08.06.2017

Lese- und Rechtschreibstörung Legasthenie mit Test erkennen und Besserung erreichen

Weltweit leiden bis zu sechs Prozent aller Kinder unter Legasthenie.

Foto: ©iStock/Lordn

Weltweit leiden bis zu sechs Prozent aller Kinder unter Legasthenie.

Kinder, die sich deutlich schwer mit Lesen und Schreiben tun, sind nicht weniger intelligent. Aber sie müssen speziell gefördert werden.

Oft fällt es in der ersten Klasse noch gar nicht auf, dass ein Kind Legastheniker ist. Denn Probleme mit dem Vorlesen und/oder dem Schreiben haben gerade zu Beginn der Schule viele Kinder. Wenn sich jedoch nach und nach herauskristallisiert, dass sich diese Schwierigkeiten nicht legen, sondern bleiben oder sogar noch verschlimmern, sollten Sie aufmerksam werden.

Was ist Legasthenie?

Die Definition von Legasthenie lautet: Die Ergebnisse standardisierter Tests zu Lesegenauigkeit, Lesegeschwindigkeit, Leseverständnis und/oder Rechtschreibfertigkeit liegen deutlich unter Vergleichswerten, die aufgrund des Alters, der Intelligenz und der Klassenstufe zu erwarten wären.

Doch was bedeutet das genau? Die Kinder lesen stockend, lassen Buchstaben aus, vertauschen und verdrehen sie oder fügen einfach welche dazu. Beim Schreiben kommt es zu ähnlichen Fehlern, die nicht nur die Orthografie betreffen, sondern auch den Sinn.

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Legasthenie-Test online oder besser beim Psychotherapeuten

Treten diese Probleme auf, sollten Sie möglichst rasch handeln. Denn je länger ein Legastheniker nicht gefördert wird, desto mehr schlechte Erfahrungen sammelt er in der Schule. Das Selbstbewusstsein schwindet, Schulangst entsteht. Oft werden Kinder mit Legasthenie Mobbing-Opfer.

Um festzustellen, ob es sich tatsächlich um die Lese- und Rechtschreibstörung handelt, sollten Sie auf jeden Fall zu einem Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie oder zu einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gehen, wie der Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie empfiehlt. Den Experten liegen sorgfältig ausgearbeitete Fragenkataloge vor, die auf verschiedenen Ebenen der Störung auf die Spur kommen können. Dabei ist es auch wichtig, andere Ursache für die Schulprobleme zu finden oder auszuschließen. Dazu gehören etwa:

  • Seh- und Hörstörungen

  • Epilepsie

  • Belastende Situationen im persönlichen Umfeld

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Legasthenie mit Übungen in den Griff bekommen

Zwar lässt sich die Lese- und Rechtschreibschwäche nicht heilen. Doch mit speziellen, zertifizierten Trainingsprogrammen können Pädagogen und Psychiater dem Kind einen Riesenschritt nach vorne helfen, mehr Selbstsicherheit vermitteln und gute schulische Leistungen fördern.

Das Training ist stufenweise aufgebaut und dauert etwa zwei Jahre. Dabei lernen die Kinder unter anderem in Spielprogrammen die einzelnen Buchstaben mit einem Laut zu verbinden (Logografische Stufe). Darauf folgen Sprech- und Hörübungen (Alphabetische Stufe) und später vermittelt die Orthografische Stufe die Rechtschreibregeln.

Weltweit leiden bis zu sechs Prozent aller Kinder unter dieser Lernstörung. Jungen sind dabei dreimal so häufig betroffen wie Mädchen. Dabei können Lese- und Schreibstörung isoliert auftreten oder gemeinsam. Über die Ursachen der Legasthenie ist noch wenig bekannt, allerdings scheinen die Gene dabei eine große Rolle zu spielen. Ist ein Elternteil Legastheniker, hat auch das Kind ein hohes Risiko.

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