24.06.2019

Atemnot Lungenemphysem: Die Symptome kommen schleichend

Das Atmen fällt immer schwerer – bis hin zur Atemnot: Ein Lungenemphysem ist nicht rückgängig zu machen. Was Betroffene tun können.

Foto: iStock/Wavebreakmedia

Das Atmen fällt immer schwerer – bis hin zur Atemnot: Ein Lungenemphysem ist nicht rückgängig zu machen. Was Betroffene tun können.

Jeder Zehnte könnte betroffen sein. Viele ahnen jedoch nicht, dass sie ein Lungenemphysem entwickeln, das die Lebenserwartung stark verkürzt.

Diese Lungenkrankheit kommt nicht plötzlich über Nacht, sondern entwickelt sich langsam über Jahre hinweg. Ist das Lungenemphysem bereits ausgeprägt und hat das Anfangsstadium überschritten, ist eine Heilung nicht mehr möglich. Fest steht, dass die Lebenserwartung durch die Lungenkrankheit um sieben Jahre sinkt.

Lungenemphysem: Frühe Symptome erkennen

Deshalb sollten Sie bereits auf die ersten Anzeichen achten, die auf ein Lungenemphysem hinweisen können:

  • morgendlicher Husten (Raucherhusten) mit und ohne Auswurf
  • Atemnot unter Belastung, etwa beim Treppensteigen

Schreitet die Lungenkrankheit voran, kommen noch weitere Symptome dazu:

  • Atemnot wird stärker und kann später auch ohne Belastung auftreten
  • Lippen und Nägel verfärben sich bläulich

Was ist ein Lungenemphysem?

Ursache für diese Veränderungen und Beschwerden ist Sauerstoffmangel. Denn bei einem Lungenemphysem ist die Lunge überdehnt, genauer gesagt die Lungenbläschen. Ihre Aufgabe ist der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid. Sind die Bläschen überdehnt (und dadurch die innere Oberfläche verkleinert) oder dadurch bereits zerstört, kommt kaum noch Sauerstoff ins Blut. Denn das Ausatmen fällt so viel schwerer, die in die Lungenbläschen mündenden Bronchien fallen nämlich in sich zusammen. Gleichzeitig wird die Lunge überbläht.

Die Folgen: Obwohl Luft durch Mund und Nase einströmt, wird der Atemfluss gestört, erst nur unter Belastung, später mündet die Einschränkung beim Atmen in Atemnot. Im letzten Stadium dieser chronischen Lungenkrankheit droht das Ersticken.

Ursachen und Therapie hängen zusammen

Schuld an der fortschreitenden Zerstörung der Lunge:

  • Rauchen, aber auch Passivrauchen. Zigarettenrauch ist die mit Abstand häufigste Ursache für ein Lungenemphysem. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht der Enzyme, die für die Lungenbläschen wichtig sind.
  • COPD: Kennen Sie die Symptome des Lungenleidens?COPD, chronisch obstruktive Bronchitis
  • Ein hoher Risikofaktor sind aber auch langwierige und schwere Entzündungen der Lunge wie etwa bei einer viralen Bronchitis. Daneben können auch Umwelteinflüsse wie Schadstoffe in der Luft und Ozon auf Dauer die Lungenbläschen schädigen.

Dementsprechend sieht die Therapie bei einem Lungenemphysem zuallererst vor, mit dem Rauchen aufzuhören und bestehende andere Atemwegserkrankungen möglichst auszuheilen. Daneben verordnen Ärzte oft Kortison gegen die Entzündungen. Medikamente, die die Bronchien erweitern (Bronchodilatatoren) helfen dabei, die Atemnot zu lindern. Allerdings lassen sich bereits überblähte oder gar zerstörte Lungenbläschen nicht wieder regenerieren.

Bei Lungenerkrankungen ist es oft so: BeiLungenembolie werden Symptome oft nicht erkannt, aber auch die Symptome von Lungenkrebs zeigen sich erst spät

Die Auswirkungen: Nicht rückgängig zu machen

Ein Lungenemphysem entwickelt sich über Jahre bis Jahrzehnte weiter und wird oft nicht schnell genug erkannt. Das Fortschreiten der Krankheit kann lediglich verlangsamt, nie aber rückgängig gemacht werden.

Schon wenn die Lungenoberfläche durch die geblähten Lungenbläschen um 30 Prozent reduziert ist, merken die Betroffenen große Auswirkungen und die Lebenserwartung ist deutlich geringer.

Gerade die zunehmende Atemnot macht Patienten das Leben schwer. Der Alltag lässt sich kaum noch eigenständig bestreiten, was wiederum psychische Belastungen mit sich bringt.

Mobiles Sauerstoffgerät und Lungentransplantation

Bei dauerhafter Atemnot ist die Sauerstoff-Langzeittherapie lebenswichtig. Moderne Geräte, die über eine "Nasenbrille" ständig Sauerstoff in die Atemwege pusten, ermöglichen dem Patienten, trotz des schweren Leidens etwas mobil zu bleiben. Ist die Krankheit noch weitere fortgeschritten, ist die Lungentransplantation die letzte Behandlungsoption.

Lungenemphysem vorbeugen

Vor diesem Hintergrund ist klar: Besser nicht rauchen und damit den größten Risikofaktor für das Lungenemphysem vermeiden. Eine wichtige Präventionsmaßnahme ist auch gute Luft – bewegen Sie sich also so oft wie möglich an der frischen Luft, in der freien Natur und joggen Sie nicht an vielbefahrenen Straßen. Sie können so auch Ihre Lunge beim Reinigen unterstützen.

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