04.08.2017

Wenn die Lunge vernarbt Lungenfibrose – schlechte Luft schädigt die Lunge dauerhaft

Foto: ©iStock/Sasha_Suzi

Ursache für Lungenfibrose sind Giftstoffe in der Luft, aber auch Nanopartikel und Haarspray stehen unter Verdacht. Wie man die Krankheit erkennt.

Zuerst ist es nur ein trockener Reizhusten. Dieses ständige Hüsteln nehmen viele Betroffene jedoch nicht ernst. Später kommen Atemprobleme dazu. Die Luft wird knapp und vor allem bei Anstrengung plagt Atemnot. Diese besteht beim Einatmen. Die Kranken können nicht ausreichend Luft in die Lungen pumpen – im Gegensatz zu COPD, hier ist das Ausatmen erschwert.

Sichtbare Symptome der Krankheit

Im Verlauf der Lungenfibrose wird die Atemnot immer stärker und tritt sogar in Ruhe auf. Durch den Sauerstoffmangel färben sich die Lippen blau. Weitere sichtbare Anzeichen bei fortgeschrittener Lungenfibrose:

  • Die Fingernägel verändern sich, sie wölben sich wie ein Uhrglas und werden deswegen als Uhrglasfingernägel bezeichnet.

  • Die Endglieder der Finger verdicken sich zu sogenannten Trommelschlegelfingern.

Was ist Lungenfibrose?

Dabei handelt es sich bei Lungenfibrose eigentlich um den Oberbegriff für rund 100 verschiedene Lungenerkrankungen, die jedoch eines gemeinsam haben:

  • Das Lungengewebe entzündet sich chronisch.

  • Auch die Lungenbläschen verändern sich im Zuge der Entzündung.

  • Nach und nach baut der Körper das entzündete Gewebe in Bindegewebe um.

  • Die Lunge vernarbt, wird unelastisch und versteift.

  • Der Sauerstoff kann aus den Lungenbläschen nicht mehr ausreichend ins Blut gelangen.

Rechtzeitige Therapie wichtig, sonst sinkt die Lebenserwartung

Die chronische, fortschreitende Lungenerkrankung kann nicht geheilt werden. Frühzeitig behandelt lässt sich der Verlauf jedoch abbremsen. Manchmal gelingt es auch, das Fortschreiten ganz zu stoppen. Die Therapie der Lungenfibrose besteht aus mehreren Maßnahmen:

  • Entzündungshemmende Medikamente wie Kortison

  • Bronchien erweiternde Arzneimittel wie Anticholinergika und Beta-2-Sympathomimetika als Spray zum Inhalieren und Theophyllin in Tablettenform

  • Antioxidative Therapie mit Mitteln, die das Ungleichgewicht von Zellschädlingen und zellschützenden Substanzen in der Lunge ausgleichen

Wird Lungenfibrose erst spät behandelt, lässt sich die fortschreitende Versteifung der Lunge höchstens verlangsamen. Als letzte Option besteht die Möglichkeit der Lungentransplantation. Weil die Spendebereitschaft in Deutschland sehr gering ist, müssen viele Patienten mit fortgeschrittener Lungenfibrose jedoch vergeblich auf ein Spenderorgan warten. Sie sind auf Sauerstofflangzeittherapie angewiesen und die Lebenserwartung ist deutlich eingeschränkt.

Lungenfibrose – Ursachen und die idiopathische Form

Warum sich das Lungengewebe so stark verändert, kann in den meisten Fällen nicht herausgefunden werden. Dann spricht der Arzt von idiopathischer Lungenfibrose. Vermutlich spielen dabei Viren eine Rolle. Idiopathische Lungenfibrose betrifft vor allem Menschen über 65 Jahre.

Alle anderen Formen werden durch eingeatmete Giftstoffe verursacht. Bekannt sind dabei Metallstaub, Quarzstaub und Asbest. Aber auch eingeatmete Allergene wie etwa Schimmelpilze spielen eine Rolle.

Daneben stehen auch Dinge, mit denen wir täglich Kontakt haben, unter Verdacht:

  • Haarspray, wenn es langanhaltend und stark verwendet und dabei eingeatmet wird

  • Nanopartikel aus Autoabgasen (Benzin, Diesel) könnten Viren wecken, die in der Lunge schlafen, so etwa Herpesviren, wie eine aktuelle Studie vermuten lässt. Durch die Nanopartikel aktiviert, kommt es zu einer Entzündung mit folgender Lungenfibrose.

Schützen Sie sich vor Lungenfibrose

Doch Lungenfibrose lässt sich bis zu einem gewissen Maß vorbeugen. Das wichtigste dabei: Meiden Sie schlechte Luft und Passivrauchen. Selbstverständlich sollte sein, aufs Rauchen zu verzichten. Stichwort schlechte Luft und Reizstoffe. Denken Sie auch am Arbeitsplatz daran, Schadstoffbelastungen so gut wie möglich auszuschalten. Tragen Sie eine Staubmaske, wenn Sie etwa mit Metall arbeiten.

Berücksichtigen Sie auch in der Freizeit Risikofaktoren in der Atemluft: Tragen Sie eine Atemmaske, beispielsweise, wenn Sie Nagellack und -härter anwenden oder mit anderen aggressiven Chemikalien zu tun haben.

Seite

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen