12.09.2018

Gesundheits-Ratgeber Wenn's juckt und krabbelt: Kopfläuse erkennen und behandeln

Die kleinen Parasiten sind zwar unangenehm, aber man kann ihnen ganz gut zu Leibe rücken. Wie Sie Kopfläuse erkennen, erfahren Sie hier.

Foto: iStock/Mypurgatoryyears

Die kleinen Parasiten sind zwar unangenehm, aber man kann ihnen ganz gut zu Leibe rücken. Wie Sie Kopfläuse erkennen, erfahren Sie hier.

Fiese Krabbeltiere: Warum Läuse vor allem die Köpfe von Mädchen vorziehen, welche Anzeichen für Kopfläuse typisch sind und ob Hausmittel helfen.

Gerade Mädchen werden häufig zu Opfern von Kopfläusen. Meist trifft es sie im Alter von fünf bis 13 Jahren. Aber auch Jungs, oder auch Erwachsene sind nicht gänzlich sicher vor den kleinen Krabbeltieren. Fakt ist: Menschen mit langen Haaren laufen eher Gefahr, zum Laus-Wirt zu werden als solche mit sowieso kurzen Haaren. Und wenn's denn mal passiert ist: Wie lassen sich Kopfläuse erkennen und wie werden wir sie vor allem wieder los?

Kopfläuse erkennen: So sehen Läuse und Nissen aus

Die Kopfläuse sind zwei bis drei Millimeter groß, bräunlich bis durchscheinend, denn sie gleichen sich ihrer Umgebung an. Bei blonden Haaren sind sie also hell, bei dunklen eher braun. Nach dem Blutsaugen erscheinen sie dunkler.

Die Eier der Kopflaus heißen Nissen und sind nur 0,8 Millimeter klein, oval bis länglich und hellgrau bis braun. Mit einem hartnäckigen Kitt sind sie an den Haaren befestigt. Erst durch Waschen und Conditioner lassen sich die Nissen von den Haaren lösen. Läuse legen ihre Nissen bevorzugt Richtung Haaransatz im Schläfenbereich sowie hinter den Ohren und im Nacken ab.

Nach 7 bis 10 Tagen schlüpfen die Larven – die direkt mit dem Blutsaugen beginnen. Sie entwickeln sich innerhalb von 8 bis 10 Tagen zu ausgewachsenen, geschlechtsreifen Kopfläusen, deren Weibchen dann in den vier Wochen ihrer Lebenszeit bis zu 300 Nissen legen können.

Meist krabbeln nur eine oder nur wenige Läuse von einem Wirt auf den nächsten. Dort beginnen sie aber, ihre Eier zu legen – und wenn diese dann schlüpfen, ist das Gewimmel groß. Das Kopfläuse-Erkennen ist bis dahin nicht immer einfach, vor allem, wenn erst wenige Läuse geschlüpft sind. Die Tiere lassen sich aber schon durch Frühzeichen erkennen.

Symptome: So lässt sich der Kopflaus-Befall früh erkennen

Das ist vor allem Juckreiz – zumindest bei einem Drittel der Betroffenen. Er entsteht, wenn der Körper leicht allergisch auf den Speichel der Laus reagiert. Denn Kopfläuse sind Blutsauger. Allerdings kann es bei einem Erstbefall bis zu sechs Wochen dauern, bis der Juckreiz auftritt. Bei weiterem Befall juckt's dann allerdings viel früher – nämlich schon nach ein, zwei Tagen.

Wird ein Kopflausbefall in der Umgebung bekannt, sollten Sie sich und Ihre Familie am besten genau untersuchen. Mit der einfachen Durchsicht der trockenen Haare werden die meisten Kopfläuse übersehen. Besser klappt das mit "feuchtem Kämmen". Doch was bedeutet feuchtes Kämmen?

  • Haare mit Shampoo waschen.

  • Danach mit Conditioner behandeln, um sie gut auskämmen zu können.

  • Erstes Kämmen mit einem grobzinkigen Kamm,

  • zweites Kämmen mit einem Läusekamm (Apotheke, sehr feine, engstehende Zinken), dabei den Kamm immer an der Kopfhaut ansetzen und langsam nach unten ziehen, nach jedem Strich den Kamm auf Läuse und Nissen (Eier) untersuchen.

Kopfläuse behandeln mit Hausmitteln oder besser mit speziellen Anti-Läuse-Mitteln?

Hausmittel wie Alkohol, Teebaumöl und Essig vertreiben die Kopfläuse leider nicht. Vor allem die Nissen widerstehen diesen Angriffen. Besser: Spezielle Läusemittel wie Shampoos, die Insektizide (Insektengift), synthetische Silikonöle oder natürliche Extrakte aus Samen enthalten.

Gegen manche der neurotoxischen Substanzen sind viele Kopfläuse immun geworden. Ein gute Alternative sind deshalb die Öle und Samenextrakte, weil sie mechanisch wirken. Sie verstopfen die Atmungsorgane der Läuse und sollen dazu führen, dass die Nissen austrocknen. Die Silikonöle machen außerdem das Haar geschmeidig, so dass sich die Nissen leichter abstreifen lassen.

Am besten aber ist es natürlich, sich direkt gut genug gegen Kopfläuse zu schützen.

Kopfläuse sind ansteckend – aber weniger als gedacht

Beim engen Kontakt von Kopf zu Kopf können die Parasiten den Wirt wechseln. Das ist die wichtigste Ansteckungsquelle für Kopfläuse. Bei gemeinsam benutzten Mützen, Handtüchern, ja sogar Haarbürsten, ist das Risiko jedoch wesentlich geringer, als bisher gedacht, fanden Dermatologen heraus. Mütter können deshalb etwas aufatmen: Die bis jetzt so strengen Regeln, ständig alles zu waschen, was womöglich mit dem Kopf Kontakt hatte, sind weniger nötig als bisher angenommen.

Auch für eine Übertragung im Schwimmbad gibt es Entwarnung: Weder erwachsene Läuse noch deren Vorstufen, die Nymphen, gelangen beim Baden ins Wasser. Die Parasiten sind im nassen Haar völlig immobil, erstarren sozusagen. Und das übrigens sowohl in Meerwasser als auch in chloriertem Schwimmbadwasser.

Doch warum sind Mädchen so oft betroffen? Frankfurter Wissenschaftler haben jetzt die Gründe dafür zusammengefasst:

  • Langes Haar verdoppelt das Risiko für Kopfläuse (in kurzem Haar lassen sich leichter Kopfläuse erkennen).

  • Mädchen haben engeren Körperkontakt untereinander als Jungen (Köpfe zusammenstecken, ins Ohr flüstern, gemeinsam aufs Handy gucken).

Übrigens gibt es eine Kopflaus-Saison: Am häufigsten treten sie nach den Sommerferien auf, zwischen Mitte September und Ende Oktober.

Eine gute Haarpflege auch im Kindes- und Jugendalter kann helfen, Kopfläuse schneller zu erkennen und ihnen vielleicht sogar vorzubeugen.

Auch Krätze ist eine parasitäre Krankheit. Immer mehr Menschen leiden an Krätze Wie Sie diese Parasiten behandeln können, lesen Sie auch bei uns.

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