06.07.2018

Vor allem ein Frauenproblem Gelenkschmerzen in den Wechseljahren: Finger, Kiefer & Co.

Mi, 18.07.2018, 12.24 Uhr

Wechseljahre-Symptome

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Sind die Finger von Gelenkschmerzen betroffen, wird jede Arbeit zur Tortur. Sind es die Kiefergelenke, tut das Kauen weh. Auch die Knie oder der Rücken sind klassische Regionen für Schmerzen. Was Hilfe verspricht.

Mitte Vierzig beginnt es bei vielen Frauen: Die Gelenke schmerzen, oft auch die Muskeln. Rund jede zweite Frau in den Wechseljahren ist betroffen. Oft tun die Gelenke nur bei Belastung weh, manchmal aber auch in Ruhe, also etwa in der Nacht. Oft tritt Gelenksteife (Morgensteifigkeit) auf. Dabei können Gelenkschmerzen plötzlich einsetzen oder sich langsam entwickeln und chronisch werden. Was bei Gelenkschmerzen in den Wechseljahren helfen kann, lesen Sie hier. Natürlich sind die Tipps auch für Sie geeignet, wenn Ihre Gelenkschmerzen keine Wechseljahrsbeschwerden sind.

Wechseljahre und Gelenkschmerzen: Warum eigentlich?

Gerade in den Wechseljahren treten Gelenkschmerzen gehäuft auf. Eine mögliche Ursache ist, dass der Östrogenspiegel ab 40 Jahren langsam absinkt. Das Hormon spielt nämlich auch eine bedeutende Rolle für gesunde Gelenke und Muskeln: Es schützt vor Entzündungen und fördert die Bildung von Gelenkflüssigkeit für gute Elastizität. Sinkt die Konzentration des Hormons im Körper, entstehen schnell Schmerzen, vermuten Wissenschaftler. Zudem nimmt auch die Knochendichte mit den Wechseljahren ab.

Zwar gelten Gelenkschmerzen nicht als typische Wechseljahrssymptome – dazu zählen eher Hitzewallungen, Scheidentrockenheit & Co. – aber dass die Beschwerden in dieser Zeit gehäuft auftreten, ist nicht von der Hand zu weisen.

Arthrose oder Arthritis als Ursache

Gelenkschmerzen haben neben den Wechseljahren aber auch mögliche andere oder zusätzliche Ursachen. Meist liegen zwei Krankheiten zugrunde:

  • Arthrose (Gelenkverschleiß)

  • Gelenkentzündung (Arthritis)

Oft entwickelt sich aus einer Arthrose eine Arthritis, manchmal treten beide Gelenkerkrankungen auch gemeinsam auf.

Vor diesen Erkrankungen sind Männer zwar nicht immun, doch wesentlich seltener betroffen als Frauen. Daneben kommen als Ursache der Gelenkschmerzen für Mann und Frau noch Gicht, Rheuma (Rheumatoide Arthritis) oder Verletzungen infrage. Zudem nimmt mit dem Alter langsam die Knochendichte ab – was ebenfalls am Östrogenmangel liegt. Knochenschmerzen und Knochenbrüche können die Folge von Osteoporose sein. Gelenkschmerzen in den Wechseljahren sind also oft hormonell bedingt.

Warum Finger-, Kiefer- und Fußgelenke so oft betroffen sind

Gelenkschmerzen treten vor allem hier auf:

  • Fingergelenke – sie werden besonders häufig beansprucht und sind deshalb anfällig für Verschleiß und Entzündung. Stundenlanges in den Computer Tippen, aber auch alle Hausarbeiten beanspruchen die Fingergelenke.
  • Handgelenke – für sie gilt das gleiche wie für die Fingergelenke. Monotone Belastung und Überbeanspruchung zermürben sie buchstäblich.
  • Kiefergelenke – auch sie sind beim Essen und Sprechen ständig in Bewegung. Abnutzungserscheinungen treten hier oft schon früh auf.
  • Fußgelenke und Knie – nicht nur Bewegungen beanspruchen diese Gelenke, auch das gesamte Körpergewicht lastet auf ihnen. Bei Übergewicht tritt Arthrose oder Arthritis hier häufig zuerst auf. Die Symptome von Arthrose im Knie können aber sehr stark variieren.

Was gegen Gelenkschmerzen hilft – die richtige Therapie

Frauen profitieren von einer Hormonersatztherapie – fünf Vorteile haben wir für Sie aufgelistet –, allerdings sollte diese in Absprache mit dem Gynäkologen nicht dauerhaft durchgeführt werden. Hormontabletten und Gel sollen nur dabei helfen, die Übergangszeit zu erleichtern, bis sich der Körper auf das neue hormonelle Niveau eingestellt hat.

Zu den allgemeinen Behandlungsmöglichkeiten für Mann und Frau gegen Gelenkschmerzen, auch in den Wechseljahren, gehören:

  • Falls nötig Gewichtsreduktion, um Knie und Fußgelenke zu entlasten – oft verschwinden die Gelenkschmerzen damit.

  • Krafttraining, damit Muskeln die Gelenke stützen

  • Krankengymnastik, Gymnastik, Wassergymnastik: Nur unter Bewegung produziert der Körper Gelenkflüssigkeit, ohne Training rosten die Gelenke sozusagen ein.

  • In Absprache mit dem Arzt können Tabletten wie Entzündungshemmer das Fortschreiten von Arthritis verhindern. Auf jeden Fall heißt es bei Gelenkschmerzen: Nicht schonen und sich kaum noch bewegen, sondern gezielt trainieren, damit Arthrose und Arthritis nicht noch weiter fortschreiten.

  • Wer möchte, kann es auch mit traditioneller chinesischer Medizin versuchen, um den gesunkenen Östrogenspiegel auszugleichen. Akupunktur und Akupressur, meditative Atemübungen, die Ernährungslehre nach den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser sowie Heilkräuter und Bewegungstherapie gehören dazu.

Auch die richtige Ernährung kann bei Arthrose helfen und die Gelenke stärken.

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