Aktualisiert: 11.12.2019 - 17:12

Keine Chance für Bakterien Karies: Mit dem Alter steigt das Risiko

Von

Redaktion

Karies entsteht, wenn Säuren die Zahnoberfläche angreifen. Mit dem Alter steigt das Karies-Risiko, deshalb ist eine gute Mundhygiene dann besonders wichtig.

Foto: iStock/PeopleImages

Karies entsteht, wenn Säuren die Zahnoberfläche angreifen. Mit dem Alter steigt das Karies-Risiko, deshalb ist eine gute Mundhygiene dann besonders wichtig.

Richtig gehört: Auch im Alter kann uns Karies noch heimsuchen. BILD der FRAU zeigt, wie Sie sich davor schützen können und was zu einer guten Mundhygiene gehört.

Die gute Nachricht zuerst: Zahnärzte können unsere Zähne durch moderne Methoden heutzutage viel länger erhalten als vor 20 Jahren. Die schlechte Nachricht: Mit dem Alter steigt die Häufigkeit von Karieserkrankungen.

Alterskaries: Bakterien haben leichtes Spiel

Wie jetzt – Karies ist doch typisch bei Kindern? Nun, da die eigenen Zähne länger im Mund bleiben, können sie vermehrt erkranken. Die Gründe dafür: Das Zahnfleisch zieht sich mit der Zeit häufig zurück. Auch der Zahnschmelz, eine Schutzschicht der Zähne, geht verloren. Viele Senioren müssen Medikamente einnehmen, die den Speichelfluss hemmen. Mittel gegen Bluthochdruck, Asthma und Parkinson oder Schmerzmittel und Antibiotika sorgen zum Beispiel für Mundtrockenheit. So werden die Zähne weniger vom Speichel "gespült".

Außerdem erhält der Zahnschmelz weniger stärkende Mineralstoffe aus dem Speichel. Bakterien haben leichtes Spiel und können den Zahn und seine Wurzel angreifen. Außerdem wirken viele Zahnpflegeprodukte besser in Kombination mit Speichel. Viel trinken verbessert die Speichelproduktion.

Das A und O: Mundhygiene und Vorbeugung

Neben regelmäßigen Zahnarztbesuchen (zweimal im Jahr) ist eine gründliche Mundhygiene der beste Schutz vor Karies. Putzen Sie zweimal täglich die Zähne und verwenden Sie Zahnseide oder Bürstchen für die Zwischenräume. Das abendliche Zähneputzen ist dabei besonders wichtig. Sie wissen nicht, ob Ihre Zahnpflege ausreicht? Machen Sie unseren Test!

Oft wird auch behauptet, dass auch Zahnpasta und Mundspülungen mit dem Wirkstoff Hydroxylapatit helfen. Sie sollen den angegriffenen Zahnschmelz wieder aufbauen und Karies vorbeugen und angeblich so gut wirken wie fluoridhaltige Zahnpasta. Die Wirksamkeit konnte jedoch bis heute nicht belegt werden. Das Mineral Hydroxylapatit ist Bestandteil des natürlichen Zahnschmelzes, aber ob es von außen zugeführt wirken kann, ist fraglich. Daher sollten Sie immer besser auf eine fluoridhaltige Zahnpasta zurückgreifen. Aber: Bei aller Mundhygiene – auch zu häufiges Zähneputzen kann schaden.

Neben Karies kann schlechte Zahnhygiene übrigens noch andere Krankheiten auslösen – und die finden nicht immer im Mundinnenraum statt.

In Zukunft schmerzfrei

Bisher entfernt der Zahnarzt Karies mit dem Bohrer und füllt das Loch wieder. Doch die Zahnmedizin und -forschung arbeiten an Alternativen:

Abdichtung

Bei vielen Zahnärzten geht die Karies-Behandlung schon jetzt ohne Bohren: Mit einer an der Berliner Charité entwickelten Methode (Kariesinfiltration) werden kleine Löcher im Zahnschmelz mit flüssigem Kunststoff aufgefüllt und abgedichtet. So kann die Krankheit nicht voranschreiten.

Impfung

Weil Karies durch Bakterien verursacht wird, arbeiten Forscher schon seit Längerem an einer Impfung. Zum Beispiel als Nasenspray verabreicht, soll sie den Körper irgendwann anregen, Antikörper zu produzieren. Da stellt sich außerdem die Frage: Ist Karies ansteckend? Neun Fakten rund um Zähne

Selbstheilung

Per Strom Mineralien in den Zahn schleusen oder per Füllung die Stammzellen stimulieren – verschiedene Ansätze sollen künftig die Zähne anregen, sich selbst zu heilen. Doch hierauf sollten Sie nicht vertrauen. Ein Besuch beim Zahnarzt ist immer vorzuziehen!

Mehr über Zahngesundheit finden Sie auf unserer Themenseite!

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