07.07.2017

Wenn der Hals anschwillt So erkennen Sie bösartige Lymphome

Geschwollene Lymphknoten bei einem Infekt hat jeder mal. Solange sie gutartig sind, ist das auch völlig harmlos.

Foto: ©iStock/champja

Geschwollene Lymphknoten bei einem Infekt hat jeder mal. Solange sie gutartig sind, ist das auch völlig harmlos.

Wer harte, schmerzhafte Knoten am Hals entdeckt, ist verunsichert. Was dahinter stecken kann, und auf was Sie bei Ihren Lymphknoten achten müssen.

Bei Infekten, ja selbst bei leichten Halsschmerzen ist es völlig normal, dass die Lymphknoten am Hals etwas anschwellen und druckempfindlich sind. Denn in den Lymphknoten bildet der Körper Abwehrzellen, die Lymphozyten, eine wichtige Form der weißen Blutkörperchen. Benötigt der Körper eine Vielzahl dieser Zellen zur Abwehr einer Krankheit oder bei Verletzungen, schwellen die Lymphknoten an.

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Hodgkin Lymphom oder Non-Hodgkin-Lymphom

In diesem Fall handelt es sich um ein gutartiges Lymphom, das mit Abklingen des Infekts oder dem Abheilen der Verletzung wieder verschwindet. Manchmal kann es aber auch ein bösartiges Lymphom, also Krebs sein – etwa Lymphdrüsenkrebs. Dann schwellen die Lymphknoten an, weil sich Zellen verändert haben und sich unkontrolliert vermehren. Je nach Typ spricht der Arzt von

  • Hodgkin Lymphom (HL, Lymphogranulomatose)

  • Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), in diese Gruppe gehört auch die Chronisch lymphatische Leukämie (CLL, Vermehrung der Leukozyten im Blut)

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Gefährliches Burkitt-Lymphom als Folge von Pfeifferschem Drüsenfieber

Besonders aggressiv ist das sogenannte Burkitt-Lymphom, wobei die Erkrankung von anderen weißen Blutkörperchen ausgeht, den B-Leukozyten. Die Krankheit schreitet sehr schnell voran. Nur wenn das Burkitt-Lyhmphom früh entdeckt wird, beträgt die Heilungschance 90 Prozent, sonst nur 50.

Über die Ursachen von bösartigen Lymphomen ist wenig bekannt. Auffällig ist jedoch, dass sich bei der Hälfte der Lymphome Erbsubstanz der Viren finden lässt, die auch das Pfeiffersche Drüsenfieber, Mononukleose, auslösen (Epstein-Barr-Virus, EBV). Das trifft vor allem auf Burkitt-Lymphome zu. Das Risiko, in den Jahren nach einer Mononukleose an einem Lymphom zu erkranken, ist also groß.

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Lymphome – auf Symptome achten

Es sind vor allem drei Anzeichen, die auf ein bösartiges Lymphom hinweisen können:

  • Unklare Schwellungen, schmerzlose Lymphknotenschwellungen oder Druckschmerzen, etwa im Gesicht oder im Bauchraum

  • Müdigkeit und Leistungsschwäche

  • Infektanfälligkeit

Behandlung von Lymphomen

Jedes dieser unspezifischen Anzeichen sollten Sie sicherheitshalber vom Arzt abklären lassen. Oft sind die Ursachen harmlos, manchmal kann jedoch ein Hodgkin Lymphom, Non-Hodgkin-Lymphom wie chronische lymphatische Leukämie oder ein Burkitt-Lymphom dahinter stecken. Mit Bluttests, Ultraschall, Computertomografie (CT) und eventuell einer Gewebeuntersuchung (Biopsie) können die Ärzte die Diagnose stellen.

Je nach Art des Lymphoms und seinem Stadium werden Onkologen den Behandlungsplan zurechtlegen. Bei nicht aggressiven Formen genügt oft schon die aktive Überwachung mit regelmäßiger Kontrolle, eine Therapie ist (noch) nicht nötig. Sonst ist rasche, oft hochdosierte Chemotherapie, häufig kombiniert mit Strahlentherapie, die wichtigste Option. Eine neue Therapie ist die Stammzelltransplantation, die sich allerdings nicht für jede Art des Lymphoms eignet und noch sehr aufwändig ist.

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