Aktualisiert: 10.03.2021 - 16:19

Lästige Lippenbläschen Lippenherpes: Das sind die 7 besten Hausmittel

Die häufigste Erscheinungsform von Herpes: Wenn Sie schnell handeln, gibt es ein paar hilfreiche Hausmittel gegen Lippenherpes.

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Die häufigste Erscheinungsform von Herpes: Wenn Sie schnell handeln, gibt es ein paar hilfreiche Hausmittel gegen Lippenherpes.

Bei Lippenherpes gibt es zahlreiche Hausmittel, die bei den lästigen Lippenbläschen helfen sollen. Von Alkohol bis Zink – wir zeigen, was am besten wirkt – und wann ärztlicher Rat oder Salbe aus der Apotheke besser sind.

Zuerst juckt und spannt es an der Lippe, nach ein paar Stunden zeigen sich dann extrem schmerzhafte Bläschen. Die Lippenbläschen enthalten eine hoch ansteckende Flüssigkeit, in der sich große Mengen an Herpes-simplex-Viren tummeln. Die Auswirkungen sind ziemlich unangenehm. Wenn Sie jedoch schnell reagieren, können Sie versuchen, Lippenherpes mit Hausmitteln zu behandeln.

Schmerzende Bläschen: Lippenherpes mit Hausmitteln bekämpfen
Schmerzende Bläschen: Lippenherpes mit Hausmitteln bekämpfen

Hausmittel gegen Lippenbläschen schon beim ersten Jucken

Wenn Sie bereits beim ersten Jucken und Ziehen die verdächtige Stelle an der Lippe mit einer Creme gegen Herpes behandeln, hilft das zum Glück oft schon – oder Sie probieren es erst einmal mit Hausmitteln. Aber Vorsicht: Nicht alle wirken bei jedem gleich gut, testen Sie einfach, welches der sieben Hausmittel bei Ihnen am besten hilft:

  1. Mit hochprozentigem Alkohol oder Essig abtupfen – die desinfizierende Wirkung kann die Viren vertreiben.
  2. Eiswürfel auflegen – gerade in der Anfangsphase kann etwas Unterkühlung die Vermehrung der Viren stoppen und damit das Aufblühen der Lippenbläschen.
  3. Honig auftragen – das Naturprodukt enthält Wirkstoffe wie Methylglyoxal, was Viren und Bakterien bekämpfen kann. Besonders reich an Methylglyoxal ist Manuka-Honig, eine Spezialität aus Neuseeland (Apotheke, Reformhaus).
  4. Frisch aufgeschnittener Knoblauch kann als Auflage das Abheilen der Bläschen unterstützen. Knoblauch enthält das Antioxidans Allicin, das gegen Viren und Bakterien wirkt.
  5. Kurkuma, also Gelbwurz, aufschneiden und ein Scheibchen auf die schmerzende Stelle an der Lippe legen. Der Inhaltsstoff Curcumin wirkt speziell gegen Herpesviren und hemmt deren Vermehrung, wie Untersuchungen zeigen.
  6. Melisse wirkt gegen Herpesviren, vor allem Zitronenmelisse. Als Extrakt oder Öl auf die Bläschen getupft, fördert Zitronenmelisse das Abheilen und verkürzt die Dauer von Lippenherpes, was sogar in Studien bewiesen wurde.
  7. Teebaumöl auftragen, allerdings sehr sparsam und am besten verdünnt. Es wirkt antimikrobiell. Aber Vorsicht: Viele vertragen das intensive Naturprodukt nicht gut und reagieren mit einer Allergie. Deshalb eine winzige Probe Teebaumöl vorher an einer anderen Körperstelle testen, etwa der Innenseite des Unterarms. Und wie gesagt: Teebaumöl bitte immer verdünnen!

Hausmittel wie Zahnpasta oder Zinksalbe entfalten bei Herpes nicht die erwartete Wirkung. Allerdings helfen sie dabei, die Bläschen auszutrocken und unterstützen damit den Heilungsprozess. Damit lässt sich die Dauer der Lippenbläschen manchmal von 14 auf zehn Tage verkürzen.

Mittel aus der Apotheke: Wann anwenden?

Cremes, die bei Lippenherpes die Virenvermehrung eindämmen, wirken in der Regel nur in den ersten fünf Tagen. Betroffene benutzen sie am besten schon, wenn sie ein leichtes Kribbeln verspüren. Sind die Bläschen eingetrocknet und die typische Kruste entsteht, werden Cremes wirkungslos. Dann kann aber eine einfache Zinksalbe helfen, damit der Ausbruch schnell verheilt. Bei häufig wiederkehrenden und großflächigen Herpes-Infektionen helfen eventuell antivirale Tabletten. Einen Impfstoff gegen das Herpes-simplex-Virus gibt es noch nicht.

