10.07.2017

Endlich wieder ruhige Nächte Was wirklich gegen Schnarchen hilft

Ein schnarchendes Familienmitglied kann für die anderen eine echte Belastung sein.

Foto: iStock/monkeybusinessimages

Ein schnarchendes Familienmitglied kann für die anderen eine echte Belastung sein.

Fast jeder Dritte schnarcht. Effiziente Hilfe gegen Rhonchopathie, so der Fachbegriff für Schnarchen, ist leider rar gesät. Es gibt aber Mittel, die wirklich helfen: ganz einfache, aber auch mechanische.

In deutschen Schlafzimmern geht’s laut zu. Die Rede ist nicht von temperamentvollem Liebesleben, sondern von Schnarchen, einem echten Volksleiden. Denn um ein Leiden handelt es sich tatsächlich – vor allem die Partner werden ständig geweckt, und der für die Gesundheit so wichtige Tiefschlaf fehlt.

Schnarchen erhöht Risiko für Schlafapnoe

Auch der Schnarcher selbst hat ein erhöhtes Risiko, durch die Geräuschentwicklung und die falsche Atmung krank zu werden, Stichwort Schlafapnoe. Die Atemaussetzer im Schlaf erhöhen das Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt.

Schnarchen erzeugt also gleich doppelten Leidensdruck: Beim Schnarcher selbst und beim Partner. Der medizinische Fachbegriff Rhonchopathie kommt deshalb vom Griechischen rhonchos für Schnarchen und pathos für Leid.

>> Schlafapnoe - Lebensgefährliche Atemaussetzer in der Nacht

Schnarchen verhindern – Therapie der Rhonchopathie

Manchmal helfen bereits ganz einfache Mittel gegen Schnarchen wie etwa:

  • Trinken Sie keinen Alkohol. Alkohol entspannt die Muskeln und damit auch die Rachenmuskulatur, das Gaumensegel beginnt bei jedem Atemzug zu schwingen, was zum Schnarchen führt.
  • Nehmen Sie ab. Oft ist eine Verengung der Atemwege Ursache für das Schnarchen. Und Fettschichten lagern sich nicht nur am Bauch an, sondern minimal auch in fast allen Körperbereichen – wie dem Rachen.
  • Schlafen Sie auf dem Bauch oder auf der Seite. Dabei ist das Risiko wesentlich geringer als wenn Sie auf dem Rücken schlafen. Beim Schlafen auf dem Rücken rutscht nämlich die Zunge ein bisschen zurück in den Rachen, der Atemweg wird enger und das Schnarchrisiko steigt.
  • Schienen, Spangen oder Klammern gegen Schnarchen

>> Rückenlage im Schlaf begünstigt Atemaussetzer

Helfen diese Maßnahmen nicht, gibt es noch eine Reihe von mechanischen Hilfsmitteln, die recht gut wirken können. Alle haben das Ziel, die Atemwege beim Schlafen weit zu halten. Dazu gehören:

  • Schienen (Protrusionsschienen), die den Unterkiefer nach vorne schieben und damit verhindern, dass er beim Schlafen nach unten fällt. Kosten beim Zahnarzt: rund 600 Euro.
  • Nasenklammer, Nasenstrips und Nasenpflaster halten beim Schlafen den Atemweg durch die Nase weit offen. Kosten ab etwa 1 Euro pro Stück.
  • Nasensprays und Nasentropfen mit befeuchtenden Wirkstoffen und Ölen erweitern die oberen Atemwege.

Wem alle diese Mittel gegen Rhonchopathie nicht helfen oder wer Atemaussetzer im Schlaf hat, sollte sich an seinen Hausarzt wenden. Gegebenenfalls hilft dann eine Untersuchung im Schlaflabor, um herauszufinden, wie stark das Schnarchen ist, ob es bereits zu Schlafapnoe kommt, und welche Behandlung eingeleitet werden sollte.

>> Müdes Deutschland: Schlafstörungen quälen Millionen

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