21.06.2017

Weißfleckenkrankheit Vitiligo: Behandlung & Folgen der rätselhaften Hautkrankheit

Die Weißfleckenkrankheit wird in der Medizin als Vitiligo bezeichnet.

Foto: ©iStock/ByeByeTokyo

Die Weißfleckenkrankheit wird in der Medizin als Vitiligo bezeichnet.

Die weißen Flecken auf der Haut tun nicht weh, können psychisch jedoch extrem belasten. Manche Models machen ihre Vitiligo zu ihrem Markenzeichen.

In der Pubertät oder als junger Erwachsener entstehen auf der Haut weiße Flecken, die sich immer weiter auf dem Körper ausbreiten: Vitiligo, die Weißfleckenkrankheit, beginnt zwischen dem zehnten und 30. Lebensjahr, etwa ein Prozent der Bevölkerung ist betroffen.

Nur wenigen gelingt es, ihre Hautveränderungen zu akzeptieren und daraus das Beste zu machen, wie die erfolgreichen Models Chantelle Brown-Young (Winnie Harlow) und Enam Heikeens. Bekanntestes Beispiel für Vitiligo ist immer noch Michael Jackson. Zu seinen Lebzeiten war seine Hautkrankheit, die ihn immer blasser erscheinen ließ, zwar umstritten, nach seinem Tode wurde jedoch eindeutig die Weißfleckenkrankheit festgestellt.

Diskriminierung von Vitiligo-Betroffenen

Vitiligo ist vermutlich genetisch bedingt, nicht ansteckend, tut nicht weh und führt zu keinen Beschwerden – außer weißen Flecken. Doch gerade bei Menschen mit dunklerer Hautfarbe fallen die weißen Flecken besonders auf und können die Psyche enorm belasten. So berichten Betroffene etwa darüber, dass Gleichaltrige sie in der Pubertät als Kuh oder Zebra beschimpften.

Warum die Haut weiße Flecken bekommt

Obwohl Vitiligo relativ häufig ist, wird wenig geforscht und vieles über die Weißfleckenkrankheit ist noch unbekannt. Vermutlich handelt es sich bei Vitiligo um eine Autoimmunerkrankung. Dabei greift das Immunsystem an manchen Stellen die Zellen in der Oberhaut an, die Melanin produzieren – das dunkle Hautpigment. Fehlt die Pigmentierung, wird die Haut weiß.

Eine andere Theorie über die Ursache von Vitiligo sieht psychischen und körperlichen Stress als Auslöser. Nervenzellen könnten dabei Signalstoffe abgeben, die das Immunsystem zu der falschen Reaktion führen.

Vitiligo behandeln – mit Lichttherapie und Salben

Heilbar ist Vitiligo zwar bis heute nicht, allerdings behandelbar. Die Hautflecken können durch eine Therapie kleiner werden. So sprechen viele Patienten auf Phototherapie mit Schmalspektrum-UV-B-Strahlen an. Dabei handelt es sich um die Strahlen der Sonne, die bräunen. Im Gegensatz zu den Breitspektrum-UV-B-Strahlen ist das Risiko für einen Sonnenbrand jedoch wesentlich geringer. UV-B-Strahlen können in manchen Fällen die Melatonin bildenden Hautzellen (Melanozyten) wieder aktivieren.

Zusätzlich können medizinische Salben, etwa mit Kortison, die überschießende Immunreaktion bremsen. Eine neue Behandlungsoption wird in den USA getestet: Injektionen mit Hormonen, die die Melanozyten aktivieren sollen. Allerdings würde sich diese – noch nicht zugelassene Therapie – nur für Patienten eignen, die am ganzen Körper die Weißfleckenkrankheit haben (generalisierte Vitiligo).

Die meisten Patienten, die von Natur aus hellhäutig sind und nur wenige weiße Flecken haben, kommen dagegen gut mit Abdeckcremes aus. Wichtig für sie: Auf starken Sonnenschutz achten. Denn die UV-Strahlen bräunen die Haut, aber nicht die weißen Flecken, die dann umso stärker auffallen.

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