07.08.2017

Verlust der Sprache Aphasie: Ein Schlaganfall ist häufig die Ursache

Foto: ©iStock/svetikd

Plötzlich nicht mehr sprechen zu können oder nur noch zu stammeln ist ein Albtraum. Was Sie über Aphasie-Formen und -Behandlung wissen sollten.

Aphasie ist für die Betroffenen fürchterlich. Es gelingt nicht mehr, über die Sprache zu kommunizieren. Ursache ist eine Schädigung der linken Gehirnhälfte, also in dem Bereich, wo sich das Sprachzentrum befindet.

Aphasie – Ursache liegt im Gehirn

Warum das Sprachzentrum plötzlich beeinträchtigt ist, kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten:

  • Schlaganfall

  • Unfall

  • Tumor

>> Schlaganfall – die Gefahr, die im Gehirn lauert

Dabei gibt es viele verschiedene Formen der Aphasie, die mehr oder weniger die Sprache beeinträchtigen. Sie können in leichter bis schwerer Ausprägung folgende Bereiche betreffen:

  • Sprachgestalt (Morphologie)

  • Wortbedeutung (Semantik)

  • Wortschatz (Lexikon)

  • Satzbildung (Syntax)

  • Sprachlaute (Phonologie)

>> Schlaganfall: Auch Viren können die Ursache sein

Aphasie-Formen – globale Aphesie, Broca-Aphesie und Wernicke-Aphesie

Besonders häufige Aphasien sind:

  • Globale Aphesie – bei dieser schwersten Form der Aphesie sind alle Sprachbereiche gestört. Sowohl sprechen als auch Sprache verstehen ist stark eingeschränkt.

  • Broca-Aphesie, früher auch motorische Aphesie genannt – das aktive Sprechen ist beeinträchtigt, wobei Sprache jedoch gut verstanden wird. Broca-Aphesie tritt oft nach einem Schlaganfall ein.

  • Wernicke-Aphesie – wichtigstes Symptom sind Wortverdrehungen (z. B. Bund statt Hund) und Wortverwechslungen (Türe statt Fenster). Anders als bei der Broca-Aphesie bemerkt der Betroffene das jedoch nicht und kann nicht begreifen, warum ihn keiner richtig versteht.

Jeder Deutsche geht im Jahr durchschnittlich 17 Mal zum Arzt. Aber weshalb? Wir zeigen die 30 Krankheiten, die Ärzte besonders oft diagnostizieren – klicken Sie sich durch:

Therapie: Viel Geduld ist gefragt

Basis der Therapie bei Aphasie ist die Ursache zu beheben – also bei einem Schlaganfall etwa das Blutgerinnsel im Gehirn auflösen, nach einem Unfall dem Gehirn Zeit zur Regeneration zu gönnen oder den Tumor etwa mit Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie schrumpfen zu lassen oder zu entfernen.

Danach helfen Sprech-, Hör- und Leseübungen mit dem Sprachtherapeuten dabei, den Sprachverlust nach und nach wieder zu beheben. Dafür stehen individuell ausgewählte Übungsverfahren zur Verfügung, die sich nach der Form der Aphasie richten. Zum alleine Üben gibt es auch zahlreiche Computerprogramme.

Bei leichten Fällen stellt sich schon nach wenigen Monaten eine deutliche Verbesserung ein. Manchmal kann es aber auch Jahre dauern, bis Sprache und Sprachverständnis wieder stimmen.

Seite