04.08.2017 - 09:47

Symptome erkennen Borderline hemmt auch die Lust am Sex

Das Borderline-Syndrom kann zu einer großen Belastungsprobe für die Beziehung werden.

Foto: ©iStock/South_agency

Das Borderline-Syndrom kann zu einer großen Belastungsprobe für die Beziehung werden.

Innerlich zerrissen und ständig Angst, verlassen zu werden – wie Sie das Borderline-Syndrom erkennen und was das für die Beziehung bedeutet.

Menschen mit einer Boderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) machen es sich und ihren nächsten Menschen ziemlich schwer. Denn die Betroffenen bewegen sich ständig auf einer unsichtbaren Grenze zwischen Normalität und Krankheit.

Die Anzeichen für das Borderline-Syndrom

Schon in der Pubertät zeigen sich die ersten Symptome:

  • sehr impulsiv
  • streitlustig
  • explosives Verhalten
  • unberechenbar
  • große Unsicherheit, was das Selbstbild betrifft
  • Gefühl der inneren Leere
  • Androhung und Durchführung von selbstverletzendem Verhalten – sich ritzen, sich mit Zigaretten brennen, sich schlagen, Suizidgedanken

Mit diesen Selbstverletzungen versucht der Kranke, das innerliche Gefühlschaos zu unterdrücken und wieder normal zu empfinden. Außerdem ist es ein Hilfeschrei an Freunde und Familie.

Borderline-Syndrom und Beziehung

Besonders tragisch wird es für Menschen mit BPS jedoch, wenn sie sich verlieben und eine Beziehung eingehen. Weil sie Schwierigkeiten haben, die eigenen Emotionen richtig einzuordnen, zu kontrollieren oder auch positive Gefühle auszuleben, wird die Partnerschaft mit einem Borderliner für beide zu einer Achterbahnfahrt von wunderbar bis verletzend und enttäuschend. In der Sexualität sind Menschen mit Borderline-Syndrom ebenfalls extrem – in diesem Augenblick noch überschwänglich liebevoll, verletzen sie im nächsten den Partner und beschimpfen ihn.

>> Persönlichkeitsstörung erkennen und behandeln

Borderline-Syndrom – Test und Therapie

Mit einfachen Fragen kann der Psychiater oder Psychologe herausfinden, ob eine Borderline-Störung vorliegt. Der Test fragt in etwa auch die aufgeführten Symptome ab. Steht die Diagnose BPS fest, wird der Therapieplan besprochen. Möglich sind Einzel- und Gruppentherapie, anfangs auch unterstützt von Medikamenten. Die Prognose bei Borderline-Syndrom ist übrigens günstig. Richtig behandelt sind nach etwa zehn Jahren fast 90 Prozent der Betroffenen sozusagen geheilt.

In Zukunft immer mehr Menschen mit Borderline-Syndrom

Aktuell leben rund 1,2 Millionen Menschen mit BPS in Deutschland. Die Zahl könnte in den nächsten Jahren stark ansteigen. Denn richtige Familien mit stabilen Strukturen, in denen sich ein Kind gesund entwickeln kann, gibt es immer weniger. Die Familien brechen auseinander, Kinder und Jugendliche verlieren den Halt und bewegen sich auf einer Borderline im wahrsten Sinne des Wortes.

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