Aktualisiert: 13.09.2021 - 12:00

Jeder Dritte ist gefährdet Basalzellkarzinom: Weißem Hautkrebs am besten vorbeugen

Ein Basalzellkarzinom kann sich vor allem im Gesicht bilden. Wie Sie den weißen Hautkrebs am besten erkennen.

Foto: iStock/Goodluz

Ein Basalzellkarzinom kann sich vor allem im Gesicht bilden. Wie Sie den weißen Hautkrebs am besten erkennen.

Basalzellkarzinome bilden sich vor allem am Kopf, also an Nase, Augenlidern, Stirn, Wange – und dieser Krebs ist gefährlicher als viele denken.

Früher nannte man es Basaliom. Heute ist der Begriff Basalzellkarzinom die treffende Beschreibung für Basalzellenkrebs oder weißen bzw. hellen Hautkrebs. Am Tag des hellen Hautkrebs, dem 13. September 2021, weisen wir auf die unterschätzte Gefahr hin.

Beim Basalzellkarzinom handelt es sich um eine Form des weißen Hautkrebses. Es gilt deshalb als wesentlich ungefährlicher als der schwarze Hautkrebs, das Melanom. Denn weißer Hautkrebs bildet nur in seltenen Fällen Metastasen wie etwa in Lunge und Knochen. Kurz: An einem Basalzellkarzinom stirbt man seltener – im Jahr 2017 starben rund 930 Menschen daran, sagt die Deutsche Krebsgesellschaft. Allerdings wächst es oft in die Tiefe. Weil sich die Karzinome vor allem im Gesicht bilden, kann das zu erheblichen Problemen führen. Denn die Tumoren können in Knorpel und Knochen hineinwachsen.

Basalzellkarzinom: Weißer Hautkrebs ist am häufigsten

Dabei ist das Basalzellkarzinom mit mehr als 250.000 Betroffenen inzwischen die häufigste Krebsart in Deutschland – und die Zahlen nehmen zu. Grund ist das veränderte Freizeitverhalten und die Klimaerwärmung. Wir sind länger im Freien, bekommen mehr UV-Strahlung ab. Experten gehen davon aus, dass in Zukunft jeder Dritte im Laufe seines Lebens diesen Hautkrebs bekommt. Schon jetzt ist laut einer Dermatologin jede dritte Krebsdiagnose Hautkrebs.

Das sind die Hauptursachen für hellen Hautkrebs

  • regelmäßige Sonneneinstrahlung ohne Schutz
  • männliches Geschlecht
  • heller Hauttyp
  • vorbestehende Basalzellkarzinome
  • Ionisierende Strahlung
  • unterdrücktes Immunsystem über Jahre (mit Medikamenten, etwa nach Transplantationen)

Blick schärfen und Basalzellkarzinome erkennen

Doch wie können Sie weißen Hautkrebs erkennen? Am sichersten ist es, beim Hausarzt oder Dermatologen einen Termin zur Hautkrebsvorsorge zu machen. Wer sich viel im Freien aufhält, sollte diese Möglichkeit mindestens einmal im Jahr nutzen.

Aber mithilfe der ABCDE-Regel lassen sich Hautkrebs-Symptome auch selbst gut erkennen. Bei Verdacht ist dann immer ein Termin in der Arztpraxis notwendig, um ihn zu bestätigen oder zu widerlegen.

Vorsicht: Beim Basalzellkarzinom gibt es keine Vorstufen, wie es etwa bei der anderen Art des hellen Hautkrebs, dem Plattenepithelkarzinom ist. Folgende Anzeichen können auf ein Basaliom hinweisen:

  • Stecknadelkleines Knötchen auf der Haut
  • Das Knötchen ist hautfarben bis leicht braun
  • Das Knötchen wächst oft über Monate hinweg sehr langsam, es bilden sich um seinen Rand kleine Äderchen und die Hautveränderung kann auch mal etwas bluten.

Bei diesen Alarmzeichen sollten Sie auf jeden Fall sofort zum Arzt gehen, damit rasche Behandlung eingeleitet wird. Hautkrebs: Warum das regelmäßige Screening so wichtig ist!

Basalzellkarzinom einfach mit Creme behandeln?

Die Therapie sieht so aus: Chirurg:innen können das Basalzellkarzinom herausschneiden. Dabei muss aber ein kleiner Sicherheitsabstand eingehalten werden, also wird etwas gesunde Haut um den Krebs herum mit entfernen.

Weil die Hautveränderungen oft im Gesicht wachsen, scheuen manche Menschen diesen Eingriff und entscheiden sich lieber zu einer anderen Therapie, einer lokalen Immuntherapie mit einer Creme, die den Wirkstoff Imiquimod enthält. Die Behandlung können Sie selbst durchführen: sechs Wochen lang einmal täglich die Hautstelle damit eincremen.

Aber klappt das tatsächlich? Eine Studie hat jetzt verglichen, ob die Operation oder die Creme auf Dauer die bessere Lösung ist. Dabei zeigte sich, dass fünf Jahre nach der Operation 98 Prozent der Probanden geheilt waren. Es hatte sich kein neuer Hautkrebs gebildet (Rezidiv). In der Creme-Gruppe waren es nur 83 Prozent, bei den restlichen 17 Prozent war ein Lokalrezidiv entstanden, der Krebs war also wiedergekommen. Die meisten Rezidive treten innerhalb des ersten Jahres nach der Creme-Behandlung auf, dann ist die Operation immer noch eine Option.

Außerdem sind eine Strahlentherapie möglich oder eine lokale Chemotherapie, bei der ebenfalls gecremt wird. Bei sehr kleinen, oberflächlichen Karzinomen kommt möglicherweise auch eine Kryotherapie, also eine Kältebehandlung mit flüssigem Stickstoff infrage.

Egal für welche Therapieform Sie sich entscheiden, im Nachgang sollten Sie immer regelmäßig Ihre Kontrolltermine wahrnehmen. Denn gerade bei den nichtoperativen Verfahren ist die Rückfallquote hoch.

Hautkrebs kann gefährlich werden. Besonders aggressiv ist der schwarze Hautkrebs, das Melanom.

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