06.06.2017

Durchblutungsstörung im Gehirn Schlaganfall: Auch Viren können die Ursache sein

Mediziner bezeichnen einen Schlaganfall als Apoplex.

Foto: ©iStock/shaunl

Mediziner bezeichnen einen Schlaganfall als Apoplex.

Ein Schlaganfall wird meistens durch ein Blutgerinnsel ausgelöst. Was Sie über die Risikofaktoren wissen sollten – und was es darüber Neues gibt.

Ursache für den Schlaganfall, medizinisch Apoplex oder Apoplexie, ist immer eine massive Durchblutungsstörung des Gehirns. Sie kann durch zwei unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden:

  • Der (selteneren) Hirnblutung. Dabei reißt ein Blutgefäß im Gehirn. Umliegendes Gewebe wird geschädigt. Ursache ist hoher Blutdruck oder eine Gefäßmissbildung wie ein Aneurysma.

  • In 85 Prozent der Fälle ist jedoch ein verstopftes Blutgefäß schuld (Ischämie). Ein Blutgerinnsel (Thrombus) hat die Ader verschlossen und dahinter liegendes Gewebe stirbt ab.

Arteriosklerose verengt Blutgefäße im Gehirn

Ursache für den Apoplex durch einen Gefäßverschluss im Gehirn ist wiederum in den meisten Fällen Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Die Gefäßwände sind durch Ablagerungen (Plaques) verengt, unelastisch und brüchig. Ein Thrombus, der mit dem Blutstrom ins Gehirn geschwemmt wird, kann sie leicht verstopfen. Oder es kommt zu kleinen Rissen in der brüchigen Gefäßwand, sie entzündet sich und verschließt sich damit.

>> Schlaganfall – die Gefahr, die im Gehirn lauert

Vier Ursachen für Arteriosklerose – und damit für den Apoplex

Auslöser für die gefährlichen Gefäßverengungen und -ablagerungen ist vor allem Bluthochdruck. Nicht behandelt überlastet er auf Dauer die Gefäße, macht sie starr und instabil. Nummer zwei der Risikofaktoren sind erhöhte Cholesterinwerte. Fettstoffwechselstörungen aber auch falsche Ernährung mit viel tierischen Fetten verengen die Gefäße durch Ablagerungen (Plaques), die nachweislich Cholesterin enthalten. Rauchen und Bewegungsmangel sind die beiden weiteren Gefäßfeinde. Dabei ist Rauchen gleich doppelt gefährlich: Die Substanzen im Rauch verengen nicht nur die Gefäße, sondern verändern auch die Blutgerinnung. Das Risiko für einen Thrombus steigt.

>> Zehn gute Gründe, um das Rauchen aufzugeben

Neu: Viren und Feinstaub fördern Arteriosklerose

Doch es gibt auch noch ganz andere Auslöser für Arteriosklerose und damit für Schlaganfall und Herzinfarkt, die wie der Apoplex von einem Blutgerinnsel oder einer Gefäßverengung ausgelöst werden: Viren, Bakterien sowie Feinstaub aus der Luft, etwa durch Autoabgase.

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover konnten einen Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und Gefäßentzündungen entdecken. Die Erreger und die winzigen Partikelchen im Feinstaub, die über die Lunge ins Blut gelangen, können Gefäße entzünden, die sich dabei auf Dauer verdicken (Arteriosklerose) und sogar verschließen.

Diese Entdeckung erklärt auch, warum Schlaganfall und Herzinfarkt oft kurz nach einem Infekt auftreten, etwa nach der Grippe und im Winter, wenn vor allem in den Städten die Luft extrem schlecht ist. Schon länger ist bekannt, dass Feinstaubbelastung das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko massiv erhöht.

>> Schlaganfall kann auch Jüngere treffen

Seite