11.05.2017

Platzangst in der Warteschlange Agoraphobie mit Panikstörung – Ursachen und Symptome

Foto: ©iStock/martin-dm

Die Angst vor großen Plätzen und Menschenmengen kennen vor allem Frauen. Was schuld an der Angststörung ist und wie Sie sie erkennen.

Agoraphobie bedeutet nicht einfach nur, dass Betroffene große, leere Plätze meiden. Diese Form der Angststörung hat weitreichende Folgen für die Patienten und beeinträchtigt deren Lebensqualität immens. Agoraphobie oder Platzangst kann sich auch wie folgt zeigen:

  • unbegründete Angst oder Panikattacken in Menschenmengen

  • in der Warteschlange

  • in Bus, Zug, Auto, Flugzeug, Kino

  • wenn Sie alleine zu Hause sind

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Symptome bei Agoraphobie

Diese Situationen – leerer Platz, Menschenmenge, Kaufhaus usw. – sind zwar sehr unterschiedlich, alle geben Agoraphobie-Betroffenen allerdings das Gefühl: Hier wird eine Flucht schwierig und Hilfe ist nicht möglich, wenn ich jetzt ohnmächtig werden sollte.

Diese Angst, sozusagen hilflos eingesperrt zu sein, äußert sich auch in körperlichen Symptomen:

  • Schwitzen

  • Herzrasen

  • Schwindel

  • Harn- und Stuhldrang

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Ursachen für Agoraphobie sind oft belastende Erlebnisse

Typisch für Agoraphobie ist, dass sie nicht schleichend beginnt, wie andere Angsterkrankungen, sondern plötzlich mit einer Panikattacke auftritt. Oft lässt sich später feststellen, dass kurze Zeit vorher starker psychischer Stress belastete – etwa eine Kündigung, die Diagnose „Krebs“ bei einer nahestehenden Person, ein Pflegefall in der Familie, bei Frauen eine Fehlgeburt.

Für besonders sensible Menschen, deren Nervensystem meist extrem aktiv ist, können diese intensiven Reize zu einer Angststörung führen.

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Vermeidung bewirkt bei Agoraphobie das Gegenteil

Um diese Panikattacke nicht erleben zu müssen, beginnen Betroffene, die Angst auslösenden Situationen zu meiden. Sie fahren nicht mehr Auto, gehen nicht mehr ins Kaufhaus, verzichten auf Konzert und Kino. Weil sich durch diese Vermeidung die Ängste jedoch verstärken, besteht das hohe Risiko, letztendlich sogar arbeitsunfähig zu werden.

Test und Therapie bei Agoraphobie

Wer diese Anzeichen wahrnimmt, sollte sich auf jeden Fall von einem Arzt untersuchen lassen. Dazu gehören auch zielgerichtete Fragen innerhalb eines Tests, etwa ob Sie unbegründete Angst haben, wenn Sie in einer Warteschlange stehen, im Zug, auf leeren oder überfüllten Plätzen und weitere. Dieser Test und die Beschreibung der körperlichen Symptome geben Hinweise auf die Angststörung. Dann wird der Arzt an einen Psychiater überweisen.

Mit kognitiver Verhaltenstherapie gelingt es meist, die Ursache der Platzangst und der Panikattacken aufzudecken und aufzuarbeiten. Konfrontationstraining gehört außerdem zur Therapie der Agoraphobie. Dabei setzen Sie sich mit Hilfe des Therapeuten gezielt den angstauslösenden Situationen aus, lernen, dass diese ungefährlich sind und Sie wieder ganz einfach damit umgehen können.

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