11.12.2017

Auffrischimpfung nicht vergessen Diphtherie – selten, aber höchst gefährlich

Diphtherie ist eine lebensgefährliche bakterielle Infektion.

Foto: ©iStock/Sasha_Suzi

Diphtherie ist eine lebensgefährliche bakterielle Infektion.

Starke Halsschmerzen und Fieber können Symptome von Diphtherie sein. Wird nicht rechtzeitig behandelt, droht Ersticken. Was Sie wissen sollten.

Diphtherie – was ist das überhaupt? Die ansteckende Krankheit wird durch Bakterien (Corynebacterium diphtheriae) ausgelöst. Wie bei Erkältung oder Grippe werden die Krankheitserreger per Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Husten, Niesen, Schmusen, aber auch über gemeinsam benutzte Handtücher, Besteck und Gläser.

Diphtherie-Bakterien übertragen, ohne selbst erkrankt zu sein

Dabei sind Diphtherie-Bakterien besonders tückisch: Ohne selbst daran erkrankt zu sein, können Sie die Erreger weitergeben. Die Ansteckungszeit beträgt zwei bis sieben Tage.

Diese Symptome sind typisch für Diphtherie

Dann zeigt sich die Infektion mit folgenden Anzeichen:

  • Fieber

  • Halsschmerzen

  • Schluckbeschwerden

  • geschwollenen Lymphknoten

Es handelt sich um die Symptome der Kehlkopf-Diphtherie, der in Europa häufigsten Form der Infektionskrankheit. Wird nicht rechtzeitig mit den entsprechenden Medikamenten behandelt, kann der Kehlkopf zuschwellen, Ersticken droht. Außerdem bilden die Bakterien Toxine, die Organe bleibend schädigen können. Die Behandlung der Diphtherie sieht deshalb nicht nur Antibiotika gegen die Bakterien vor, sondern auch Antitoxine gegen die Bakteriengifte.

Risiko von Haut-Diphtherie vor allem in den Tropen

Neben der Halsentzündung können die Bakterien jedoch auch zu einer schweren Hautinfektion führen. Erstes Anzeichen: Wunden, die schlecht heilen. Vor allem in Afrika, Indien, Afghanistan und auf den Philippinen gibt es richtige Epidemien der Haut-Diphtherie.

Wer in die entsprechenden Regionen reisen möchte, sollte sich auf jeden Fall vorher gegen Diphtherie impfen lassen.

Diphtherie-Impfung wirkt nur zehn Jahre

Normalerweise werden in Deutschland bereits Babys gegen Diphtherie geimpft. Oft handelt es sich dabei um einen Kombinationsimpfung, die auch vor Tetanus, Kinderlähmung (Polio) und Keuchhusten schützt.

Was viele nicht wissen: Die Wirkung der Diphtherie-Impfung hält nur etwa zehn Jahre an, danach ist eine Auffrischimpfung nötig. Das wird jedoch oft vergessen. Aktuell sind in Deutschland nur etwa ein Drittel der Erwachsenen gegen Diphtherie geimpft. Das kann gefährlich sein – auch wenn Sie nicht in die Tropen reisen. Denn oft werden die Bakterien von Menschen aus diesen Gebieten nach Deutschland eingeschleppt. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Hausarzt über eine Auffrischimpfung.

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