10.05.2017

Auch Jüngere sind betroffen Schlaganfall – die Gefahr, die im Gehirn lauert

Schlaganfälle erleiden nicht nur ältere Leute – bis zu 15 Prozent der Betroffenen sind unter 50 Jahre alt!

Foto: iStock/CentralITAlliance

Schlaganfälle erleiden nicht nur ältere Leute – bis zu 15 Prozent der Betroffenen sind unter 50 Jahre alt!

Schlaganfälle führen oft zu einer Behinderung oder sogar zum Tod. Notfall-Verhalten, Diagnose, Folgen – das sollten Sie über die Krankheit wissen.

Der 10. Mai ist der Tag gegen den Schlaganfall. Die Durchblutungsstörung im Gehirn trifft jedes Jahr rund 270.000 Bundesbürger, häufig aus heiterem Himmel. Sie gilt mittlerweile als die dritthäufigste Todesursache in Deutschland! Rund eine Million Menschen leiden ein Leben lang an den Folgen der Erkrankung.

Zehn wichtige Dinge, die Sie unbedingt über den Schlaganfall wissen sollten, gibt’s hier:

Was genau ist ein Schlaganfall?

Der Schlaganfall ist keine einheitliche Erkrankung, sondern ein Oberbegriff für einerseits Hirninfarkte, eine Mangeldurchblutung des Gehirns, und andererseits Hirnblutungen, der Austritt von Blut in das Hirngewebe.

Was sind die direkten Folgen?

Rund 20 Prozent der Schlaganfall-Patienten sterben innerhalb von vier Wochen, knapp 40 Prozent innerhalb eines Jahres. Etwa die Hälfte der überlebenden Schlaganfall-Patienten bleibt ein Jahr nach dem Schlaganfall dauerhaft behindert und ist auf fremde Hilfe angewiesen.

Was bleibt häufig dauerhaft?

Einseitige Lähmungen und Gefühlsstörungen der Arme und Beine, Sprach-, Schluck-, Seh-, und Gleichgewichtsstörungen sowie Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen.

Bei rund der Hälfte der Betroffenen treten wegen dieser Einschränkungen oder durch die Schädigung des Gehirns depressive Verhaltensweisen wie Antriebsarmut oder starke Stimmungstiefs auf.

Tritt ein Schlaganfall immer plötzlich auf?

Es gibt zumindest Vorboten – oft sind das eher unauffällige Warnzeichen, die nur wenig und vorübergehend beeinträchtigen. Sie können trotzdem das Gehirn schädigen. Bei rund 40 Prozent aller Patienten, die später einen Schlaganfall erleiden, war im Vorfeld mindestens eines der folgenden Symptome aufgetreten: Seh- oder Sprachstörungen, Schwindel, Gesichtslähmung, starke Kopfschmerzen.

Schlaganfall – diese sieben Anzeichen sollten Sie kennen

Ist Vorbeugen möglich?

Ja – viel Bewegung und ausgewogene Ernährung spielen eine wichtige Rolle, um das Risiko eines Schlaganfalls zu reduzieren. Wer hohe Blutfettwerte und Übergewicht bekämpft, außerdem das Rauchen sein lässt und wenig Alkohol trinkt, trägt ebenfalls zur Risikominimierung bei.

>> Ein Schlaganfall lässt sich vermeiden

Sind nur älter Menschen betroffen?

Nein – vier bis 15 Prozent der Betroffenen sind unter 50 Jahre alt, also rund 10.000 bis 40.000 vergleichsweise junge Menschen. Allerdings steigt das Risiko mit dem Alter – weil mit der Zahl der Lebensjahre auch die Risikofaktoren zunehmen.

>> Schlaganfall: Eine Krankheit des Alters?

Wird das Schlaganfall-Risiko vererbt?

Ja – vor allem in Verbindung mit vererbbaren Erkrankungen wie Bluthochdruck, Störungen der Blutgerinnung, Herzfehler, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen. Gab es bereits einen Schlaganfall in der Familie, sollten alle weiteren Mitglieder unbedingt entsprechend vorbeugen.

Wie kann ich einen Schlaganfall identifizieren?

Bitten Sie die Person zu lächeln oder zu grinsen. Funktioniert das nur auf einer Seite richtig, dann deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.

Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken, dabei die Handflächen nach oben zu drehen und diese Position zehn Sekunden zu halten. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden – sie sinken rasch wieder ab oder drehen sich nach innen.

Lassen Sie die Person einen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage, klingt die Stimme verwaschen oder es werden Worte oder Silben verschluckt, liegt eine Sprachstörung vor.

Falls einer dieser Kurztests verdächtig ausfällt, sollten Sie sofort reagieren.

Was muss ich im Notfall tun?

Vor allem: schnell sein, denn jede Minute zählt. Die ersten Stunden nach einem Schlaganfall entscheiden über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn. Rufen Sie also sofort die Notrufnummer 112 an, damit der Patient so schnell wie möglich von Experten versorgt werden kann.

Bis der Rettungswagen eingetroffen ist, sollte der Patient sitzen oder auf der Seite liegen – und wegen möglicher Schluckstörungen auf keinen Fall trinken oder essen. Erstickungsgefahr!

Was hilft Betroffenen nach einem Schlaganfall?

Der soziale Rückhalt durch Familie und Freunde ist gerade dann enorm wichtig. Patienten sollten das Gefühl haben, nicht allein zu sein. Sie brauchen Zuversicht – auch wenn es bedrückend aussieht, die meisten machen wieder große Fortschritte.

Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe

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