26.06.2017

Volkskrankheit Parodontitis Parodontose – zu späte Behandlung führt zu Zahnausfall

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnbetts, die durch Bakterien verursacht wird.

Foto: ©iStock/Peopleimages

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnbetts, die durch Bakterien verursacht wird.

Wer Parodontose richtig behandelt, kann Zahnausfall verhindern. Mehr über den Ablauf der Parodontosebehandlung und die Kosten.

Mehr als die Hälfte aller deutschen Erwachsenen haben Parodontose. Das bedeutet: Ihr Zahnbett ist entzündet. Das geht aus der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie hervor. Bei Parodontose ist nicht nur das Zahnfleisch entzündet und Zahnfleischtaschen sind entstanden, auch die Haut einiger Zahnwurzeln und womöglich bereits Teile des Kieferknochens sind betroffen.

So zerstört Parodontose nach und nach das gesamte Zahnbett, die Zähne verlieren ihren Halt und fallen aus. Korrekt heißt die Krankheit Parodontitis, die Endung -itis steht immer für eine entzündliche Erkrankung.

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Parodontose – die richtige Behandlung

Ursache für die Entzündung von Zahnfleisch und tiefersitzenden Strukturen sind Bakterien, die in den Plaques zwischen Zahn und Zahnfleisch leben. Die erste Therapie bei Parodontitis ist deshalb, die Zähne gründlich zu reinigen und mit antibakteriellen Lösungen zu spülen.

Professionelle Zahnreinigung lohnt sich

Am besten geschieht das im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung, die eine speziell geschulte Mitarbeiterin, die Zahnhygienikerin, in der Praxis des Zahnarztes anbietet. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse in der Regel nicht, sie betragen je nach Reinigungsaufwand ab 80 Euro.

Der Aufwand lohnt sich jedoch. Denn häufig heilt das entzündete Zahnfleisch dann wieder vollständig und dauerhaft ab. Voraussetzung: Die Zahnreinigung in der Praxis wird mindestens zweimal im Jahr durchgeführt und Sie putzen auch zu Hause täglich zweimal die Zähne so, wie es Ihnen die Zahnhygienikerin gezeigt hat – also mit Zahnbürste, Zahnseide und falls nötig Interdentalbürsten.

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Schwere Parodontitis behandeln mit Antibiotika und Operation

Sind die entzündeten Zahnfleischtaschen ausgeprägt, verschreibt der Zahnarzt zusätzlich Antibiotika, um die auslösenden Bakterien abzutöten.

Bei massiver Parodontitis reinigt der Zahnarzt die Zahnhälse mit Laser, Ultraschall und Handinstrumenten. Dazu ist meist örtliche Betäubung nötig. Angegriffener Kieferknochen wird in einer kleinen Operation abgetragen und anschließend wieder aufgebaut, damit die Zähne gerettet werden.

Parodontose behandeln – Zahnausfall verhindern

Bei erfolgreicher Behandlung von Parodontose ist Deutschland übrigens Spitzenreiter unter den G7-Staaten. Denn völlige Zahnlosigkeit betrifft bei uns nur 12 Prozent der über 65-Jährigen. Damit liegt Deutschland vor Italien, Frankreich, Kanada und den anderen Mitgliedsländern.

Es lohnt sich also auf jeden Fall, regelmäßig zum Zahnarzt und zur professionellen Zahnreinigung zu gehen. Lassen Sie bereits erste entzündliche Veränderungen des Zahnfleisches behandeln. Die wichtigsten Symptome sind dabei Zahnfleischbluten und schmerzende Stellen.

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