06.06.2017 - 13:51

Frauen sind öfter betroffen Angststörung – diese Symptome sollten Sie ernst nehmen

Angststörungen zählen weltweit zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen.

Foto: ©iStock/South_agency

Angststörungen zählen weltweit zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen.

Angst kennt jeder. Doch wann handelt es sich nicht mehr um normale Angst sondern eine generalisierte Angststörung? Was Sie wissen sollten.

Angst vor dem Verlust des Partners, Angst vor dem Chef, Angst um die Existenz und Angst im Dunkeln – vor allem Frauen sind von Ängsten geplagt. Dabei ist das Gefühl der Angst eigentlich sinnvoll. Angst schützt uns in gefährlichen Situationen, nicht verletzt zu werden – etwa einem knurrendem Hund besser aus dem Weg zu gehen oder an der Straße zu warten, bis sich eine große Verkehrslücke ergibt und nicht die kleine zu nutzen.

Frauen sind doppelt so häufig betroffen

Allerdings gibt es viele Menschen, die vor harmlosen Situationen massive Angst haben oder sich fast ständig um etwas sorgen. Diese krankhafte Angst heißt Angststörung. Früher sprach man von einer Angstneurose. Das Robert Koch Institut geht davon aus, dass mindestens zwei Prozent der Bevölkerung betroffen sind, dabei doppelt so viele Frauen wie Männer.

Angststörung – Symptome bei Panikattacke und Phobie

Dabei ist Angststörung ein Oberbegriff für viele Krankheiten, die mit starker Angst einhergehen. Besonders häufig sind darunter Panikstörungen. Panikattacken treten mit Herzrasen, Schweißausbrüchen, Zittern und Angstanfällen bis zu Todesangst ganz plötzlich auf und dauern manchmal nur Minuten oder sogar Stunden. Für die Betroffenen sind ihre Panikattacken unerklärlich.

Eine Angststörung kann sich jedoch auch als Phobie zeigen, wie

  • Agoraphobie (Angst vor großen, freien Plätzen)
  • Klaustrophobie (Angst vor engen und geschlossenen Räumen)
  • Angst vorm Fliegen
  • soziale Phobie (Angst vor Menschen)
  • und vielen weiteren Ängsten, die oft auch vermischt auftreten.

>> Arachnophobie: Schon Babys haben Angst vor Spinnen!

Generalisierte Angststörung – die Symptome

Treten viele verschiedene krankhafte Ängste gemeinsam auf, handelt es sich um eine generalisierte Angststörung. Von dieser spricht man, wenn über Monate hinweg Sorgen und Ängste quälen, die sich auf verschiedene Lebensumstände und Alltagssituationen beziehen. Beispiel: ständig Angst um den Arbeitsplatz, Sorge, dass die Kinder ungesund leben, dass die Wohnung gekündigt werden könnte und letztendlich, dass ein Weltkrieg in Kürze ausbricht.

Zu diesen Ängsten können noch körperliche Symptome kommen:

  • Nervosität
  • Muskelverspannungen
  • Schwindel
  • Zittern
  • Herzklopfen
  • Atemnot
  • Schlafstörungen
  • Magenschmerzen

Angststörung – der Test

Wenn Ängste Ihren Alltag beherrschen, sollten Sie nicht zögern, den Hausarzt aufzusuchen. Mit einem einfachen Test kann er feststellen, ob der Verdacht auf eine Angststörung vorliegt. Zu den Fragen gehören unter anderem:

- Fühlen Sie sich ängstlicher oder nervöser als sonst?

- Fürchten Sie, dass etwas Schlimmes geschehen wird?

- Regen Sie sich schnell auf?

Gegebenenfalls überweist der Hausarzt an einen Psychotherapeuten. Zu Beginn der Behandlung einer Angststörung steht meistens eine Kombination aus Psychotherapie plus angstlösenden Medikamenten. Im Verlauf werden dann die Medikamente nach und nach abgesetzt und die Gespräche mit dem Therapeuten weiter fortgeführt, bis sich die Ängste gelegt oder wenigstens normalisiert haben.

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