02.06.2017

Gefährlicher Zeckenstich Hirnhautentzündung: Wann die FSME-Impfung wichtig ist

Zecken und FSME

Zecken und FSME
Mi, 13.12.2017, 15.38 Uhr

Zecken und FSME

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Zecken können nicht nur Borreliose, sondern auch FSME, eine Form der Hirnhautentzündung, übertragen. Wie Sie sich schützen können, was Sie über die Impfung wissen sollten.

Man merkt es gar nicht, wenn eine Zecke gestochen hat. Denn die kleinen Spinnentiere sondern beim Stich mit dem Speichel eine Flüssigkeit ab, die lokal betäubt. Auf diese Weise saugen sie sich unbemerkt fest und trinken, bis sie satt sind. Doch mit dem Speichel gelangen nicht nur betäubende Substanzen in die Wunde, sondern auch Bakterien und Viren. Eine resultierende Erkrankung ist die FSME – Impfung ist angeraten.

Was passieren kann und warum die FSME-Impfung wichtig ist

Zwei Krankheiten können die in der Zecke lauernden Erreger auslösen:

  • Borreliose: Ruft verschiedene bakterielle Erkrankungen mit Gelenkproblemen und Organschäden hervor, die Betroffene oft noch nach Jahren plagen. Formen sind unter anderem die Wanderröte, Muskelschmerzen, Fieber, aber auch Nervenschmerzen bis hin zu Lähmungen.
  • FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, Hirnhautentzündung): Viruserkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen und Fieber auch eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute sowie des Rückenmarks zur Folge haben kann.

Die FSME ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die zu schweren Komplikationen und unbehandelt sogar zum Tod führen kann. Rund 400 Menschen in Deutschland erkrankten allein im letzten Jahr nach einem Zeckenstich an FSME.

FSME – Symptome und Verlauf

Etwa ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich treten grippeähnliche Symptome auf, darunter Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Die Symptome klingen wieder ab, und wenn das Immunsystem stark ist, hat der Körper damit die Virusinfektion überstanden. Bei einigen Menschen kommt es jedoch nach etwa einer Woche Pause zu einem erneuten Krankheitsausbruch. Das Fieber steigt wieder an, zusätzlich können Bewusstseinsstörungen und Lähmungen auftreten. Das sind die Anzeichen dafür, dass Gehirn, Hirnhaut und womöglich auch das Rückenmark entzündet sind.

Ein Medikament, das die Viren bekämpft, gibt es nicht. Deshalb lassen sich bei FSME nur die Symptome bekämpfen, etwa die Schmerzen. Im besten Fall ist FSME nach zwei bis drei Wochen überstanden. Doch zehn Prozent der Erkrankten müssen mit bleibenden neurologischen Schäden rechnen, wie etwa Lähmungen oder Koordinationsproblemen.

Lange Kleidung schützt vor Zeckenbiss

Am besten ist es deshalb, sich gar nicht erst von einer Zecke stechen zu lassen. Sie können sich mit Zeckensprays schützen. Dazu rät auch die Stiftung Warentest: Viele Anti-Zecken-Mittel helfen tatsächlich. Doch vor allem sind lange Hosen wichtig, die in Stiefel gesteckt werden, wenn Sie durch Wald und Wiesen gehen. Zecken leben bodennah und fast nie über einer Höhe von einem Meter.

Nach dem Aufenthalt im Wald, in hohen Gräsern und Gestrüpp sollten Sie zudem auch trotz langer Kleidung Ihren Körper genau absuchen. Weiße oder helle Kleidung wird empfohlen, weil die schwarzen Krabbeltiere so besser zu sehen sind, bevor sie zuschlagen. Zecken beißen besonders gerne an gut geschützten Stellen zu und suchen daher erst einmal eine Weile nach einem geeigneten Ort.

Schutz vor FSME – die Impfung

Der sicherste Schutz gegen FSME ist jedoch die Impfung, die gegen die auslösenden Viren wirkt. Der volle Schutz entwickelt sich nach drei Impfungen: Die zweite Impfung erfolgt drei Monate nach der ersten und die dritte ein Jahr danach. Alle drei bis fünf Jahre sorgt die Auffrischimpfung dafür, dass der Impfschutz bestehen bleibt.

Die FSME-Impfung wird in der Regel gut vertragen. Als Nebenwirkungen können Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, erhöhte Temperatur und auch Magen-Darm-Beschwerden sowie Mattigkeit auftreten, die nach wenigen Tagen wieder abklingen. Das liegt daran, dass mit der Impfung veränderte FSME-Viren in den Körper eingebracht werden, gegen die das Immunsystem lernt, sich zu verteidigen. Eine Reaktion des Körpers ist da ganz normal. Selten wird auch ein Kribbeln beobachtet, häufiger sind leichte Nackensteifigkeit, die aber vorübergehend ist.

Die Immunreaktionen sind in der Regel nach der ersten Impfung am stärksten, bei den folgenden sind eventuelle Symptome abgeschwächter und seltener.

Anders als gegen FSME-Viren wirkt eine Zeckenimpfung aber nicht gegen Borreliose. Diese Erkrankung wird bakteriell verursacht. Ein zusätzlicher Schutz gegen Zecken und damit auch gegen Borreliose ist also trotz Impfung anzuraten.

Wer soll sich impfen lassen?

In Deutschland gibt es spezielle Risikogebiete, in denen Zecken aktiv sind, die FSME und Borreliose übertragen können. Die aktuelle Risikogebiets-Karte des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland betroffen sind. In den Nachbarländern besteht ein Risiko in Tschechien, Polen, Österreich, Schweiz und Frankreich (Elsass).

Zwar tragen bis jetzt nur etwa zwei Prozent der Zecken in den Risikogebieten das gefährliche FSME-Virus in sich, doch das RKI rät Personen, die in den Risikogebieten wohnen oder dorthin reisen, zu einer Impfung.

Übrigens kann eine Hirnhautentzündung auch durch Bakterien ausgelöst werden, beispielsweise durch Meningokokken. Eine Imfpflicht gibt es in Deutschland nicht – aber genügend Gründe, warum zumindest manche Impfungen wirklich zu empfehlen sind, so auch die FSME-Impfung.

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