02.05.2017 - 16:18

Tödlicher Biss Tollwut nicht ausgestorben – Impfung bei Fernreisen?

Foto: ©iStock/maxfromhell

Unruhe und Fieber sind Symptome der Tollwut. Die tödliche Infektion tritt vor allem in Afrika und Indien auf. Was Sie darüber wissen sollten.

Die letzten Fälle von Tollwut liegen in Deutschland einige Jahre zurück. 2010 war es ein tollwütiger Hund aus Bosnien-Herzegowina, 2013 ein Hund aus Marokko, der den Virus in sich trug. Der Biss eines Hundes oder der Kontakt mit einer Fledermaus in den Risikogebieten wie Afrika, Südostasien, Indien und China kann lebensgefährlich sein, weil dort viele Tiere mit dem Tollwutvirus infiziert sind. In Deutschland dagegen tritt Tollwut wegen großer Impfaktionen bei Wildtieren nicht mehr auf – außer bei Fledermäusen.

Tollwut-Symptome beim Hund

Das Rabies- oder Lyssavirus befällt ausschließlich Säugetiere. Über den Speichel kann das Virus weitergegeben werden. Vorsicht ist immer geboten, wenn ein von Natur aus scheues Tier – etwa ein streunender Hund in den gefährdeten Regionen – sich auffällig verhält, etwa besonders zutraulich ist. Denn diese Wesensänderung kann bereits eines der ersten Symptome der Tollwut sein.

Bis die ersten Symptome auftreten, können drei Monate verstreichen

Nach dem Biss oder nach engem Kontakt mit einem infizierten Tier kann es bis zu 90 Tage dauern, bis die ersten Symptome auftreten. Extreme Angst vor Wasser und Angst vor Luftzug sind typisch. Aber auch Juckreiz und Lähmungen in der Nähe der Eintrittsstelle des Virus sind meist eindeutig.

Außerdem sind unspezifische Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und andere grippeähnliche Beschwerden möglich. Wichtig ist, bereits beim kleinsten Verdacht, sich durch ein Tier mit Tollwut infiziert zu haben, sofort den Arzt aufzusuchen. Denn wenn die Tollwut erst ausgebrochen ist, gibt es kaum noch Hilfe und nach wenigen Tagen stirbt der Infizierte.

Tollwut-Impfung gleich nach dem Biss

Wer von einem vermutlich infizierten Tier gebissen worden ist, sollte zuerst die Wunde gründlich ausspülen, mit viel Wasser und Seife. Auf diese Weise werden Viren mechanisch entfernt. Danach sollte rasch eine passive und aktive Tollwut-Impfung erfolgen.

Aktive und passive Tollwut-Impfung

Die aktive Tollwut-Impfung enthält inaktive Tollwut-Viren. Sie lösen die Krankheit nicht aus, regen das Immunsystem jedoch dazu an, rasch Antikörper gegen Rabies zu bilden. Das Serum der passiven Tollwut-Impfung versorgt den Organismus mit bereits fertigen Antikörpern, den Rabies-Immunglobulinen (RIG). Je früher diese Impfungen erfolgen, desto größer ist die Chance, dass die Viren nicht das gesamte Nervensystem überfluten. Liegt der Biss mehr als 24 Stunden zurück, helfen die Impfungen meist nicht mehr.

Vor der Reise an Tollwut-Impfung denken

Das Risiko, sich in Deutschland mit Tollwut zu infizieren, besteht eigentlich nicht. Wer allerdings eine Reise in die Risikogebiete plant, sollte sich beim Arzt beraten lassen, ob eine Tollwut-Impfung für ihn wichtig sein könnte. Empfohlen wird das etwa bei Trekking-Touren in den Risikogebieten. Die meisten Krankenkassen erstatten die Kosten für die Tollwut-Impfung im Rahmen einer Reiseimpfung.

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