21.07.2017

Sie kann zur Frühgeburt führen Schwangerschaftsvergiftung – das sollten Sie wissen

Eine Schwangerschaftsvergiftung, im Fachjargon Gestose, sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Foto: ©iStock/gilaxia

Eine Schwangerschaftsvergiftung, im Fachjargon Gestose, sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Bei den ersten Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung sollten Sie sich mit einem Test Klarheit verschaffen: Im schlimmsten Fall sind nämlich Mutter und Kind in Gefahr.

Früher glaubte man, dass bei einer Schwangerschaft bestimmte Stoffe im Körper freigesetzt werden, die Mutter und Kind vergiften können. Daher stammt der Begriff Schwangerschaftsvergiftung, medizinisch Gestose. Allerdings haben Wissenschaftler inzwischen herausgefunden, dass diese Komplikation nicht durch ominöse Substanzen entsteht.

Was ist eine Schwangerschaftsvergiftung?

Ursache für die Gestose ist, dass es dem Körper nicht richtig gelingt, sich an die Veränderungen anzupassen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt. Schwangerschaftsvergiftung ist also eher eine massive Überlastung des mütterlichen Körpers.

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Häufigstes Symptom: Erbrechen

Dabei ist die einfachste und häufigste Form der Gestose das morgendliche Erbrechen, das Schwangere während des zweiten bis vierten Monats quälen kann. Hier von Schwangerschaftsvergiftung zu sprechen, würde jedoch kaum einer Frau einfallen – außer es handelt sich um ein seltenes, sehr schweres Erbrechen (Hyperemesis gravidarum), das dringend im Krankenhaus behandelt werden muss.

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Bluthochdruck und Eiweiß im Urin

Allerdings gibt es weitere Formen der Schwangerschaftsvergiftung. Sie treten meist im letzten Drittel der Schwangerschaft auf, legen sich nicht von selbst wieder und sind riskanter:

  • Schwangerschaftsbluthochdruck (Gestationshypertonie)
  • Präeklampsie (Bluthochdruck plus erhöhte Eiweißwerte)
  • Eklampsie (wie Präklampsie, zusätzlich Krämpfe)
  • HELLP-Syndrom (mit gestörter Leberfunktion und Auflösung der roten Blutkörperchen)

Die ersten Anzeichen für diese Störungen sind Bluthochdruck und Eiweiß im Urin. Deshalb überprüft der Gynäkologe diese Werte bei jedem Vorsorgetermin.

Anzeichen für Schwangerschaftsvergiftung

Doch auch wenn der Arzt das regelmäßig untersucht: Es gibt zusätzlich frühe Symptome für eine Schwangerschaftsvergiftung, bei der jede Schwangere aufmerksam werden sollte:

  • Kopfschmerzen
  • Wassereinlagerungen in Händen und Beinen
  • Sehstörungen wie Augenflimmern
  • starke Gewichtszunahme (mehr als ein Kilogramm pro Woche)

Schwere Schwangerschaftsvergiftung – die Symptome

Diese Veränderungen können harmlos sein, sollten jedoch unbedingt rasch ärztlich abgeklärt werden. Unbehandelt droht sonst eine Früh- oder sogar eine Fehlgeburt.

Außerdem können diese Anzeichen auch Vorboten einer schweren Schwangerschaftsvergiftung sein, des HELLP-Syndroms. Dann treten folgende Symptome auf:

  • heftige Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit
  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Arme, Beine und Gesicht schwellen plötzlich an
  • starker Bluthochdruck (mehr als 190/110 mmHg)

Folgen der Schwangerschaftsvergiftung

Bei Eklampsie und HELLP-Syndrom sind Mutter und Kind gefährdet. Oft hilft es nur noch, das Kind durch einen Kaiserschnitt frühzeitig zu entbinden. Der Mutter drohen bleibende Schäden etwa an Leber und Nieren.

Die Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung sollte deshalb jede Frau ernst nehmen und auch beim kleinsten Verdacht den Arzt aufsuchen. Es gibt spezielle Medikamente etwa gegen Bluthochdruck, die sogar Schwangere einnehmen dürfen. Und auch für die anderen Beschwerden gibt es gezielte Hilfe.

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