04.08.2017

Früherkennung und Vorsorge An diesen Symptomen erkennen Sie Gicht

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Wenn die Symptome nicht behandelt werden, kann die Gicht chronisch werden.

Foto: iStock/solidcolours

Wenn die Symptome nicht behandelt werden, kann die Gicht chronisch werden.

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich schleichend entwickelt. Symptome, Vorsorge, Behandlung – das sollen Sie über Gicht wissen.

Meist fängt es nachts und im großen Zeh an: urplötzliche, schlimme Schmerzen im Gelenk, die nach einigen Stunden oder Tagen wieder verschwinden. Ein akuter Gichtanfall.

Was ist Gicht?

Bei Gicht ist der Stoffwechsel gestört. Dadurch erhöht sich die Konzentration von Harnsäure im Blut. Bei mehr als 6,0 mg pro 100 ml Blut spricht der Arzt von einer "Hyperurikämie", also einem erhöhten Harnsäurespiegel, der zu Gicht führen kann. Sind die Werte zu hoch, bilden sich Harnsäure-Kristalle, die sich in den Gelenken, Sehnen, der Haut oder den Nieren ablagern.

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Schmerz und Schwellungen

Männer sind viel häufiger betroffen als Frauen – gut 20 Prozent aller Männer haben einen erhöhten Harnsäurespiegel. Dann wird das Gelenk im Zeh, Daumen oder Knie heiß, wirkt geschwollen, sieht rötlich-violett verfärbt aus und tut weh. Wenn die Symptome nicht behandelt werden, kann die Gicht chronisch werden.

Früh zum Facharzt gehen

Glauben Sie, betroffen zu sein? Der Hausarzt kann anhand eines Bluttests Ihren Harnsäurespiegel bestimmen. Am besten wenden Sie sich aber gleich an einen Rheumatologen. Er untersucht die Gelenkflüssigkeit auf Kristalle. Rheumatische Krankheiten sind sehr komplex, die Diagnose nicht einfach. Der Rheumatologe ist speziell ausgebildet und sucht gezielt nach der Ursache von Schwellungen und Schmerzen. So kann die passende Therapie rasch beginnen.

>> Rheuma – drei goldene Regeln für die richtige Ernährung

Siehe auch: Rheuma

Die Ernährung umstellen

Bei der Behandlung spielt die Ernährung eine Schlüsselrolle. Denn Harnsäure entsteht durch den Abbau von Purinen. Das sind Eiweißverbindungen, die wir übers Essen aufnehmen. Purine kommen aber auch natürlich im Körper vor. Nun nimmt man entweder zu viele Purine mit der Nahrung auf, wodurch zu viel Harnsäure entsteht. Oder die Nieren scheiden zu wenig davon aus – oder beides. Ursache kann eine vererbte Stoffwechselstörung oder andere Krankheiten sein.

Neben der medikamentösen Therapie gilt es, purinreiche Lebensmittel zu vermeiden. Dazu zählen Fleisch, Wurst, Hülsenfrüchte, Hefe, einige Fischsorten, Meeresfrüchte und Innereien. Außerdem bewirkt eine fettarme Kost mit viel Gemüse und Obst eine Verbesserung der Werte. Ausnahmen sind z. B. Spargel, Spinat, Rhabarber, Rosenkohl. Sie enthalten viel Purin.

Mehr zu den Themen Hülsenfrüchte, Fisch, Schnitzel und Gulasch

Was außerdem hilft

Gicht-Patienten sollten außerdem viel Wasser und Tee trinken. So kann der Körper die Harnsäure besser wieder ausscheiden. Es kann auch helfen, auf zuckerhaltige Getränke und Alkohol zu verzichten. Gegen die Entzündungen im Gelenk und die Schmerzen werden homöopathische Mittel (z. B. Rheumagil, Apotheke) empfohlen. Sie aktivieren auch die Selbstheilungskräfte des Körpers. Eine Extra-Einheit Bewegung hilft, Übergewicht abzubauen. Es gilt als Risikofaktor für Gicht.

Siehe auch: Zuckerfrei

Dieser Beitrag erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 23.

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