg Sie wählen: Bringen Sie Geduld mit. Das Entfernen mit Hausmitteln kann sehr lange dauern, aber auch spezielle Tinkturen und Co benötigen ihre Zeit. Lassen Sie sich eine Warze chirurgisch entfernen, beachten Sie den Abheilprozess, der sich ebenfalls über einige Tage bis Wochen ziehen kann – je nach Größe des behandelten Areals.

Vorbeugen hilft am besten: So entstehen Dornwarzen gar nicht erst

Um Dornwarzen vorzubeugen, sollten Sie in öffentlichen Schwimmbädern und in der Sauna nicht barfuß laufen, sondern Badeschuhe tragen und die Füße nach dem Besuch immer gut abtrocknen und desinfizieren. Und auch wenn innerhalb der Familie Warzen auftreten, gilt: Jeder benutzt ein eigenes Handtuch, Handtücher immer bei 60°C waschen. Gleiches gilt für Socken: täglich wechseln und immer gründlich waschen. Das beugt übrigens auch Fußpilz vor.

Übrigens: Humane Papillomviren (HPV) lösen auch andere Warzenarten aus, etwa die im Genitalbereich vorkommenden Feigwarzen. Gegen die Viren gibt es mittlerweile eine Impfung. Die HPV-Impfung kann sogar Leben retten – doch das wissen zu wenige.

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