Lippenbläschen nicht ausdrücken!

Daran rumzudrücken oder sie aufzustechen ist aufgrund des hochansteckenden Sekrets der denkbar schlechteste Rat! Mit dem Sekret können sich die Krankheitserreger ausbreiten. Ganze Nester von Bläschen, die bis zu Nase und Kinn reichen können, bilden sich und sind dann meist nur mit starken Herpes-Medikamenten wie Penciclovir, Aciclovir oder Valaciclovir in den Griff zu bekommen. Außerdem können Sie so auch andere Menschen viel leichter anstecken – nämlich nicht nur übers Küssen oder über gemeinsam genutzte Gläser und Co, sondern auch über Berührungen mit den Fingern, wenn Sie an Ihren Herpesbläschen herumgedrückt haben und sich danach nicht ordentlich die Hände waschen:

Richtig Hände waschen
Richtig Hände waschen

Woher kommen die schmerzhaften Bläschen auf der Lippe?

Ursache für den Lippenherpes ist eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren – und die tragen laut Robert Koch Institut (RKI) schätzungsweise rund 85 Prozent der Bevölkerung in sich. "Die meisten Menschen infizieren sich bereits vor dem fünften Lebensjahr, in der eigenen Familie", sagt Hermann Josef Kahl gegenüber der Presseangentur dpa. Er ist Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte und auch selbst Kinder- und Jugendarzt. Die Übertragung ist leicht – häufig über den Speichel oder die Finger, dabei meist unbemerkt. Denn: Wer infiziert ist, kann auch ansteckend sein, bevor sich Bläschen zeigen.

Herpes-Viren bleiben für immer

Herpes-Viren können im Körper schlummern, ohne dass es der Betroffene merkt. Daher kommt der Herpes auch immer mal wieder, wenn er gerade einen Grund dazu findet. Leidgeplagte etwa müssen sich manchmal gefühlt nur vor etwas ekeln – und schon bricht das Virus wieder aus. Die Viren dringen in die Nervenzellen ein und wandern entlang der langen Fortsätze bis in einen Nervenknoten, der in etwa unterhalb der Schläfe sitzt. "In diesem Nervenknoten des sogenannten Trigeminusnervs verbleiben die Viren ein Leben lang", sagt Prof. Mertens.

Die meiste Zeit sind sie inaktiv, das heißt es werden keine infektionstüchtigen Viren gebildet. Durch bestimmte Trigger können sie jedoch reaktiviert werden und wandern entlang der Nervenzellen zurück an die Hautoberfläche. Während solcher Reaktivierungen treten dann die schmerzhaften Lippenbläschen auf.

Warum sich Bläschen bilden, ist noch nicht ganz genau geklärt. Ärzte vermuten, dass UV-Strahlung oder auch emotionaler Stress Herpes-simplex-Viren aktivieren können. Auch ein geschwächtes Immunsystem kann einen Ausbruch fördern. "Daher bekommen viele Menschen während eines grippalen Infekts zusätzlich einen Lippenherpes", erklärt Folke Habermann, Dermatologe aus Koblenz. Dass Ekel zu Lippenherpes führt, sei dagegen eher unwahrscheinlich. Höchstens ein durch starken Ekel ausgelöster Stress wäre eine Erklärung.

Komplikationen vor allem bei Säuglingen

Gefährlich werden kann Herpes aber bei den Kleinsten. In Ausnahmefällen treten bei Säuglingen schon nach der ersten Infektion schwere Symptome auf – Herpes bei Babys kann sehr gefährlich werden. "Bei ihnen ist teilweise die ganze Mundschleimhaut mit Aphten überzogen, so dass sie nicht mehr trinken wollen", erklärt Kinder- und Jugendarzt Kahl. Im Volksmund spricht man auch von Mundfäule, einer Entzündung im Mund. "In seltenen Fällen kann es auch zu einer Enzephalitis, einer Gehirnentzündung, kommen", warnt Kahl. Unbehandelt kann sie tödlich enden, in vielen Fällen bleiben Folgeschäden. Deswegen sollten Eltern schon zum Arzt gehen, wenn sie nur den Verdacht haben, dass ihr Kind sich mit Herpes angesteckt hat.

Übrigens gibt es nicht nur Lippenherpes. Herpesviren sind extrem vielseitig, es gibt zig verschiedene Typen. Auch die Windpocken sowie sogar das Pfeiffersche Drüsenfieber werden ausgelöst von bestimmten Typen des Virus.

Mehr zur Herpes-Forschung beim RKI lesen Sie hier.

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