09.08.2017

Höllische Schmerzen im Gesicht Trigeminusneuralgie – Symptome und Behandlung

Bei einer Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine Reizung des sogenannten Drillingsnervs, des Nervus trigeminus.

Foto: ©iStock/Juanmonino

Bei einer Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine Reizung des sogenannten Drillingsnervs, des Nervus trigeminus.

Wenn der Gesichtsnerv verrückt spielt, sind die Schmerzen oft nicht auszuhalten. Mehr über Symptome und Behandlung der rätselhaften Krankheit.

Die Schmerzen kommen oft blitzartig, stechen und es ist, als wenn ein Stromschlag ins Gesicht fährt. Das sind die typischen Symptome für eine Trigeminusneuralgie. Dabei handelt es sich um eine Reizung des sogenannten Drillingsnervs, des Nervus trigeminus. Er ist in drei Äste aufgeteilt:

  • Stirnpartie

  • Oberkiefer mit Oberlippe

  • Unterkiefer

Ursachen und Symptome der Trigeminusneuralgie

Was der Auslöser für die Irritation des Trigeminusnervs ist und damit Ursache der heftigen Schmerzattacken, wurde wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt. Als gesichert gilt, dass Trigeminusneuralgie oft bei Patienten mit Multipler Sklerose auftritt und bei solchen, die Gürtelrose (Zoster) am Kopf hatten (Post-Zoster-Neuralgie).

Betroffene, die öfters von der Trigeminusneuralgie geplagt werden, berichten davon, dass Zugluft, kaltes Wasser im Gesicht, Eis essen oder einfache Dinge wie etwa Zähne putzen oder Kauen eine Schmerzattacke triggern können.

Typisches Symptom einer Trigeminusneuralgie ist, dass der plötzlich einschießende Schmerz immer nur eine Hälfte des Gesichts betrifft. Zusätzlich kann auf dieser Seite des Gesichts beobachtet werden:

  • das Auge tränt

  • die Haut rötet sich

Schmerzen gehören zu den stärksten überhaupt

Die Schmerzattacke kann nur Sekunden dauern, aber auch Minuten anhalten. Manchmal bleibt es bei nur einem Anfall. Oft können die Schmerzen jedoch auch immer wieder über Monate hinweg auftreten. Dann schränken sie die Lebensqualität erheblich ein.

Denn die Schmerzen, die bei einer Trigeminusneuralgie möglich sind, werden von den Patienten auf einer Schmerzskala als die stärksten eingeordnet, die überhaupt möglich sind.

Jeder Deutsche geht im Jahr durchschnittlich 17 Mal zum Arzt. Aber weshalb? Wir zeigen die 30 Krankheiten, die Ärzte besonders oft diagnostizieren – klicken Sie sich durch:

Trigeminusneuralgie – die Schmerzen rasch behandeln

Wer Gesichtsschmerzen hat, sollte sie auf jeden Fall von einem Arzt abklären lassen. Liegen keine anderen Erkrankungen vor wie etwa eine einseitige Kieferhöhlenentzündung oder ein vereiterter Zahn, ist der Neurologe der richtige Experte. Er wird in der Regel zuerst spezielle Medikamente verschreiben, die etwa gegen Krämpfe helfen. Gängige Wirkstoffe gegen Trigeminusneuralgie sind:

  • Carbamazepin

  • Oxcarbazepin

  • Gabapentin

Erst wenn keines der Medikament wirkt, wird der Arzt gemeinsam mit dem Patienten eine Operation erwägen. Dabei lassen sich Teile des Trigeminusnervs entlasten oder unterbrechen. Die Behandlung erfolgt über eine Nadel, die mit Hitze oder chemischen Substanzen die Nervenreizung beheben soll. Eine neuere Möglichkeit ist die Strahlentherapie mit dem sogenannten Gamma-Knife, das besonders präzise arbeitet.

Als Nebenwirkung können jedoch Empfindungsstörungen im Gesicht auftreten. Deshalb wird immer zuerst versucht, die Trigeminusneuralgie mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Heilbar ist die Krankheit letztendlich nicht und nur selten verschwindet sie wieder für immer. Je nach Ausprägung ist die Lebensqualität stark eingeschränkt und nicht wenige Betroffene haben eine hohes Risiko, eine Depression zu entwickeln. Hilfreich sind Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene austauschen können, wie etwa das Trigeminusneuralgie Forum oder Trigeminusneuralgie Deutschland.

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