Aktualisiert: 30.10.2020 - 11:24

Wenn der Hals anschwillt Lymphknoten geschwollen: So erkennen Sie bösartige Lymphome!

Lymphom: So erkennt man die Krebserkrankung

Lymphom: So erkennt man die Krebserkrankung

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Wer harte, schmerzhafte Knoten am Hals entdeckt, ist schnell verunsichert. Meist ist das nur eine harmlose Reaktion auf einen Infekt. Doch es kann auch ein Lymphom dahinterstecken. Auf welche weiteren Anzeichen Sie achten sollten:

Bei Infekten, ja selbst bei leichten Halsschmerzen ist es völlig normal, dass die Lymphknoten am Hals etwas anschwellen und druckempfindlich sind. Denn in den Lymphknoten bildet der Körper Abwehrzellen, die Lymphozyten, eine wichtige Form der weißen Blutkörperchen. Benötigt der Körper eine Vielzahl dieser Zellen zur Abwehr einer Krankheit oder bei Verletzungen, schwellen die Lymphknoten an. Doch manchmal gerät die Lymphozyten-Produktion außer Kontrolle – und Krebs entsteht. Eine Früherkennung gibt es bisher nicht – doch es gibt Warnzeichen, die auf ein bösartiges Lymphom hindeuten.

Lymphome: Diese Arten gibt es

Taucht ein geschwollener Lymphknoten in Zusammenhang mit einem Infekt oder einer Verletzung auf, handelt es sich um ein gutartiges Lymphom, das mit Abklingen des Infekts oder dem Abheilen der Verletzung wieder verschwindet. Manchmal kann es aber auch ein bösartiges Lymphom, also Krebs sein – etwa Lymphdrüsenkrebs. Dann schwellen die Lymphknoten an, weil sich Zellen verändert haben und sich unkontrolliert vermehren. Je nach Typ haben Mediziner ursprünglich verschiedene Arten unterschieden:

  • Hodgkin Lymphom (HL, Lymphogranulomatose)
  • Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), in diese Gruppe gehört auch die chronische lymphatische Leukämie (CLL, Vermehrung der Leukozyten im Blut)
  • Multiple Myelome ("Knochenmarkkrebs"): Hier siedeln sich reife B-Lymphozyten (Plasmazellen) falsch im Knochenmark an und wuchern dort.

Heute wird so nicht mehr unterschieden, auch wenn der Begriff "Non-Hodgkin-Lymphom" auch heute noch oft verwendet wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet mittlerweile aber nach Art der Lymphozyten, von denen die Erkrankung ausgeht.

Niedrig-maligne Lymphome sind nicht heilbar

Ein malignes Lymphom geht aber auf jeden Fall immer von lymphatischem Gewebe aus und ist daher nicht zu verwechseln mit anderen Tumorarten, die die Lymphknoten befallen können. Das passiert durch Metastasenbildung, bei der Tumorzellen durch den Körper wandern und andere Bereiche angreifen. Haben sie das Lymphsystem erreicht, haben sie ein Leichtes, den gesamten Körper zu befallen.

Maligne Lymphome hingegen entstehen, wenn Lymphozyten nicht mehr richtig produziert werden. Es ist schwierig, ein Lymphom frühzeitig zu erkennen. Es kann sehr langsam, aber auch sehr schnell wachsen. Niedrig-maligne Lymphome brauchen lange, um sich zu entwickeln, teilweise Jahrzehnte. Sie sind zwar meist nicht heilbar, können aber gut medizinisch behandelt werden, so dass Patienten in den meisten Fällen eine gute Lebenserwartung haben. Zu ihnen zählen:

  • Chronische lymphatische Leukämie
  • Follikuläres Lymphom
  • Haarzell-Leukämie
  • Multiples Myelom
  • MALT-Lymphom

Hoch-maligne Lymphome wachsen schnell – sind aber heilbar

Hoch-maligne Lymphome hingegen sind aggressiv und wachsen schnell. Dafür lassen sie sich bei frühzeitiger Erkennung gut behandeln und lassen sich oft schon bei der ersten Behandlung heilen, heißt es seitens Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Zu ihnen gehören:

  • Diffuses großzelliges Lymphom
  • Burkitt-Lymphom

Mehr dazu: Lymphknoten geschwollen – was kann das sein?

Gefährliches Burkitt-Lymphom als Folge von Pfeifferschem Drüsenfieber

Besonders aggressiv ist das sogenannte Burkitt-Lymphom, wobei die Erkrankung von anderen weißen Blutkörperchen ausgeht, den B-Leukozyten. Die Krankheit schreitet sehr schnell voran. Nur wenn das Burkitt-Lyhmphom früh entdeckt wird, beträgt die Heilungschance 90 Prozent, sonst nur 50.

Über die Ursachen von bösartigen Lymphomen ist wenig bekannt. Auffällig ist jedoch, dass sich bei der Hälfte der Lymphome Erbsubstanz der Viren finden lässt, die auch das Pfeiffersche Drüsenfieber, Mononukleose, auslösen (Epstein-Barr-Virus, EBV). Das trifft vor allem auf Burkitt-Lymphome zu. Das Risiko, in den Jahren nach einer Mononukleose an einem Lymphom zu erkranken, ist also groß.

Lymphome – auf Symptome achten

Es gibt mehrere Anzeichen, die auf ein bösartiges Lymphom hinweisen können:

  • Unklare Schwellungen, schmerzlose Lymphknotenschwellungen oder Druckschmerzen, etwa im Gesicht oder im Bauchraum
  • Fieber über 38 °C ohne erkennbare Ursache
  • starker Nachtschweiß
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Müdigkeit und Leistungsschwäche
  • Infektanfälligkeit

Je nachdem, wo das Lymphom sitzt, können auch noch andere Symptome dazukommen wie:

  • Bauchschmerzen und Probleme bei der Verdauung
  • Knochen- und/oder Gelenkschmerzen
  • Husten oder Atembeschwerden

Sollten Sie einen geschwollenen Lymphknoten bei sich feststellen, der unabhängig von Verletzungen oder einem Infekt auftaucht und nach zwei bis vier Wochen nicht verschwindet oder gar größer wird, lassen Sie sich bitte ärztlich untersuchen!

Behandlung von Lymphomen

Jedes dieser unspezifischen Anzeichen sollten Sie sicherheitshalber vom Arzt abklären lassen. Oft sind die Ursachen harmlos, manchmal kann jedoch ein Lymphom dahinter stecken. Mit Bluttests, Ultraschall, Computertomografie (CT) und eventuell einer Gewebeuntersuchung (Biopsie) können die Ärzte die Diagnose stellen.

Je nach Art des Lymphoms und seinem Stadium werden Onkologen den Behandlungsplan zurechtlegen. Bei nicht aggressiven Formen genügt oft schon die aktive Überwachung mit regelmäßiger Kontrolle, eine Therapie ist (noch) nicht nötig. Sonst ist rasche, oft hochdosierte Chemotherapie, häufig kombiniert mit Strahlentherapie, die wichtigste Option. Eine neue Therapie ist die Stammzelltransplantation, die sich allerdings nicht für jede Art des Lymphoms eignet und noch sehr aufwändig ist.

Bei den oben beschriebenen Symptomen kann es sich natürlich um einen harmlosen Infekt handeln. Doch treten mehrere der Krankheitszeichen auf, lassen Sie sich bitte untersuchen.

Mehr zum Thema Krebs finden Sie auf unserer Themenseite.

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